Filme - Science Fiction

Prospect

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Prospect
ProspectFilme - Science Fiction | mit: mit: Sophie Thatcher, Pedro Pascal, Jay DuplassBewertung:★★★★★ Am 26. Juli feiert mit Prospect eine wahre Indie-Überraschung Heimkino-Premiere. Der Film von Zeek Earl und Christopher Caldwell, die sowohl das Drehbuch schrieben, als auch Regie führten, wurde mit knapp 21.000 US-Dollar spenden über Kickstarter finanziert. Nicht gerade viel Budget für einen Sci-Fi-Film. Doch bei seiner Uraufführung auf dem South by Southwest Film Festival gewann er direkt einen Award und wurde später, nach dem Verkauf der Vorführrechte, landesweit in die Kinos gebracht. Handlung Das Mädchen Cee und ihr Vater Damon sind landen in einem alten Raumschiff auf dem „grünen Mond“, um dort wertvolle Steine zu schürfen, die mit einem komplizierten, chemischen Verfahren aus einem pilzartigen Gewebe entnommen werden müssen. Doch schnell geht einiges schief. Ihr Raumschiff ist nicht mehr das neueste und wird bei der Landung stark beschädigt. Außerdem befinden sich andere Sammler in der Gegend, die die mögliche Beute natürlich nicht teilen möchten. Unweigerlich kommt es zu Konfrontation, die letztlich in Damons Tod mündet. Cees einzige Chance den Planeten überhaupt wieder verlassen zu können, ist fortan der Mörder ihres Vaters. Trailer BewertungDie Geschichte in Prospect wird insgesamt sehr langsam und ruhig erzählt. Es gibt viele Dialoge, aber auch ganz stille Passagen, die zum Beispiel die für die Schürfungen notwendige Konzentration darstellen. Damit unterscheidet sich Prospect stark von anderen Genrevertretern, in denen permanentes Laserwaffenfeuer keine Seltenheit ist. Dadurch werden einzelne Momente und Situationen in den Mittelpunkt gerückt und das funktioniert stellenweise auch ganz gut. Etwa bei den ersten Streifzügen durch die bewaldete, aber toxische Landschaft des Mondes, wird eine große Anspannung dargestellt. Als Zuschauerinnen und Zuschauer hören wir nur das schwere Atmen der Personen unter den Helmen ihrer Raumanzüge und können uns so voll und ganz auf die transportierte Stimmung konzentrieren.
Leider wird es damit stellenweise etwas zu weit getrieben, denn diesem Muster folgend, werden auch die meisten emotionalen Momente eher still inszeniert. Ein Bruch mit der Stille anderer Szenen wäre meiner Meinung nach effektvoller. So hat es bei mir in manchen Situationen Verwunderung ausgelöst, dass die Reaktionen auf bestimmte Situationen – bestes Beispiel hierfür ist der Tod des Vater Damon, den Cee augenscheinlich relativ gefasst aufnimmt – relativ emotionslos bleiben. Lediglich ein paar Actionszenen (im Prinzip entweder Schießereien oder Flucht) durchbrechen diese Herangehensweise.
Stilistisch ist Prospect eine absolute Augenweide. Der Look der technischen Geräte stammt eher aus den sechziger Jahren, während hier und da entsprechend futuristische Eigenheiten hinzugefügt wurden. Auch der grüne Mond, komplett voller botanischem Leben und eben doch für Menschen tödlich, ist ein sehr interessantes und außergewöhnliches Setting. Hinzu kommt eine gute, dramatisierende Vertonung mit stellenweise coolem Soundtrack. Songs werden aber immer nur dann abgespielt, wenn auch im Film selbst aus irgendeinem Grund Musik abgespielt wird. Das ist keine neue Idee, wird hier aber konsequent umgesetzt und ist recht passend.
Leider hört es im Worldbuilding bei den stilistisch interessanten Ansätzen auf. In Bezug auf die Welt, in der sich die Charaktere befinden, woher sie jeweils kommen und was es außerhalb des Planeten, auf dem die Handlung stattfindet, sonst noch gibt, werden lediglich Andeutungen gemacht. Es werden gelegentlich Namen von Orten und Gruppen und andere Begriffe eingestreut, um den Eindruck eines größeren Ganzen zu erwecken, ohne dass diese dem Publikum genauer erläutert werden. So bleibt es leider sehr schwer dem Geschehen bis ins Detail zu folgen und wirklich mitzukommen und zu verstehen, was gerade überhaupt passiert, bzw. viel mehr warum es passiert. Dieser Eindruck hat mich leider durch den gesamten Film begleitet.
Fazit Prospect macht meiner Meinung nach einen Spagat zwischen grandiosem Stil und etwas schwacher Story. Die ruhige Erzählweise ist etwas untypisch, passt aber nicht zu allen Szenen im Film gleichermaßen. Letztlich bin ich mit dem Wissen, dass es sich um Indieprojekt mit geringen Budget handelt, beeindruckt, aber dennoch hat mir beim Schauen des Films doch einiges gefehlt – etwas mehr Emotion, etwas mehr sci-fi-typische Action und einiges mehr an Hintergründen zur Dargestellten Welt.
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