Filme - Thriller
Once upon a Time... In Hollywood
Once upon a Time... In HollywoodFilme - Thriller | mit: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Al Pacino, Kurt RusselBewertung:★★★★★ "Once upon a Time...In Hollywood" spielt im Los Angeles von 1969, zu einer Zeit als alles im Umbruch ist. Der neunte Film von Kult-Regisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino wartet mit einer großen Ensemble-Besetzung und zahlreichen Erzählsträngen auf und huldigt den letzten Momenten von Hollywoods goldenem Zeitalter. Handlung Rick Dalton, der in den 1950er Jahren mit der Western-Serie "Bounty Law" zum Fernsehstar wurde, wird heute nur noch als Schurke besetzt. Mit seinem besten Freund und Stunt-Double Cliff Booth, ein Kriegsveteran der durch den angeblichen Mord an seiner Frau keine Jobs mehr bekommt, durchlebt Rick eine schwere Zeit in Hollywood der 1960er Jahre. Zur selben Zeit ziehen die Schauspielerin Sharon Tate und ihr Mann Regisseur Roman Polanski in Ricks Nachbarhaus in den Hollywood-Hills. Als dann noch eine Hippie-Familie, die Manson-Familie, auf den Plan tritt nehmen, die Dinge ihren Lauf- aber nicht so wie man vermutet. Trailer BewertungLeonardo DiCaprio verkörpert die Rolle des leicht abgehalfterten Hollywood-Stars Rick Dalton. Brad Pitt ist als sein ewig-loyaler Stuntman und "Mädchen für Alles" Cliff Booth zu sehen. Im Vorfeld war über das Projekt lediglich bekannt, dass es um einen Schauspieler und seinen Stuntman gehen soll. Am Rande sollten auch teilweise die Manson-Morde eine Rolle spielen. Tarantino und der Verleih ließen Fans und Kritiker bis zur Premiere in Cannes im Ungewissen, um was für eine Art Film es sich handelt, die damit erreichte Unvoreingenommenheit des Publikums tat dem ganzen gut.
Quentin Tarantino spielt dem Zuschauer dauerhaft etwas vor, dass begann schon in der Promophase. Hier ließ der Trailer keinen Zweifel zu, dass es sich nicht um einen klassischen Tarantino handelt. Im Film selbst gibt er uns immer wieder Hinweise, in welche Richtung er jetzt gehen könnte. Er macht Andeutungen - wie zum Beispiel Charles Manson auf das Polanski-Anwesen geht um es auszuspionieren - und setzt immer wieder falsche Heringe. Das erzeugt bei dem Zuschauer ein dauerhaftes Gefühl der Verwirrtheit - aber eins was sich gut anfühlt. Dafür gibt es noch mehr Beispiele wie er uns aufs Glatteis führt. Als Cliff Booth auf der Spahn-Movie-Ranch, dem Hauptquatier der Manson-Familie, einen alten Freund besuchen möchte, vermutet er, dass ihm etwas zugestoßen ist. Durch die Kameraeinstellungen, die Musik und die Gewissheit, - wenn man sich ein bisschen über die realen Ereignisse informiert hat - dass die Manson-Familie tatsächlich einen Stuntman auf der Ranch umgebracht hat, baut sich eine schier unerträgliche Spannung auf. Man wartet förmlich darauf dass etwas passiert. Egal ob Booth gleich genau zu diesem getöteten Stuntman wird oder einfach nur die Leiche seines Freundes findet - man spürt das sich da etwas anbahnt. Die Auflösung der Situation ist an Harmlosigkeit kaum zu übertreffen: Cliff findet seinen Freund und geht nach einem kurzen Gespräch, beide bleiben unversehrt, aber kaum 30 Sekunden später nimmt uns Tarantino wieder aufs Korn. Cliffs Reifen wurden zerstochen und er beginnt einen Streit mit einem Mitglied der Manson-Familie. Als Zuschauer denkst du: "So jetzt hat Cliffs letzte Minute geschlagen." Aber Nein! Nach ein paar Schlägen auf die Nase wechselt der zugedröhnte Mann die Reifen und Cliff verlässt die Ranch, natürlich ohne einen Kratzer. Tarantino bricht jedes filmische Muster das wir kennen, so spielt Quentin mit unseren Erwartungen - weil er keinerlei Erwartungen erfüllen möchte. Er erzählt uns seine eigene persönliche Geschichte, zwischen Realität und Fiktion und das ist erfrischend und zum Teil auch lustig.
Der wahre Star des Films ist DiCaprio, er spielt einen Schauspieler der seine Rolle spielt - quasi einen Film im Film. Im Laufe des Films spielt Leo mehrere Rollen und in diesen Momenten brilliert DiCaprio wie kein zweiter. Man sieht hier nicht Leo der einen Bösewicht spielt, nein man sieht Rick Dalton, der verschiedenste Rollen spielt. Durch diese Doppelrollen gibt der Film dem Zuschauer immer wieder die Möglichkeit für ein paar Minuten in einen völligen anderen Film/Filme abzutauchen. Er öffnet somit Ebenen wie kein anderer Film 2019.
Durch die Ankündigung das auch der Tate-Mord thematisiert wird, bekommt man auch Margot Robbie als Sharon Tate zu sehen und erwartet den Mord als großes Finale. Robbie zieht einen in jeder Sekunde vor der Kamera in ihren Bann, auch wenn ihre Screentime limitiert ist und sie wenig Text hat, so funktioniert alles bei ihr über Mimik und Emotionen. Ihre Auftritte mögen langweilig und sinnlos wirken, doch bei genauerem hinsehen erkennt man die eigentliche Liebeserklärung von Tarantino an die wahre Sharon Tate. Er baut ihr ein Denkmal für die Ewigkeit. Ein weiteres Denkmal setzt er Bruce Lee, im Film gespielt von Mike Moh. So kommt es an einem Set zu einer Kampfszene zwischen Cliff und Lee, beide prügeln sich, Cliff gewinnt - Szene vorbei. Präsentiert wird uns eine völlig sinnlose Szene - und warum?!?! Na einfach weil Tarantino es so gut kann und es seine Version von Hollywood der 1960er Jahre ist. Genau das macht solche Szenen wie diese so grandios und erfrischend. Keiner schafft es besser eine Hommage so trivial und doch liebevoll wirken zu lassen. Doch als der Moment kommt als vier der Manson-Familie bereit in ihrem Wagen sitzen und ein paar "Piggies" schlachten wollen freut man sich als Tarantino-Fan auf das bevorstehende Massaker. Für die erste Irritation sorgt die Szene, als Rick Dalton die Mitglieder, kurz vor dem geplanten Mord an Tate, für einfache Hippies hält und sie verscheucht. Sie gehorchen ihm, was verblüfft und verschwinden erstmal. Die mordlustige Bande parkt am Fuße der Hollywood-Hills und so folgt Irritation Nummer zwei. Eine der vier Hippies gibt vor ihr Messer im Auto vergessen zu haben, sie geht zurück zum Auto und flüchtet. Diese Flucht kommt so unerwartet, dass man lachen muss, war doch bekannt das bei dem Mord an Tate alle überzeugt und indoktriniert waren. Da kommt die plötzliche Angst und das Verschwinden der Mörderin sehr erfrischend. Doch die größte Irritation kommt mit der Tat selbst, hier geraten die restlichen Mörder nicht in die Polanski-Villa, sondern in die von Rick Dalton. Dort kommt es zu einem aberwitzigen Kampf zwischen einem auf LSD befindlichen Cliff Booth und seiner Hündin Brandy gegen die drei verbleibenden Killer. Der Kampf endet damit das Rick, der nichts von dem Kampf mitbekommen hat, die einzige überlebende Angreiferin mit seinem Flammenwerfer (aus dem Film "Die 14 Fäuste des McClasky") grillt. Tarantino schafft es innerhalb von Minuten aus brutalen Mördern ein paar Trottel zu machen, die bei lebendigem Leib gegrillt werden. Hier wird einem Mal erst bewusst: "Warum wollte ich eigentlich die ganze Zeit den wahren Tate-Mord sehen, wenn das hier viel mehr Spaß macht?" Er schafft es also in seiner Version Sharon Tate überleben zu lassen und baut ihr somit eine Parallelwelt, in der die junge aufstrebende Schauspielerin mit ihrer Lebensfreude und ihrem ungeborenem Kind weiterleben darf. Schaut man den Film zum zweiten Mal, so wirken ihre Szenen nicht mehr so banal und sinnlos. Fazit Dieses Märchen ist für wahre Kinofans gemacht, die keine andauernd voranschreitende Story brauchen, sondern dem entschleunigten Rhythmus folgen wollen. Es ist Tarantinos persönlichster Film über seine Jugend mit und in dem Hollywood der 1960er Jahre, mit seinen Kinoerfahrungen, seinen Idolen und seinen Schattenseiten a la Charles Manson und der Mord an Sharon Tate. Es ist ein wahrer Genuss dem detailverliebten Drehbuch, den schauspielerischen Leistungen, dem wunderschönen Soundtrack und dem Tarantino-typischen Ende mit viel Gewalt zu folgen. "Once upon a Time... In Hollywood" konnte 2 Golden Globes gewinnen und steht bei den Oscars auch unter den Nominierten.
Die Blu-Ray bietet eine Menge an Zusatzmaterial und reichlich Extras, wer aber 80€ in die Hand nehmen möchte kann sich auch die Amazon-Exklusive 4K Collectors-Edition kaufen.
Für mich als großer Tarantino-Fan und Fan dieses Meisterwerks ist das Warten noch lang, denn erst Ende 2020 soll auf Netflix der 4 1/2 Stunden Cut als Mini-Serie veröffentlicht werden.
Für mich einer der Besten Filme des Kult-Regisseurs und eine echte Empfehlung für Leute die die goldenen Zeiten Hollywoods nochmal aus einer anderen Perspektive sehen möchten.
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Quentin Tarantino spielt dem Zuschauer dauerhaft etwas vor, dass begann schon in der Promophase. Hier ließ der Trailer keinen Zweifel zu, dass es sich nicht um einen klassischen Tarantino handelt. Im Film selbst gibt er uns immer wieder Hinweise, in welche Richtung er jetzt gehen könnte. Er macht Andeutungen - wie zum Beispiel Charles Manson auf das Polanski-Anwesen geht um es auszuspionieren - und setzt immer wieder falsche Heringe. Das erzeugt bei dem Zuschauer ein dauerhaftes Gefühl der Verwirrtheit - aber eins was sich gut anfühlt. Dafür gibt es noch mehr Beispiele wie er uns aufs Glatteis führt. Als Cliff Booth auf der Spahn-Movie-Ranch, dem Hauptquatier der Manson-Familie, einen alten Freund besuchen möchte, vermutet er, dass ihm etwas zugestoßen ist. Durch die Kameraeinstellungen, die Musik und die Gewissheit, - wenn man sich ein bisschen über die realen Ereignisse informiert hat - dass die Manson-Familie tatsächlich einen Stuntman auf der Ranch umgebracht hat, baut sich eine schier unerträgliche Spannung auf. Man wartet förmlich darauf dass etwas passiert. Egal ob Booth gleich genau zu diesem getöteten Stuntman wird oder einfach nur die Leiche seines Freundes findet - man spürt das sich da etwas anbahnt. Die Auflösung der Situation ist an Harmlosigkeit kaum zu übertreffen: Cliff findet seinen Freund und geht nach einem kurzen Gespräch, beide bleiben unversehrt, aber kaum 30 Sekunden später nimmt uns Tarantino wieder aufs Korn. Cliffs Reifen wurden zerstochen und er beginnt einen Streit mit einem Mitglied der Manson-Familie. Als Zuschauer denkst du: "So jetzt hat Cliffs letzte Minute geschlagen." Aber Nein! Nach ein paar Schlägen auf die Nase wechselt der zugedröhnte Mann die Reifen und Cliff verlässt die Ranch, natürlich ohne einen Kratzer. Tarantino bricht jedes filmische Muster das wir kennen, so spielt Quentin mit unseren Erwartungen - weil er keinerlei Erwartungen erfüllen möchte. Er erzählt uns seine eigene persönliche Geschichte, zwischen Realität und Fiktion und das ist erfrischend und zum Teil auch lustig.
Der wahre Star des Films ist DiCaprio, er spielt einen Schauspieler der seine Rolle spielt - quasi einen Film im Film. Im Laufe des Films spielt Leo mehrere Rollen und in diesen Momenten brilliert DiCaprio wie kein zweiter. Man sieht hier nicht Leo der einen Bösewicht spielt, nein man sieht Rick Dalton, der verschiedenste Rollen spielt. Durch diese Doppelrollen gibt der Film dem Zuschauer immer wieder die Möglichkeit für ein paar Minuten in einen völligen anderen Film/Filme abzutauchen. Er öffnet somit Ebenen wie kein anderer Film 2019.
Durch die Ankündigung das auch der Tate-Mord thematisiert wird, bekommt man auch Margot Robbie als Sharon Tate zu sehen und erwartet den Mord als großes Finale. Robbie zieht einen in jeder Sekunde vor der Kamera in ihren Bann, auch wenn ihre Screentime limitiert ist und sie wenig Text hat, so funktioniert alles bei ihr über Mimik und Emotionen. Ihre Auftritte mögen langweilig und sinnlos wirken, doch bei genauerem hinsehen erkennt man die eigentliche Liebeserklärung von Tarantino an die wahre Sharon Tate. Er baut ihr ein Denkmal für die Ewigkeit. Ein weiteres Denkmal setzt er Bruce Lee, im Film gespielt von Mike Moh. So kommt es an einem Set zu einer Kampfszene zwischen Cliff und Lee, beide prügeln sich, Cliff gewinnt - Szene vorbei. Präsentiert wird uns eine völlig sinnlose Szene - und warum?!?! Na einfach weil Tarantino es so gut kann und es seine Version von Hollywood der 1960er Jahre ist. Genau das macht solche Szenen wie diese so grandios und erfrischend. Keiner schafft es besser eine Hommage so trivial und doch liebevoll wirken zu lassen. Doch als der Moment kommt als vier der Manson-Familie bereit in ihrem Wagen sitzen und ein paar "Piggies" schlachten wollen freut man sich als Tarantino-Fan auf das bevorstehende Massaker. Für die erste Irritation sorgt die Szene, als Rick Dalton die Mitglieder, kurz vor dem geplanten Mord an Tate, für einfache Hippies hält und sie verscheucht. Sie gehorchen ihm, was verblüfft und verschwinden erstmal. Die mordlustige Bande parkt am Fuße der Hollywood-Hills und so folgt Irritation Nummer zwei. Eine der vier Hippies gibt vor ihr Messer im Auto vergessen zu haben, sie geht zurück zum Auto und flüchtet. Diese Flucht kommt so unerwartet, dass man lachen muss, war doch bekannt das bei dem Mord an Tate alle überzeugt und indoktriniert waren. Da kommt die plötzliche Angst und das Verschwinden der Mörderin sehr erfrischend. Doch die größte Irritation kommt mit der Tat selbst, hier geraten die restlichen Mörder nicht in die Polanski-Villa, sondern in die von Rick Dalton. Dort kommt es zu einem aberwitzigen Kampf zwischen einem auf LSD befindlichen Cliff Booth und seiner Hündin Brandy gegen die drei verbleibenden Killer. Der Kampf endet damit das Rick, der nichts von dem Kampf mitbekommen hat, die einzige überlebende Angreiferin mit seinem Flammenwerfer (aus dem Film "Die 14 Fäuste des McClasky") grillt. Tarantino schafft es innerhalb von Minuten aus brutalen Mördern ein paar Trottel zu machen, die bei lebendigem Leib gegrillt werden. Hier wird einem Mal erst bewusst: "Warum wollte ich eigentlich die ganze Zeit den wahren Tate-Mord sehen, wenn das hier viel mehr Spaß macht?" Er schafft es also in seiner Version Sharon Tate überleben zu lassen und baut ihr somit eine Parallelwelt, in der die junge aufstrebende Schauspielerin mit ihrer Lebensfreude und ihrem ungeborenem Kind weiterleben darf. Schaut man den Film zum zweiten Mal, so wirken ihre Szenen nicht mehr so banal und sinnlos. Fazit Dieses Märchen ist für wahre Kinofans gemacht, die keine andauernd voranschreitende Story brauchen, sondern dem entschleunigten Rhythmus folgen wollen. Es ist Tarantinos persönlichster Film über seine Jugend mit und in dem Hollywood der 1960er Jahre, mit seinen Kinoerfahrungen, seinen Idolen und seinen Schattenseiten a la Charles Manson und der Mord an Sharon Tate. Es ist ein wahrer Genuss dem detailverliebten Drehbuch, den schauspielerischen Leistungen, dem wunderschönen Soundtrack und dem Tarantino-typischen Ende mit viel Gewalt zu folgen. "Once upon a Time... In Hollywood" konnte 2 Golden Globes gewinnen und steht bei den Oscars auch unter den Nominierten.
Die Blu-Ray bietet eine Menge an Zusatzmaterial und reichlich Extras, wer aber 80€ in die Hand nehmen möchte kann sich auch die Amazon-Exklusive 4K Collectors-Edition kaufen.
Für mich als großer Tarantino-Fan und Fan dieses Meisterwerks ist das Warten noch lang, denn erst Ende 2020 soll auf Netflix der 4 1/2 Stunden Cut als Mini-Serie veröffentlicht werden.
Für mich einer der Besten Filme des Kult-Regisseurs und eine echte Empfehlung für Leute die die goldenen Zeiten Hollywoods nochmal aus einer anderen Perspektive sehen möchten.