Comic - Marvel

Peter Parker: Der spektakuläre Spiderman

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Peter Parker: Der spektakuläre Spiderman
Peter Parker: Der spektakuläre SpidermanComic - Marvel | mit: Autor: Chip Zdarsky u.a., Zeichner: Joe Quinones, Adam Kubert u.a.Bewertung:★★★★★ Panini sorgt in Deutschland mit Peter Parker: Der spektakuläre Spiderman für den Neustart eines der Spidey-Universen. Ein guter Einstieg also sicherlich für Marvel-Comic-Neulinge wie mich. Oder etwas nicht? Handlung Zeitreise! Peter Parker, Leserinnen und Lesern auch bekannt als Spiderman, muss eine Alieninvasion verhindern und das geht nur, in dem er in die Vergangenheit reist. Auf seiner Reise begleiten ihn die Spezialagentin Teresa und der Verleger und Spiderman-Hasser J. Jonah Jameson. In der Vergangenheit suchen sie den jungen Peter Parker auf, um mit ihm gemeinsam denjenigen aufzusuchen, der in der Zukunft für das Auslösen des Alienangriffs verantwortlich sein wird. Doch einiges kommt dazwischen, auch wenn die doppelte Spiderman-Power zunächst die meisten Gegenspieler alt aussehen lässt. Doch bleibt das Eingreifen in die Vergangenheit überhaupt für alle Zeitstränge ohne weitere Konsequenzen? Vermutlich nicht… Trailer Bewertung„Peter Parker – Der spektakuläre Spiderman“ ist fantastisch erzählt und wirklich spannend. Eigentlich bin ich, aufgrund der viel zu vielen Interpretationsmöglichkeiten der Was-Wäre-Wenn-Szenarien, kein besonders großer Fan von Zeitreisegeschichten. Doch hier wird sehr strukturiert und auf wenige Abläufe heruntergebrochen eben genau ein Szenario erzählt. Spannend und mit Aha-Momenten.
Man kann mit den Figuren mitfühlen, wenn sie zum Beispiel neue Erkenntnisse durch ihre Zukunfts-Ichs erhalten. Denn auch diese emotionalen Momente spielen eine zentrale Rolle in der Geschichte. Es ist nicht verwunderlich, dass die Kenntnis der manchmal düsteren Zukunft trotz seiner Heldenfähigkeiten den jungen Peter Parker zweifeln lassen.
Die eher düsteren Momente spiegeln sich auch recht gut in den jeweiligen Zeichnungen wieder. Der erste, eher heitere, rasant-actionreiche Part wird von Joe Quinones noch sehr farbenfroh gehalten und stellt flotte Sprüche und gutgelaunte Action in den Vordergrund. In den US-Ausgaben 304 und 305 hat dann Adam Kubert den Stift in die Hand nehmen dürfen und zeichnet passend zur emotionaler werdenden Stimmung etwas ernster, kantiger und düsterer. Bis hierhin macht die Ausgabe einen gelungenen Eindruck.
Leider betrifft dies nur die ersten zwei Drittel des Comics, in denen die Hauptgeschichte erzählt wird. Danach versammelt der Comic zusammengewürfelte Geschichten aus dem Spidey-Universum, die grob mit der Haupthandlung zu tun haben. Auch in den Zeichenstilen wechseln die teils nur wenige Seiten kurzen Storys mir hier viel zu wild durch. In den letzten Teilen verkommt „Peter Parker: Der spektakuläre Spiderman“ so eher zu einer Art Werbeplattform. Dass hier und da gerade in Crossovern oder Anthologien mal erwähnt wird, wo man gewisse Hintergründe nachlesen kann ist ja bekannt, aber es sollte nicht Überhand nehmen. Und hier wirkt es sogar fast so, als seien die letzten Geschichten nur aufgenommen worden, um Platz für solche Leseempfehlungen zu bieten. Es geht zwar schon um die einzelnen Charaktere der Hauptgeschichte, etwas J. Jonah Jameson, und deren Vergangenheit, aber ein richtiger Spannungsbogen kommt nicht mehr zum Einsatz. Damit wurde eher dafür gesorgt, dass die zuvor spannende Geschichte nun viel zu seicht ihren Abschluss findet.
Insgesamt ist mir damit zum Ende das Lesen schwer gefallen, da mir als Comic-Neuling noch etwas die Übersicht bei solchen Sammelbänden fehlt. Peter Parker: Der Spektakuläre Spiderman ist mit #1 und „Neustart“ betitelt, wodurch ich einen viel grundlegenderen Einstieg in die Spidey-Welt erwartet hätte. Im ersten Teil war dies aber nicht so dramatisch, da die Geschichte einfach spannend und zeichnerisch und dialogisch gut umgesetzt ist. Im zweiten Teil wundere ich mich dann doch sehr über die vielen Querverweise zu anderen Bänden und Geschichten, die mir den tatsächlichen „Neustart“ etwas weniger glaubhaft verkaufen. Fazit Schade, dass die Zusammenstellung der Geschichten für diesen Band zum Ende etwas den roten Faden zu verlieren scheint, denn die ersten zwei Drittel der Story sind wirklich klasse. Gerade Einsteigern würde ich den Comic aber so nicht unbedingt empfehlen, da das Lable „Neustart“ gerade bei einem Band #1 eine viel grundlegendere Story und auch bis zum letzten Panel des Bandes besser zusammenhängende Teilgeschichten voraussetzen sollte.
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