Comic - Drama
Penelopes zwei Leben
Penelopes zwei LebenComic - Drama | mit: Judith Vanistendael Bewertung:★★★★★ Die Autorin und Zeichnerin Judith Vanistendael studierte in Berlin, Gent, Brüssel und Sevilla. Sie ist also schon „ordentlich“ rumgekommen, was man an der Vielfalt ihrer Werke auch sieht. „Kafka für Afrikaner – Sofie und der schwarze Mann“ oder „Als David seine Stimme verlor“ sind thematisch anspruchsvolle Comics, die genauso wie „Penelopes zwei Leben“ zum Nachdenken anregen sollen. Vanistendael greift nun die Ambivalenz zwischen unserem Leben und das Leben vor den Türen Europas auf. Die Rede ist von Syrien, indem seit vielen Jahren ein sinnloser Krieg geführt wird, der wohl aber niemals beendet werden wird, da sich die Mächtigen der Welt in ihren Meinungen verschanzt haben und einen Stellvertreterkrieg führen. Handlung Penelope ist Ehefrau, Mutter und Chirurgin. Während ihre Tochter zu Hause in Belgien mit der Pubertät zu kämpfen hat, rettet sie Leben in einem Feldkrankenhaus in Aleppo. In der harten Kriegsrealität verliert sie Patienten, zu Hause warten ein liebevoller Ehemann und eine entzückende Tochter. Es fällt ihr zunehmend schwerer, ihre Berufung mit ihrem Familienleben in Einklang zu bringen, denn sie denkt ständig an die Toten, die sie zurückgelassen hat.BewertungDas Thema ist natürlich stark, es berührt einen. Da ist eine Frau als Ärztin „da drüben“ im Einsatz. Sie versucht die Leben zu retten, die eigentlich nicht mehr zu retten sind. Doch sie selbst hat auch ein anderes Leben. Ein Leben, das ein Kind und einen Mann bereithält. Diese haben sich nach Jahren des Auslandseinsatzes schon an die Situation gewöhnt. Sie lieben ihre Mutter/Frau aber ihr Leben geht weiter. Sie planen nicht mit ihr. Sie schließen sie nicht aus, lassen ihr den Freiraum, doch die emotionale Trennung ist spürbar. Eine Mauer zwischen den Personen legt sich wie ein Schleier über die Familie.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeit wegen den traumatischen Ereignissen zu einer Sucht geworden ist. Penelope kann nicht loslassen, sie hat die Toten ständig vor Augen und wiegt auf. Das Leben dort gegen das in ihrer Heimat. Sie kann den Schalter nicht umlegen und verliert sich in ihrem Kampf gegen den Tod. Dabei werden auch altmodische Rollenbilder vertauscht. Diesmal ist es die Frau, die weg ist und der Mann kümmert sich um die Familie. Ein moderner Ansatz. Darüber hinaus hat mir aber der Knall gefehlt. Es war einfach zu wenig Drama. Der Konflikt mit der Tochter, hätte ausführlicher sein können. Andere Streitgespräche haben eher angedeutet, skizziert, haben einfach nur angerissen. Als die Probleme auf dem Tisch waren, war es auch schon wieder zu Ende. Der Epilog über die Situation in den Flüchtlingslagern war dramatisch, jeder der sich für die Situation interessiert, kennt es. Doch fand ich den Abschnitt deplatziert. Sicherlich, thematisch passt es rein, doch mir ging es eher um die Auseinandersetzung mit dem Leben dort und hier. Dazu war „Penelopes zwei Leben“ einfach zu quickyhaft.
Optisch hingegen kann der Comic sehr überzeugen. Die malerischen Zeichnungen, die verspielt sowie dynamisch daherkommen, können sich sehen lassen.
Fazit „Penelopes zwei Leben“ ist thematisch ansprechend, doch fehlt das Feuer für die große Diskussion, sodass Probleme nur angeschnitten werden.
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Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeit wegen den traumatischen Ereignissen zu einer Sucht geworden ist. Penelope kann nicht loslassen, sie hat die Toten ständig vor Augen und wiegt auf. Das Leben dort gegen das in ihrer Heimat. Sie kann den Schalter nicht umlegen und verliert sich in ihrem Kampf gegen den Tod. Dabei werden auch altmodische Rollenbilder vertauscht. Diesmal ist es die Frau, die weg ist und der Mann kümmert sich um die Familie. Ein moderner Ansatz. Darüber hinaus hat mir aber der Knall gefehlt. Es war einfach zu wenig Drama. Der Konflikt mit der Tochter, hätte ausführlicher sein können. Andere Streitgespräche haben eher angedeutet, skizziert, haben einfach nur angerissen. Als die Probleme auf dem Tisch waren, war es auch schon wieder zu Ende. Der Epilog über die Situation in den Flüchtlingslagern war dramatisch, jeder der sich für die Situation interessiert, kennt es. Doch fand ich den Abschnitt deplatziert. Sicherlich, thematisch passt es rein, doch mir ging es eher um die Auseinandersetzung mit dem Leben dort und hier. Dazu war „Penelopes zwei Leben“ einfach zu quickyhaft.
Optisch hingegen kann der Comic sehr überzeugen. Die malerischen Zeichnungen, die verspielt sowie dynamisch daherkommen, können sich sehen lassen.
Fazit „Penelopes zwei Leben“ ist thematisch ansprechend, doch fehlt das Feuer für die große Diskussion, sodass Probleme nur angeschnitten werden.