Comic - Science Fiction

Oblivion Song #2

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Oblivion Song #2
Oblivion Song #2Comic - Science Fiction | mit: Robert KirkmanBewertung:★★★★★ Robert Kirkman hat mit „The Walking Dead“ sicherlich den größten Achtungserfolg gelandet. Unbeschreiblich, welche Auswirkungen seine Ideen für die komplette Comic-Welt gehabt haben. Ihn auf dieses eine Werk zu reduzieren, wäre nicht fair. Er hat mit „Invincible“ und eben auch mit „Oblivion Song“ bereits anderweitig seine Extraklasse unter Beweis gestellt. Insbesondre mit der vorliegenden Serie könnte er den nächsten Supercoup landen. Fantasy Welt, Sci-Fi Elemente, stiltechnisch sich am Film Noir bedient und der Thriller-Anteil sorgt dann für gute Unterhaltung. Rundum kann ich sagen: Supergut!
Handlung Nathan Cole gibt nicht auf. Er will seinen Bruder in seine Welt zurückholen. Der hat aber nicht so die ganz große Lust darauf, sich wieder in das hiesige System einzureihen, sondern genießt die Vorzüge auf der anderen Seite. Unterdessen wird Nathan aber gefangen genommen und kann mit Hilfe seiner Freundin fliehen. Gemeinsam mit seinem Bruder versucht er die Dimensionsverschiebungsmaschine aus den Fängen des Militärs zu entreißen. Dabei stoßen sie auf Widerstand und werden mit ungeahnten Herausforderungen konfrontiert, die die Brüder an ihre emotionale Belastungsgrenze führt.Bewertung„Oblivion Song“ begann im ersten Teil vielversprechend. Es wurde eine Grundlage gelegt, die reichlich Potential entwickeln kann. Von Autor Kirkman folgte im Nachwort, die vollmundige Ankündigung, dass der Plot noch mit reichlich Stoff angereichert wird, sodass die vollkommenen Ausmaße des Universums bis jetzt nicht absehbar sind. Das dies keine leeren Worthülsen sind, zeigt die Handlung im zweiten Teil. Diesmal kommt die Komponente Regierungsverschwörung und Waffenlobby hinzu. Ein klassisches Katz- und Maus-Spiel beginnt, das sehr actionreich daherkommt und von seinem Tempo her lebt. Diverse Sprünge zwischen den Welten beflügeln die Szenen. Ein wahrer Augenschmaus, der nur noch von den wunderbar dargestellten Wesen aus der anderen Welt übertroffen wird.

Ganz nebenbei braut sich gehöriger Tiefgang bei den Charakteren an. Hauptfigur Nathan entpuppt sich als Antiheld mit Noir-Anteil. Gezeichnet von der Vergangenheit versucht er die Zukunft positiver zu gestalten, verwickelt sich aber zusehends immer mehr in eigenen Interessen und verschließt die Augen vor den Wünschen anderer. Das führt ihn in eine Konfliktsituation mit seinem Bruder, die doch sehr emotional ausgetragen wird. Grade die Auseinandersetzung könnte in den nächsten Ausgaben ein zentraler Themenschwerpunkt werden und stellt ungelöste soziologische Fragen auf. In was für einer Gesellschaftsform wollen wir leben. Ist es der Kapitalismus, der eher das Individuum in den Fokus stellt oder ist es der Sinn für Gemeinschaft, der siegen wird. Was sich so banal anhört, kommt natürlich nicht so schwarz/weiß daher, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Kapitalismus bietet Sicherheit vor den Monstern, hingegen der Sinn für die Gemeinschaft mit reichlich Blutzoll bezahlt wird. Sicherlich hat jeder seine eigene Meinung darüber, welche Monster schlussendlich schlimmer sind.

Optisch gleicht Band zwei Band eins. Wie gewohnt ist die Welt hinter der Welt eine gut dargestellte surreale Erscheinung, die nun einen weiteren Part hinzugewinnt. Es treten nämlich nicht nur neue Monster auf, sondern auch eine ganz andere Gattung von Lebewesen. Auch da erwarte ich in den nächsten Ausgaben Antworten und es zeigt, dass Kirkman beide Dimensionen gleichermaßen bedient.
Fazit „Oblivion Song“ ist genial!
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