Filme - Horror

Perfect Skin

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Perfect Skin
Perfect SkinFilme - Horror | mit: Richard Brake, Natalia Kostrzewa, Jo WoodcockBewertung:★★★★★ Auch wenn „Perfect Skin“ sicherlich nicht frei von kleineren (und größeren) Schönheitsfehlern ist, sorgen Richard Brake und Natalia Kostrzewa dafür, dass der Film sich dann doch klar über den Horror-Durchschnitt erhebt. Die düstere Charakter-Zeichnung und die recht originelle Prämisse machen das Regie-Debüt von Kevin Chicken zu einem wirklich sehenswerten Vertreter seiner Zunft. Handlung Die junge polnische Einwanderin Katia versucht in London Fuß zu fassen. Zusammen mit ihrer Mitbewohnerin besucht sie den Tattoo-Künstler Bob, der sich von Katias reiner Haut fasziniert zeigt. Doch Bob leidet an den frühen Symptomen einer Krankheit, die seine Kunst gefährdet, was ihn dazu motiviert drastische Schritte einzuleiten, um der Welt ein letztes Kunstwerk zu hinterlassen… Trailer BewertungRichard Brake ist einer dieser Schauspieler, denen man gefühlt in jedem zweiten Film begegnet und sich dennoch leider nur selten an ihre Namen erinnert. Dabei hat der Waliser mit den markanten Gesichtszügen eine wirklich beachtliche Filmografie vorzuweisen. Mit Auftritten in „Batman Begins“, „Spy: Susan Cooper Undercover“, „Hannibal Rising“ und sogar „Game of Thrones“ ist es sehr unwahrscheinlich, dass man in den letzten zehn Jahren nichts von ihm gesehen hat. Allerdings spielt er nur selten eine Hauptrolle, da sich viele RegisseurInnen dafür entscheiden, ihn in der Rolle eines denkwürdigen Nebencharakters zu besetzen.

Regie-Debütant Kevin Chicken hat sich in „Perfect Skin“ jedoch eine deutlich größere Rolle für Brake ausgedacht. Die Rolle des Tätowierers Bob ist ein ganzes Stück komplexer als die zwielichtigen Gestalten, die man für gewöhnlich mit ihm verbindet. Natürlich hat auch Bob eine düstere Seite, aber eben auch gewisse sympathische Züge, die Richard Brake so nur selten spielen darf. Im Zusammenspiel mit Natalia Kostrzewa, die bisher größtenteils in britischen Serien zu sehen war, entwickelt sich über den Lauf des Films ein spannendes Kammerspiel mit drastischen Szenen, aber eben auch interessanten Charaktermomenten, die man in solch einer Direct-to-DVD Horror-Produktion sehr, sehr selten sieht.

Auch eher ungewöhnlich für diese Art von Produktion ist die Kamera-Arbeit von Jim Marks, die im starken Kontrast zu den Gewalt-Szenen des rapide eskalierenden letzten Drittels des Films stehen. Anders gesagt, handelt es sich bei „Perfect Skin“ um einen inhaltlich, wie handwerklich überdurchschnittlichen Genrefilm, der auf gleich zwei starke Performances zurückgreifen kann.
Fazit Kevin Chickens Debüt kann sich nicht nur aufgrund eines stark spielenden Richard Brakes wirklich sehen lassen. Mit starken Bildern und wirklich düsteren Ideen sorgt der Film für eine gruselige Atmosphäre, die man so schnell nicht mehr vergisst, auch wenn hier längst nicht alles zu 100% funktionieren will. Jedoch befindet sich „Perfect Skin“ schon ein ganzes Stück über dem Genre-Durchschnitt.
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