Filme - Krimi
Nur ein kleiner Gefallen
Nur ein kleiner GefallenFilme - Krimi | mit: von: Paul Feig; mit: Anna Kendrick, Blake LivelyBewertung:★★★★★ Paul Feig ist bekannt für seine Komödien. Seine letzten Filme hatten ein anderes Merkmal, außer dem Genre, gemeinsam: weibliche Hauptfiguren. Brautalarm, das Ghostbusters-Reboot, Taffe Mädels – all diese Filme drehten sich um eine Gruppe von (sehr lustigen) Frauen. In seinem neuesten Film haben wieder einmal die Frauen das Sagen, und obwohl der Film auch komödiantische Elemente hat, würde ich ihn eher in die Kategorie Krimi einordnen. Handlung Stephanie ist frisch gebackene Witwe und kümmert sich alleine um ihren Sohn Miles. In ihrem – mäßig erfolgreichen – Youtube-Channel gibt sie Ernährungstipps für Kinder und erzählt auch gerne mal über ihr Leben. Eigentlich ein ganz normales, langweiliges Leben. Doch nur bis die Mode-PR-Chefin Emily sich mit Stephanie anfreundet. Die beiden haben dann eine gemeinsame Routine: Die Kinder von der Schule abholen, über ihre Leben reden und dabei etliche Martinis trinken. Eines Tages bittet Emily Stephanie darum, auf ihren Sohn nach der Schule aufzupassen. Und plötzlich ist Emily verschwunden. Verzweifelt sucht Stephanie nach ihrer neuen Freundin und bei der Suche kommen sich Stephanie und Emilys Ehemann Sean näher. Stephanie fängt an, von einem neuen gemeinsamen Leben mit Sean zu träumen, doch dann wird Emilys Leiche gefunden und Stephanie weiß nicht, ob sie Sean noch trauen kann.
Trailer BewertungAnna Kendrick wurde durch ihre (kleine) Rolle im Twilight-Franchise bekannt, hat aber in kleineren Komödien ihr Zuhause gefunden, vor allem mit der „Pitch Perfect“-Trilogie. Sie ist so ein bisschen in der Rolle der „adorkable“ – hübsch, aber tollpatschig, und genau deswegen liebeswürdigen – Hauptfigur festgefahren. In „Nur ein kleiner Gefallen“ wird dieses Klischee zwar aufgenommen, aber im Laufe des Films sehr schön auseinandergenommen. Denn die Fassade der naiven, hilfsbereiten Mutter bröckelt so langsam aber sicher ab und gibt der Figur Stephanie eine unerwartete Seite. Generell spielt der Film sehr gut mit den Erwartungen des Zuschauers. Die ganze Geschichte ist als Krimi aufgebaut, da Stephanie als One-Woman-Detektei versucht, ihre verschwundene Freundin zu finden. Dabei gibt es immer wieder neue Fährten, der sie nachgeht. Durch Flashbacks puzzelt Stephanie Emilys Werdegang immer mehr zusammen und die Geschichte, die sie herausfindet, ist meiner Meinung nach gleichzeitig plausibel und vollkommen übertrieben. Denn einerseits macht die Geschichte in sich geschlossen Sinn, aber die Ereignisse werden so auf die Spitze getrieben – vor allem das Finale –, dass ich mich schon zwischendurch gefragt habe, warum die Figuren so reagieren, wie sie reagieren.
Generell gibt es meiner Meinung nach sehr schöne Wendungen, die zwar hier und da ein bisschen vorhersehbar sind, aber trotzdem Spaß machen. Das gilt vor allem für die Figur von Emilys Ehemann Sean und seine Beziehung zu ihr. Was am Anfang als die Vorzeigebeziehung gezeigt wird – beide schaffen es, erfolgreich zu sein und trotzdem als Familie zu funktionieren, und sie sind nicht nur Ehepartner, sondern führen auch eine leidenschaftliche Beziehung – wird im Laufe des Films demaskiert. Das ist zwar auch ein Klischee und sehr vorhersehbar, aber wie bei so vielen Elementen im Film ist das so spannend und interessant erzählt, dass man gut darüber hinwegsehen kann.
Das einzige Klischee, das ich nicht so leicht verzeihen kann, ist Emily. Sie ist das wandelnde Sinnbild der Femme Fatale, der egoistischen und selbstbewussten Karrierefrau. Sie ist sexuell sehr freizügig und dient sehr dazu, den Gegensatz zu Stephanie zu bilden. Das liegt aber nicht an der Darstellung von Blake Lively. Es macht Spaß, sie in dieser Rolle zu sehen. Es ist aber einfach so, dass Emily nur eine Seite hat und das ist mir einfach zu wenig. Vor allem wenn man die anderen Figuren sieht, allen voran Stephanie, hätte ich eine ausgereiftere Figur für Emily gewünscht.
Fazit Ich halte „Nur ein kleiner Gefallen“ für einen spannend gemachten Film, der gekonnt Anna Kendricks Image auf- und auseinandernimmt. Die Geschichte ist unglaublich an den Haaren herbeigezogen, aber gleichzeitig auch spannend erzählt. Dadurch verzeiht man dem Film sehr viel. Nur die Figur von Emily ist für mich ein bisschen zu unausgereift.
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Trailer BewertungAnna Kendrick wurde durch ihre (kleine) Rolle im Twilight-Franchise bekannt, hat aber in kleineren Komödien ihr Zuhause gefunden, vor allem mit der „Pitch Perfect“-Trilogie. Sie ist so ein bisschen in der Rolle der „adorkable“ – hübsch, aber tollpatschig, und genau deswegen liebeswürdigen – Hauptfigur festgefahren. In „Nur ein kleiner Gefallen“ wird dieses Klischee zwar aufgenommen, aber im Laufe des Films sehr schön auseinandergenommen. Denn die Fassade der naiven, hilfsbereiten Mutter bröckelt so langsam aber sicher ab und gibt der Figur Stephanie eine unerwartete Seite. Generell spielt der Film sehr gut mit den Erwartungen des Zuschauers. Die ganze Geschichte ist als Krimi aufgebaut, da Stephanie als One-Woman-Detektei versucht, ihre verschwundene Freundin zu finden. Dabei gibt es immer wieder neue Fährten, der sie nachgeht. Durch Flashbacks puzzelt Stephanie Emilys Werdegang immer mehr zusammen und die Geschichte, die sie herausfindet, ist meiner Meinung nach gleichzeitig plausibel und vollkommen übertrieben. Denn einerseits macht die Geschichte in sich geschlossen Sinn, aber die Ereignisse werden so auf die Spitze getrieben – vor allem das Finale –, dass ich mich schon zwischendurch gefragt habe, warum die Figuren so reagieren, wie sie reagieren.
Generell gibt es meiner Meinung nach sehr schöne Wendungen, die zwar hier und da ein bisschen vorhersehbar sind, aber trotzdem Spaß machen. Das gilt vor allem für die Figur von Emilys Ehemann Sean und seine Beziehung zu ihr. Was am Anfang als die Vorzeigebeziehung gezeigt wird – beide schaffen es, erfolgreich zu sein und trotzdem als Familie zu funktionieren, und sie sind nicht nur Ehepartner, sondern führen auch eine leidenschaftliche Beziehung – wird im Laufe des Films demaskiert. Das ist zwar auch ein Klischee und sehr vorhersehbar, aber wie bei so vielen Elementen im Film ist das so spannend und interessant erzählt, dass man gut darüber hinwegsehen kann.
Das einzige Klischee, das ich nicht so leicht verzeihen kann, ist Emily. Sie ist das wandelnde Sinnbild der Femme Fatale, der egoistischen und selbstbewussten Karrierefrau. Sie ist sexuell sehr freizügig und dient sehr dazu, den Gegensatz zu Stephanie zu bilden. Das liegt aber nicht an der Darstellung von Blake Lively. Es macht Spaß, sie in dieser Rolle zu sehen. Es ist aber einfach so, dass Emily nur eine Seite hat und das ist mir einfach zu wenig. Vor allem wenn man die anderen Figuren sieht, allen voran Stephanie, hätte ich eine ausgereiftere Figur für Emily gewünscht.
Fazit Ich halte „Nur ein kleiner Gefallen“ für einen spannend gemachten Film, der gekonnt Anna Kendricks Image auf- und auseinandernimmt. Die Geschichte ist unglaublich an den Haaren herbeigezogen, aber gleichzeitig auch spannend erzählt. Dadurch verzeiht man dem Film sehr viel. Nur die Figur von Emily ist für mich ein bisschen zu unausgereift.