Filme - Action

Preacher - Season 3

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Preacher - Season 3
Preacher - Season 3 Filme - Action | mit: Ruth Negga, Dominic Cooper, Joseph GilgunBewertung:★★★★★ Garth Ennis heißt der Superstar, wenn es um „Preacher“ geht. Der Star-Autor hat nämlich das gleichnamige Comic geschrieben, dass in der Szene Kultstatus feiert und sicherlich in der einen oder anderen heimischen Sammlung steht. Nach dem anfänglichen tollen Start flachte der Hype in der zweiten Season ein wenig ab. Sie hat damals von mir vier Sterne erhalten und war unterhaltsam, aber Gerüchte um eine frühzeitige Absetzung hielten sich standhaft. Diese halten sich im übrigen auch nach dem Ende der dritten Staffel, die Fans jedoch insgesamt wieder loben werden. Handlung Tulip (Ruth Negga) ist tot. Das kann doch aber gar nicht sein! Denken sich zumindest Jesse Custer (Dominic Cooper) und Cassidy (Joseph Gilgun) und sausen mit dem Leichnam nach Angelville in Louisiana. Genauer gesagt fahren sie zu Gran’ma L’Angelle (Betty Buckley), damit sie Tulip wieder zum Leben erweckt. Der Preis ist allerdings hoch, was allen Beteiligten klar ist. Stan beauftragt derweil den "Heiligen Killer“ die beiden Flüchtlinge, die auf die Namen Eugene und Hitler hören, wieder einzufangen. Jasse hingegen badet den Preis für die Auferstehung seiner Jugendfreundin aus und kann sich aktuell nicht um Genesis kümmern. Trailer BewertungNeue Elemente sorgen für neue Wendungen und für Abwechslung, sodass etwas nicht langweilig wird. Logisch in der Sache. Manchmal funktionieren sie und dann auch wieder nicht. In „Preacher #3“ tun sie das nur bedingt. Zu Beginn verliert die Handlung sich sogar leicht, die Serie macht dadurch einen ungewöhnlichen Zwischenstopp und driftet ab. Dazu kommen noch einige Nebenhandlungen, die bei der Entschlüsselung Sinn ergeben, sogar gut konzipiert sind, dennoch tragen sie zur anfänglichen Verwirrung bei.

Dennoch büßt „Preacher“ nichts an seinem Humor ein. Nein, es gibt wieder einen satirischen Angriff gekonnt auf unsere Lachmuskeln. Wenn man zumindest darauf eingestellt ist, wenn man derartigen Witz versteht und mag. Es soll strenggläubige Christen geben, die lehnen die Episoden um Jesse Custer und Co nicht nur entschieden ab, sondern sie verteufeln sie buchstäblich. Ja, blasphemisch ist sie nun einmal. Daran kann man nichts ändern, schließlich hat sich Garth Ennis u.a. damit einen Namen gemacht. Aber, wirklich?! Schwamm drüber und mitlachen! Es lohnt sich!

Apropos Teufel. Wir haben ja schon Gott kennengelernt und nun ist der Teufel an der Reihe. Der ist ein wenig böse, weil sich Eugene und Hitler aus dem Staub gemacht haben. Die Erscheinung, ich bin ehrlich, hat mir nicht gefallen. Fast schon ulkig und einfallslos, da dargestellt wie man sich ihn vorstellt, kommt die Figur daher. Etwas schade, aber im Gesamtkontext nur eine Fußnote, nichts von traghafter Bedeutung.

Die Rückblenden in Jesses Jugend sind sehr aufschlussreich. Der Zuschauer erfährt so einiges über den Prediger, was ich nie für möglich gehalten habe, aber wiederum das Bild erklären, warum er zum Glauben gefunden hat und diesen so einprägsam verteidigt. Auch hier ergeben sich wieder krasse und deftige Einstellungen, Szenen die im Gedächtnis bleiben. Ich behaupte sogar, dass sie alles bisherig Gezeigte in den Schatten stellen und eindeutig in punkto Brutalität die Spitzenreiterposition an sich gerissen haben. Die Suche nach Genesis vernachlässigt der Plot zudem ebenfalls. Diese Tatsache ist auf der einen Seite gut und auf der anderen wieder nicht. Insgesamt braucht die dritte Season ein wenig, damit man sie vollends genießen kann. Und auch nur Anhänger werden etwas mit ihr anfangen können. „Preacher“ ist nichts für den Ottonormalverbraucher. Für diesen ist es sicherlich schwierig überhaupt die erste Staffel zu überstehen.

Nachdem der Schwung wieder da ist, erreicht der dritte Auftritt von Tulip, Cassidy und Jesse Custer wieder gutes Unterhaltungsniveau, sodass wieder eine vier Sternebewertung in der Gesamtbewertung herausspringt. Die Auflösung ist gelungen und der obligatorische Cliffhanger entfacht gleichermaßen den Wunsch nach einer vierten Runde. Wir hoffen daher inständig, dass die Produzenten dem ganzen Projekt die Pistole auf die Brust setzen und abdrücken…
Fazit „Preacher #3“ beginnt etwas zerfahren, benötigt seinen Anlauf. Doch dann entfaltet sich wieder einmal eine gelungene Comic-Adaption, die allerdings nur bei Fans der Serie und Genre-Anhängern Anklang finden wird.
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