Game - Abenteuer

Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DX

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DX
Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DXGame - Abenteuer | mit: Entwickler: Spike Chunsoft, Publisher: NintendoBewertung:★★★★★ Manchmal kann es auch ganz schnell gehen. Erst Anfang Januar in einer „Pokémon Direct“ von der Pokémon Company und Nintendo angekündigt, erschien der neueste Titel der Pokémon-Mystery-Dungeon-Reihe bereits am 6. März. Ganz neu ist der Teil mit dem Titel „Retterteam DX“ allerdings auch nicht, denn es handelt sich um ein Remake der GBA-Titel Pokémon Mystery Dungeon Team Rot und Team Blau. Handlung Eines Tages wacht der Protagonist, bzw. die Protagonistin des Spiels als Pokémon in einem Wald auf. An das frühere Leben als Mensch und wie es zu der Verwandlung kam, kann man sich kaum erinnern. Doch zum Glück kommt ein weiteres Pokémon zur Hilfe und führt einen in die Welt der „Retterteams“ ein. Gemeinsam bildet man ein solches und hilft anderen Pokémon beim Erledigen kleiner Such- und Hilfsmissionen, die einen in die Dungeons der Umgebung führen. Doch nicht alle Pokémon sind freundlich gesonnen. In den Dungeons greifen wilde Pokémon an und auch andere der Retterteams sind eher auf Krawall gebürstet. Der Anführer des „Team Übel“, Gengar, hat es besonders auf einen abgesehen, bis hin zu einer Unterstellung Gengars, der in ein Pokémon verwandelte Mensch sei für all die Naturkatastrophen in letzter Zeit verantwortlich. Doch dahinter steckt mehr als die Behauptungen des Neiders Gengar andeuten. Trailer BewertungPokémon Mystery Dungeon Retterteam DX ist ein recht simpler Dungeon Crawler. Der Besuch von relativ gleichartigen Dungeons wird von einem RPG-System umrahmt und stetiger Fortschritt wird durch mehr gesammelte Pokémon, unterschiedliche Items und regelmäßige Neuerungen in der Pokémon-Stadt, sowie den erschlossenen Dungeons und Gebieten erzeugt, während das Spielprinzip selbst weitestgehend einheitlich simpel bleibt.

Ein Dungeon besteht aus durch Gänge vernetzten Räumen, in denen sich Items, gegnerische Pokémon, sowie je nach angenommenem Auftrag gegebenenfalls zu rettende Pokémon als Missionsziele befinden. Schrittweise bewegt man sich mit seiner Party durch Ebenen des Dungeons, sammelt Items und sucht nach Treppen in die nächsten Ebenen. Trifft man auf andere Pokémon beginnt automatisch ein Kampf und die „Züge“, die zuvor lediglich für das Fortbewegen verwendet wurden, sind nun auch für Attacken rundenbasiert einsetzbar. Dabei entscheidet die Positionierung der eigenen Pokémon über die Möglichkeiten, welche Attacken in Angriffsreichweite einsetzbar sind. Bewegt werden kann aber immer nur ein ausgewählter Anführer, die anderen Pokémon der Party ziehen automatisch nach. Der Anführer kann aber auch gewechselt werden.

Die Kämpfe darf man sich aber nicht in einer taktischen Komplexität eines X-Com oder Fire Emblem vorstellen. Es geht eher um die Wahl der sinnvollsten Attacke im typischen Pokémon-Prinzip und Ressourcenmanagement. Die Kämpfe selbst laufen meist relativ zügig und beinahe automatisch ab.

Auch das Erkunden der Dungeons ist gelinde gesagt unspektakulär. Verschiedene Regionen, wie der Kleinhain, der Stahlberg oder der Finsterforst bilden optisch lediglich den Hintergrund und haben ansonsten keine Umgebungseffekte oder dergleichen. Jedoch findet man in unterschiedlichen Gebieten unterschiedliche Pokémon und die Zusammenstellung des Retterteams für den entsprechenden Einsatz kann den entscheidenden Vorteil bringen. Ansonsten sind es aber die immer gleichen, wenn auch prozedural generierten Muster von Gängen und Räumen, die lediglich durch ein paar Fallen- und Heilfelder an fast zu vernachlässigender Abwechslung gewinnen.

Der Reiz des Spiels liegt daher weniger in den Kämpfen und dem Erkunden der Dungeons selbst, als vielmehr – wenn man davon denn Fan ist – im eifrigen Sammeln und Managen von Items und Pokémon. Stellenweise erinnert mich das akribische und repetitive Durcharbeiten von immergleichen Dungeons fast an Spiele im Stil von Harvest Moon und Co. Jedoch fehlt es auch im Vergleich zu diesen in den entsprechenden spielerischen Aspekten etwas an Vielfalt. Wie sehr der Fokus auf diesen Aspekten liegt, zeigt beispielsweise das Automatische Laufen, mit dem sich auf Knopfdruck der Dungeon durchlaufen lässt. Das eigentliche „dungeon crawlen“ derart zu vereinfachen zeigt, dass das Entwicklerstudio verstanden hat, dass die Dungeons selbst eben einfach nicht gerade wahnsinnig spannend sind. Und tatsächlich hat das Spiel so in mir eine fast seltsame Faszination ausgelöst und mich ehrlich gesagt länger bei der Stange gehalten, als ich selbst vorher für möglich gehalten hätte.

Und wie ist es eigentlich mit dem Pokémon-Leitspruch „Schnapp sie dir alle!“? Auch dazu hat sich die Mystery-Dungeon-Reihe etwas einfallen lassen. Anstatt die Pokémon als ihr Trainer zu fangen, schließen sich im Laufe des Dungeons manchmal nach einem Kampf die besiegten Pokémon deinem Team an. Wenn man es heile aus dem Dungeon herausschafft, bleiben diese Pokémon dauerhaft für spätere Missionen verfügbar, und sind somit der Sammlung hinzugefügt. Voraussetzung dafür ist das Errichten von Camps, in denen die Pokémon wohnen können. Camps können bei Knuddeluff in der Pokémon-Stadt gegen Geld erschlossen werden. Auch hier geht es also vor dem Erkunden neuer Dungeons, in denen neue Pokémon auftauchen, um die richtige Vorbereitung und das Erschließen der entsprechenden Camp-Gebiete für weitere Pokémon. In Sachen Ressourcenmanagement und RPG-Elementen gibt es also durchaus einiges im Blick zu behalten und wer sich gerne im „Sammelfieber“ verliert, kann mit Mystery Dungeon Retterteam DX bestimmt ähnlich viel Spaß haben, wie mit den Teilen der Hauptreihe. Auch da sind ja Kämpfe und Story nicht primär von Komplexität und Strategie gekennzeichnet.

Da es sich bei Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DX um ein Remake handelt, stellt sich als letztes die Frage: Was ist eigentlich neu?
Zu allererst fällt natürlich der rundum erneuerte Grafikstil ins Auge. Anstelle des Pixelstils des Gameboy Advance tritt ein hübscher Buntstift-Zeichenstil, der meiner Meinung nach gut zum Pokémon-Franchise passt. Hier und da könnten Hintergründe und Konturen allerdings ruhig etwas schärfer und detaillierter sein, um heutigen Standards etwas mehr gerecht zu werden. Ansehnlich ist das Ganze aber schon.

Außerdem gibt es noch einige Entwicklungen der Pokémon-Welt, die seit den Generationen vor Retterteam Blau und Rot stattgefunden haben, die nun in das Remake übernommen wurden. So gibt es hier nun beispielsweise auch Pokémon vom Typ Fee, einige neue Attacken, die erst nach der dritten Generation hinzukamen, und die so genannten Mega-Entwicklungen. Die Pokémon, die im Laufe des Abenteuers auftauchen können, beschränken sich allerdings nach wie vor weitestgehend auf die der ersten drei Generationen, nur ein paar spezielle Pokémon der vierten und sechsten Generation wurden hinzugefügt. Alles in allem sind die Neuerungen zwar überschaubar, jedoch an den wichtigen Stellen angebracht worden, um zu vermeiden, dass das Spiel „aus der Zeit gefallen“ wirkt.
Fazit Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DX ist ein gelungenes Remake der originalen Spiele und ein solider Einstand der Mystery-Dungeon-Reihe auf der Nintendo Switch. Spielerisch könnte die Reihe durchaus noch ein wenig zulegen. Das Kämpfen und Erkunden in den Dungeons ist auf Dauer ziemlich eintönig, aber die Spielelemente, die mit dem Ressourcenmanagement und Sammeln von Pokémon zu tun haben, können für diejenigen, die in Spielen Spaß an „Fleißarbeit“ haben, durchaus motivieren weiterzuspielen. Gleiches gilt für die Atmosphäre des Spiels: Retterteam DX ist hübsch anzusehen, optische unterschiede in den Dungeons haben aber keinerlei Einfluss auf das Spielgeschehen. Für ein Spiel in der heutigen Zeit mag das manchen im Leveldesign berechtigterweise etwas zu wenig sein. Die musikalische Untermalung geht von beschwingt-fröhlichen Rhythmen, die zum Mitpfeifen einladen, bis hin zu etwas nervig-monotonen Songs in einzelnen Dungeons. Retterteam DX macht also sicherlich nicht jedem gleich viel Spaß. Absolute Vollblut-Pokémon-Fans können sicherlich allein wegen dem Sammelfakor – es gibt übrigens sogar die Möglichkeit Shiny-Pokémon zu finden – bedenkenlos zuschlagen und können auch einige Stunden mehr Spaß haben, als die relativ kurze Hauptgeschichte mit etwa zehn bis zwölf Stunden bietet. Für alle anderen gibt es zum Glück noch immer die Möglichkeit sich im eShop der Nintendo Switch eine Demo-Version herunterzuladen und das Spiel anzutesten.
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