Comic - Science Fiction
PRECIOUS METAL
Das mit dem Eisner Award ausgezeichnete Kreativteam DARCY VAN POELGEEST und IAN BERTRAM kehrt mit "Precious Metal" zurück in das dystopische Reich, das sie bereits mit "Little Bird" so eindringlich gezeichnet haben. Knapp sechs Jahre nach der Erstveröffentlichung ihres gefeierten Werks, das die Messlatte für düstere, zukunftsweisende Erzählungen im Comic-Format ordentlich hochlegte, legen sie nun einen Prequel vor, der uns 35 Jahre vor die Ereignisse von "Little Bird" katapultiert. Am 16. März 2026 dürfen wir uns auf diesen Titanen freuen, der mit seinen 320 Seiten im opulenten Format von 24x32 cm ein echtes Leseerlebnis verspricht. Man fragt sich unweigerlich, ob die Magie, die bereits im ersten Teil so unerschütterlich wirkte, hier erneut entfesselt wird. Die Ankündigung allein weckt eine tief sitzende Erwartungshaltung bei all jenen, die sich von den komplexen Welten, dem kompromisslosen Zeichenstil und den vielschichtigen Charakteren des Duos Van Poelgeest und Bertram in den Bann ziehen lassen.
HANDLUNG
35 Jahre vor den Ereignissen von LITTLE BIRD: Max Weaver ist ein Mod-Tracker, er jagt modifizierte Individuen, und ziemlich desillusioniert von seiner Arbeit und der Welt im Allgemeinen. Alles ändert sich, als die Suche nach einem modifizierten Kind eine grausame und unerwartete Wendung nimmt. Plötzlich hat er einen unberechenbaren Mod an seiner Seite, der der Schlüssel zu seinen fehlenden Erinnerungen sein könnte. Doch nicht nur Max hat Interesse an dem einzigartigen Kind, auch ein gefährlicher Kult ist ihm auf der Spur …
KRITIK
Als ich "Precious Metal" zum ersten Mal in den Händen hielt, war es weniger die Aufmachung, die mich überwältigte, als vielmehr die schiere Gravitas, die von diesem Buch ausging. Der erste Gedanke, der mir beim Durchblättern der Seiten kam, galt dem biblischen Ursprung von Schöpfungsmythen und dem allgegenwärtigen Einfluss von Religion auf menschliche Gesellschaften, auch auf die verdrehtesten Dystopien. Die Art, wie die Story von Max Weaver, einem Mod-Tracker, der desillusioniert durch eine Welt jagt, in der modifizierte Menschen als Freiwild gelten, strukturiert ist, erinnert an biblische Erzählungen von Sünde und Erlösung, von der Suche nach Wahrheit in einer korrupten Welt. Der Autor webt hier eine Geschichte, die tiefgründig, fast schon blasphemisch in ihrer Auseinandersetzung mit Glauben und seiner Pervertierung ist. Man merkt, dass hier nicht einfach nur eine weitere Geschichte erzählt wird, sondern dass eine ganze Welt, eine ganze Mythologie neu erschaffen wird.
Ian Bertrams Bilder sind dabei weit mehr als nur Illustrationen. Sie sind schmutzig, ja, oft regelrecht zerfurcht, aber gerade in dieser rohen Ästhetik liegt ihre unbestreitbare Kraft. Trotz der Dunkelheit, die oft die Panels dominiert, explodiert die Farbgebung in einer Weise, die man nur als ekstatisch bezeichnen kann. Es ist ein wirbelndes Inferno aus Rot-, Blau- und Goldtönen, das trotz seiner Buntheit und bisweilen skurrilen Erscheinung eine gewaltige, fast schon überirdische Energie ausstrahlt. Manche Panels sind schlichtweg ein Feuerwerk der zeichnerischen Schaffenskraft, eine glanzvolle Übertreibung, die ich im positiven Sinne als schlichtweg genial empfinde. Hier wird nicht einfach gezeichnet, hier wird auf eine fast schon sakrale Weise etwas erschaffen.
Doch diese Intensität ist nicht jedermanns Sache. Wer eine leichte Lektüre oder bunte, fröhliche Comic-Kost erwartet, wird hier enttäuscht. "Precious Metal" fordert den Leser, verlangt Aufmerksamkeit und eine Bereitschaft, sich auf eine Welt einzulassen, die gleichermaßen faszinierend wie abstoßend ist. Die Handlung, die um ein modifiziertes Kind und einen gefährlichen Kult kreist, ist spannend, aber auch anstrengend. Es ist ein gigantischer Ritt, eine Schlacht gegen Monster und Widerstände, die sich manchmal wie ein gewaltiger Traum anfühlt – oder eben wie ein Albtraum, je nachdem, wie man die Intensität der Darstellung verarbeitet. Die Jagd nach der Wahrheit, nach den verlorenen Erinnerungen des Protagonisten, wird zu einem existentiellen Kampf, der die Grenzen zwischen Mensch und Mod, zwischen Glaube und Aberglaube, zwischen Schöpfung und Zerstörung verschwimmen lässt. Es ist ein wuchtiges Werk, das einen nicht so schnell wieder loslässt und das einen zwingt, über die eigene Vorstellung von Realität und Glauben nachzudenken.
FAZIT
"Precious Metal" ist mehr als nur die Vorgeschichte zu "Little Bird"; es ist ein eigenständiges, beeindruckendes Werk, das mit seiner kompromisslosen Vision und seinem visuellen Furor neue Maßstäbe setzt. Das Kreativteam hat hier ein Universum erschaffen, das so dicht und so detailverliebt ist, dass man sich darin verlieren kann und will. Es ist ein Prolog, ja, aber einer, der so kraftvoll ist, dass er als eigenständiges Epos bestehen könnte. Für Liebhaber des Genres, die eine Herausforderung suchen und sich von düsteren Welten, komplexen Charakteren und atemberaubenden Bildern fesseln lassen, ist dieser Comic ein absolutes Muss. Es ist eine gewaltige Schlacht, eine Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche, die einen noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite beschäftigen wird.
Copyright: Cross-Cult
ZURÜCK INS ARCHIV
HANDLUNG
35 Jahre vor den Ereignissen von LITTLE BIRD: Max Weaver ist ein Mod-Tracker, er jagt modifizierte Individuen, und ziemlich desillusioniert von seiner Arbeit und der Welt im Allgemeinen. Alles ändert sich, als die Suche nach einem modifizierten Kind eine grausame und unerwartete Wendung nimmt. Plötzlich hat er einen unberechenbaren Mod an seiner Seite, der der Schlüssel zu seinen fehlenden Erinnerungen sein könnte. Doch nicht nur Max hat Interesse an dem einzigartigen Kind, auch ein gefährlicher Kult ist ihm auf der Spur …
KRITIK
Als ich "Precious Metal" zum ersten Mal in den Händen hielt, war es weniger die Aufmachung, die mich überwältigte, als vielmehr die schiere Gravitas, die von diesem Buch ausging. Der erste Gedanke, der mir beim Durchblättern der Seiten kam, galt dem biblischen Ursprung von Schöpfungsmythen und dem allgegenwärtigen Einfluss von Religion auf menschliche Gesellschaften, auch auf die verdrehtesten Dystopien. Die Art, wie die Story von Max Weaver, einem Mod-Tracker, der desillusioniert durch eine Welt jagt, in der modifizierte Menschen als Freiwild gelten, strukturiert ist, erinnert an biblische Erzählungen von Sünde und Erlösung, von der Suche nach Wahrheit in einer korrupten Welt. Der Autor webt hier eine Geschichte, die tiefgründig, fast schon blasphemisch in ihrer Auseinandersetzung mit Glauben und seiner Pervertierung ist. Man merkt, dass hier nicht einfach nur eine weitere Geschichte erzählt wird, sondern dass eine ganze Welt, eine ganze Mythologie neu erschaffen wird.
Ian Bertrams Bilder sind dabei weit mehr als nur Illustrationen. Sie sind schmutzig, ja, oft regelrecht zerfurcht, aber gerade in dieser rohen Ästhetik liegt ihre unbestreitbare Kraft. Trotz der Dunkelheit, die oft die Panels dominiert, explodiert die Farbgebung in einer Weise, die man nur als ekstatisch bezeichnen kann. Es ist ein wirbelndes Inferno aus Rot-, Blau- und Goldtönen, das trotz seiner Buntheit und bisweilen skurrilen Erscheinung eine gewaltige, fast schon überirdische Energie ausstrahlt. Manche Panels sind schlichtweg ein Feuerwerk der zeichnerischen Schaffenskraft, eine glanzvolle Übertreibung, die ich im positiven Sinne als schlichtweg genial empfinde. Hier wird nicht einfach gezeichnet, hier wird auf eine fast schon sakrale Weise etwas erschaffen.
Doch diese Intensität ist nicht jedermanns Sache. Wer eine leichte Lektüre oder bunte, fröhliche Comic-Kost erwartet, wird hier enttäuscht. "Precious Metal" fordert den Leser, verlangt Aufmerksamkeit und eine Bereitschaft, sich auf eine Welt einzulassen, die gleichermaßen faszinierend wie abstoßend ist. Die Handlung, die um ein modifiziertes Kind und einen gefährlichen Kult kreist, ist spannend, aber auch anstrengend. Es ist ein gigantischer Ritt, eine Schlacht gegen Monster und Widerstände, die sich manchmal wie ein gewaltiger Traum anfühlt – oder eben wie ein Albtraum, je nachdem, wie man die Intensität der Darstellung verarbeitet. Die Jagd nach der Wahrheit, nach den verlorenen Erinnerungen des Protagonisten, wird zu einem existentiellen Kampf, der die Grenzen zwischen Mensch und Mod, zwischen Glaube und Aberglaube, zwischen Schöpfung und Zerstörung verschwimmen lässt. Es ist ein wuchtiges Werk, das einen nicht so schnell wieder loslässt und das einen zwingt, über die eigene Vorstellung von Realität und Glauben nachzudenken.
FAZIT
"Precious Metal" ist mehr als nur die Vorgeschichte zu "Little Bird"; es ist ein eigenständiges, beeindruckendes Werk, das mit seiner kompromisslosen Vision und seinem visuellen Furor neue Maßstäbe setzt. Das Kreativteam hat hier ein Universum erschaffen, das so dicht und so detailverliebt ist, dass man sich darin verlieren kann und will. Es ist ein Prolog, ja, aber einer, der so kraftvoll ist, dass er als eigenständiges Epos bestehen könnte. Für Liebhaber des Genres, die eine Herausforderung suchen und sich von düsteren Welten, komplexen Charakteren und atemberaubenden Bildern fesseln lassen, ist dieser Comic ein absolutes Muss. Es ist eine gewaltige Schlacht, eine Reise in die Abgründe der menschlichen Psyche, die einen noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite beschäftigen wird.
Copyright: Cross-Cult