Comic - Science Fiction

Oblivion Song #1

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Oblivion Song #1
Oblivion Song #1Comic - Science Fiction | mit: Robert Kirkman, Annalisa Leoni Bewertung:★★★★★ Ein neues Comic von Star-Autor Robert Kirkman. Die Aussage krankt nicht nur daran, dass die Erstveröffentlichung in Deutschland bereits im März 2018 war, sondern, dass Kirkman die Idee schon eine ganze Weile im Kopf hat und diesmal schon ein paar Ausgaben im Voraus und im Geheimen produziert hat. Er hat sich dem monatlichen Heftzyklus geschlagen gegeben und sich so den Druck von den Schultern genommen. Das er viel vor hat, merkt der Leser ab dem ersten Heft und wenn die Versprechungen nur halb eingehalten werden, können sich die Fans auf ein echtes Schmankel freuen. Handlung Der Vorfall liegt nun schon gut 10 Jahre in der Vergangenheit. Eines Tages verschwanden gut 300.000 Einwohner aus Philadelphia in Oblivion. Ein paar Jahre suchte die Regierung noch nach Überlebenden, doch dann wurde das Programm eingestellt. Nur Nathan Cole sucht noch nach Menschen in der anderen Dimension. Immer wieder findet er Verlorene, jedoch fehlt weiterhin jede Spur von seinem vermissten Bruder. Doch vielleicht sucht er noch nach etwas anderem, schließlich kann er dem Sound von Oblivion nicht widerstehen.BewertungZunächst, ja es muss sein, wage ich einen Vergleich zu „The Walking Dead“. Dieser ist auf den erste Blick sogar immer wieder berechtigt, weil es um Gruppen in einer Welt geht, die wieder ums Überleben kämpfen. Es gibt natürlich Gruppen und Anführer. Okay, wer sucht der findet auch, wenn die Story von einem anderen Autor entworfen wäre, würden wir uns mit Sicherheit nicht darüber unterhalten. Das in „Oblivion Song“ viel mehr steckt und dass das Comic wahnsinniges Potenzial aufweist, wird schnell klar. Es sind zunächst die zwei Welten, die kontrastreicher nicht sein können. Auf der einen eine fast surreale Situation. Wilde, komische, gar ekelhafte Tiere töten alle Menschen. Die ganze Umgebung ist einfach nur lebensfeindlich, zumindest wenn man zur Gattung der Menschen gehört. Und dann die Erde. Auf den ersten Blick alles super wie immer. Doch beim zweiten wird schnell klar, dass die Bevölkerung des blauen Planeten mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als wohl jede andere Spezies im Universum. Die Umgebungszeichnung der Kulisse stimmt schon einmal und ist mit tollen Zeichnungen auf Papier gebracht.

Darüber hinaus widmet sich der erste Hardcoverband von „Oblivion Song“ einer intensiven Figurenzeichnungen. Hauptprotagonist Nathan wird lebendig, dreidimensional und absolut aufregend dargestellt. Er ist einer dieser typischen zwiespältigen Charaktere, die sich in alle Richtungen entwickeln können, von denen man annehmen kann, das sie gut sind, die aber gleichermaßen Ecken und Kanten mitbringen. Aber auch die unzähligen Nebenfiguren auf beiden Seiten bringen gleichermaßen Potential mit. Nebenbei entwickelt sich der Comic zu einem richtiger Thriller. Es riecht nach Intrigen und Verschwörung, als plötzlich die Regierung aufschlägt.

Aber auch die emotionalen Momente, wie die Rückkehr von Menschen auf die Erde und wie es ihnen dabei ergeht. Es gibt Selbsthilfegruppen, es gibt aber auch unbehandelte Traumatisierte. An dieser Stelle möchte ich nur darauf hinweisen, dass „Oblivion Song“ sehr facettenreich daher kommt und Kirkman verspricht noch viel mehr. Selbst in den Details lässt sich die Hingabe bestens ablesen, wenn es zur Geschichtsstunde, die Rückblende ist gut gelungen, ins Museum geht, dass als Mahnmahl und Ort der Erinnerung dienen soll. Plakate, Gedenktafeln oder kleine Filme, hier wurde an vieles gedacht. Fazit „Oblivion Song“ ist ein supergeiler Start in ein Comic-Abenteuer, dass ein großes eigenständiges Universum aufbaut.
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