Filme - Drama
Porträt einer jungen Frau in Flammen
Porträt einer jungen Frau in FlammenFilme - Drama | mit: Noémie Merlant, Adèle Haenel, Luàna BajramiBewertung:★★★★★ Wer Céline Sciammas wunderschönen Historiefilm lediglich als ein Kostümdrama betrachtet, verpasst dabei die spannende Beschäftigung mit der Art und Weise, wie Frauen im Film betrachtet werden und wie selten wir ihre Perspektive zu sehen bekommen. Ganz nebenbei erzählt Sciamma auch noch eine hochemotionale und mitreißende Romanze und inszeniert beeindruckende Performances von ihren Hauptdarstellerinnen Noémie Merlant und Adèle Haenel. Handlung Im Frankreich des 18. Jahrhundert wird die junge Malerin Marianne damit beauftragt das Porträt von Héloïse zu malen, die bald mit einem italienischen Adeligen vermählt werden soll. Da sich Héloïse aber gegen die Hochzeit und das Porträt wehrt, muss Marianne einen anderen Weg finden, um ihrem Auftrag. Jedoch gerät der Auftrag bald in den Hintergrund, da sich Marianne und Héloïse immer näherkommen… Trailer BewertungDie britische Filmtheoretikerin Laura Mulvey prägte in den 1970ern den Begriff des „male gaze“. Damit beschreibt sie u.a. die Dominanz einer männlichen Perspektive in der Inszenierung und Kameraarbeit (speziell im Bezug auf weibliche Figuren). Diese Idee ist ein essenzieller Grundstein der feministischen Filmtheorie und auch einer der Aspekte, mit denen sich Céline Sciamma in „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ auseinandersetzt.
Doch was anfangs noch wie ein biederer Kostümfilm anmutet, entpuppt sich schon bald als ein sehr moderner Blick auf die Verhältnisse von vor 300 Jahren. Dabei geht Sciamma allerdings nicht so energetisch vor wie beispielsweise Yorgos Lanthimos mit seinem Film „The Favourite“, sondern stellt durch die Geschichte von Héloïse und Marianne Beobachtungen an, die zeigen in welcher Hinsicht bereits Fortschritte erzielt wurden und in welchen Belangen sich die Gesellschaft von damals und heute dann doch noch ähneln.
Doch neben diesen Erkenntnissen verliert der Film niemals die Figuren aus dem Blick. Die Beziehung von Héloïse und Marianne ist das Herz des Filmes und bekommt durch die wirklich beeindruckend intimen Darbietungen von Adèle Haenel (Héloïse) und Noémie Merlant (Marianne) eine wirklich mitreißende Emotionalität eingehaucht. Hier zeigt sich auch die Stärke von Céline Sciammas Herangehensweise, denn ihre Art, diese Beziehung in Bilder zu bannen ist einfühlsam, intim und schafft es, im Gegensatz zu der Arbeit vieler ihrer männlichen Kollegen, die Frau als selbstbestimmte Person und eben nicht wie ein Objekt zu inszenieren – einer der Hauptkritikpunkte am „male gaze“.
Doch neben all diesen großen Themen und filmwissenschaftlichen Diskursen, schafft es „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ eben auch noch ein einfach wunderschöner Liebesfilm zu sein, der es schafft seine emotionale Wahrheit über alle Grenzen von Zeit, Gesellschaft und Geschlecht hinweg zu transportieren. Die Kamerafrau Claire Mathon kleidet den Film dabei in Bilder, die nicht selten so wirken als handele es sich dabei um nachgestellte Gemälde aus dem 18. Jahrhundert.
Fazit „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ ist eine Vielzahl von Dingen: ein wichtiger Beitrag zum filmtheoretischen Diskurs über die verschiedenen „Blicke“ im Film, ein wunderschönes Stück feministische Kinogeschichte, ein Zeit- und Gesellschaftsporträt und zu guter Letzt: eine sinnliche Romanze mit starken Bilder und einem beeindruckenden Hauptdarstellerinnen-Duo.
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Doch was anfangs noch wie ein biederer Kostümfilm anmutet, entpuppt sich schon bald als ein sehr moderner Blick auf die Verhältnisse von vor 300 Jahren. Dabei geht Sciamma allerdings nicht so energetisch vor wie beispielsweise Yorgos Lanthimos mit seinem Film „The Favourite“, sondern stellt durch die Geschichte von Héloïse und Marianne Beobachtungen an, die zeigen in welcher Hinsicht bereits Fortschritte erzielt wurden und in welchen Belangen sich die Gesellschaft von damals und heute dann doch noch ähneln.
Doch neben diesen Erkenntnissen verliert der Film niemals die Figuren aus dem Blick. Die Beziehung von Héloïse und Marianne ist das Herz des Filmes und bekommt durch die wirklich beeindruckend intimen Darbietungen von Adèle Haenel (Héloïse) und Noémie Merlant (Marianne) eine wirklich mitreißende Emotionalität eingehaucht. Hier zeigt sich auch die Stärke von Céline Sciammas Herangehensweise, denn ihre Art, diese Beziehung in Bilder zu bannen ist einfühlsam, intim und schafft es, im Gegensatz zu der Arbeit vieler ihrer männlichen Kollegen, die Frau als selbstbestimmte Person und eben nicht wie ein Objekt zu inszenieren – einer der Hauptkritikpunkte am „male gaze“.
Doch neben all diesen großen Themen und filmwissenschaftlichen Diskursen, schafft es „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ eben auch noch ein einfach wunderschöner Liebesfilm zu sein, der es schafft seine emotionale Wahrheit über alle Grenzen von Zeit, Gesellschaft und Geschlecht hinweg zu transportieren. Die Kamerafrau Claire Mathon kleidet den Film dabei in Bilder, die nicht selten so wirken als handele es sich dabei um nachgestellte Gemälde aus dem 18. Jahrhundert.
Fazit „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ ist eine Vielzahl von Dingen: ein wichtiger Beitrag zum filmtheoretischen Diskurs über die verschiedenen „Blicke“ im Film, ein wunderschönes Stück feministische Kinogeschichte, ein Zeit- und Gesellschaftsporträt und zu guter Letzt: eine sinnliche Romanze mit starken Bilder und einem beeindruckenden Hauptdarstellerinnen-Duo.