Comic - Marvel

Old Man Hawkeye #1

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Old Man Hawkeye #1
Old Man Hawkeye #1Comic - Marvel | mit: Ethan Sacks und Marco ChecchettoBewertung:★★★★★ Könnt Ihr Euch an die Jahre 2008 und 2009 erinnern? Der demokratische Senator Barack Obama wird zum 44. US-Präsidenten gewählt, das historische Archiv der Stadt Köln stürzt wegen eines U-Bahn-Baus ein, die Schweinegrippe wird zur Pandemie erklärt und Mark Miller und Steve McNiven erschaffen das Marvel-Highlight „Wolverine: Old Man Logan“. Es ist die Story, die abseits jeglicher Realität und in einer Einöde spielt. Nun schaffen Jeff Lemire und Andrea Sorrentino (und andere) ein Prequel der besonderen Güteklasse: Der Flitzebogenmann hat überlebt, ist alt geworden und will Rache nehmen… Handlung Ca. 45 Jahre nachdem Red Skull und andere Schurken fast alle Superhelden getötet haben, setzt die Handlung von „Old Man Hawkeye“ ein. Skull und Co haben die USA aufgeteilt und herrschen mit brechbarer Gewalt. Darüber hinaus machen sich immer mehr Banden breit, die ebenfalls für Angst und Schrecken sorgen. Es gibt keinen Widerstand mehr. Wolverine hat sich zum Beispiel zurückgezogen und versucht mit seiner Familie einigermaßen über die Runden zu kommen.

Hawkeye erfährt, dass er bald erblinden wird. Damit hat er nun die letzte Möglichkeit Rache zu nehmen. Sein Weg beginnt bei seiner Tochter Ashley (gemeinsames Kind mit seiner Ex-Frau Tony, die eine der Töchter von Spider-Man ist), die er noch einmal sehen will und führt ihn schließlich zu Jamie Madrow, der sich selbst duplizieren kann. Außerdem macht er Bekanntschaft mit dem Venom-Symbionten, Kate Bishop und dem Soziopath Bullseye. BewertungDie „Old Man Logan“ Geschichte gehört zu meinen ganz persönlichen Lieblingsstorys und daher ist es für mich auch kein Wunder, dass ich „Old Man Hawkeye“ gelesen habe. Dass ich nicht der Einzige bin, dem die Comics gefallen, dürfte auf der Hand liegen. Gerade die Neuadaption im aktuellen Marvel-Kosmos spricht dafür, für die ich im Übrigen ebenfalls voller Lobes bin. Kommen wir aber zu „Old Man Hawkeye“.

Der vorliegende Band passt sich atmosphärisch, inhaltlich und optisch der rauen Einöde an. In dieser gilt nämlich der Überlebenskampf, denn der Tod wartet quasi jeden Tag auf die Bewohner. Von daher ist es auch kein Wunder, dass die Gewalt im Fokus steht und optisch recht rabiat gezeigt wird. Abgetrennte Köpfe und Körper die mit Pfeilen durchbohrt sind. Jeder Action-Horror-Fan kommt auf seine Kosten. Die Handlung bietet inhaltlich genauso viel Brutalität. Die Hoffnungslosigkeit kann der Leser förmlich spüren und sich somit perfekt in das Geschehen hineinversetzen.

Die große Zerrissenheit der Hauptfigur wird durch einige Rückblenden und der Geschichte deutlich. Dadurch gewinnt der Comic einen echten Typen mit Ecken und Kanten. Er wurde halt vom Leben gezeichnet. Sein Vater/Tochter Konflikt ist dabei nur ein Beispiel. Zum Ende offenbart er sogar, dass ihm seine Rache wichtiger ist, als einen sicheren Zufluchtsort für Schutzlose.

Die Zeichnungen haben mir gefallen. Sie präsentieren sich recht dynamisch und bilden die Ereignisse gut ab. Hawkeye hat mir besonders gut gefallen. Lange graue Haare und ein nicht gepflegter Bart stehen sinnbildlich für einen ehemaligen Helden, der viel erlebt haben muss. Die angesprochene Atmosphäre wird zudem bestens dargestellt. Wüste, Zerstörung und Blut, all diese Sachen sind oft zu sehen. Ein Interview mit dem Zeichner Marco Checchetto rundet das Comic gut ab. Fazit „Old Man Hawkeye #1“ ist der erste von zwei Bänden, die das „Old Man Logan“ Universum erweitern. Ich war begeistert und ich denke alle Fans werden es ebenso sein.
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