Comic - Marvel
Punisher - Krieg gegen Alle
Punisher - Krieg gegen AlleComic - Marvel | mit: Autor: Matthew Rosenberg, Zeichner: Szymon KudranskiBewertung:★★★★★ Der Punisher legt das Heldentum anders aus als andere Marvel-Heldinnen und -helden. Doch hinter seiner Brutalität steckt trotzdem die Geschichte eines Mannes. Das kann spannend sein, wie beispielsweise Marvel Knights zeigte. Daher wollte ich mich mal an einer neu startenden Solo-Serie zum Punisher versuchen. Handlung Der Punisher ist hinter Hydra her, doch aufgrund seiner brutal-mordenden Vorgehensweise ist ihm das gesamte NYPD auf den Fersen. Auch Baron Zemo, Anführer von Hydra, rüstet sich im Kampf gegen Frank Castle und versammelt Verbündete der Unterwelt. Gleichzeitig wollen Luke Cage, Iron Fist und Daredevil ihn stoppen. Doch der Punisher bestraft weiter nahezu unbehelligt diejenigen, die er für schuldig hält. BewertungDer Punisher ist kein Held, er ist allenfalls ein Anti-Held. Zwar kämpft er mal mehr mal weniger für das Gute und seine Gegner sind in der Regel die gleichen wie die von Avengers und Co., aber seine Methoden sind alles andere als heldenhaft. Vom „Nicht-Morden“, um sich moralisch über die Bösewichte zu stellen, hält der Punisher nichts. Und dies wird auch im Comic deutlich, der den brutalen Kampf des Titelhelden schonungslos und unangenehm darstellt. Abgetrennte Körperteile und Blutfontänen gehören zur Grundausstattung der meisten Panels. Das allein mag erst einmal Geschmackssache sein. Viele Leserinnen und Leser schätzen das vermeintlich „erwachsenere“ Auftreten derartiger Gewaltdarstellung sicherlich, wie auch schon Filme wie Deadpool zeigten. Mein Fall ist das nicht unbedingt. Und da ich ohnehin kein Fan von Gore und Splatter bin, bewerte ich ein Problem des Comics besonders kritisch.
Ich kann nur unterstellen, dass man sich bei der Geschichte besonders auf die Brutalität des Helden konzentriert hat und dabei einen wichtigen Punkt fast aus den Augen verloren hat: die Geschichte selbst. Die Gewaltorgie des Punishers in diesem Band ist extrem linear und kommt nahezu ohne Spannungskurve und emotionale Höhen und Tiefen daher. Stattdessen stehen die Kämpfe im Mittelpunkt und alles bleibt von Anfang bis Ende auf einem zwar actionreichen, aber dennoch sehr flachen Spannungslevel. Das macht den Comic insgesamt sehr eintönig. Gewalt allein macht eine Geschichte eben nicht besser als einen „klassischeren“ Marvel-Comic.
Auch der Protagonist bleibt sehr flach und ist fast eher Aufhänger für all das, was um ihn herum geschieht. Häufig geht der Blick auf das Geschehen eher von anderen Personen aus, etwa das NYPD, die von den Morden des Punishers erfahren und versuchen ihn zu finden. Der Punisher selbst kommt fast ohne Dialog aus und wird dadurch zu einer Marionette der dargestellten Gewalt, anstatt wirklich Protagonist zu sein. Von einer Vielschichtigkeit des Charakters Frank Castle, wie er auch dargestellt werden könnte – was beispielsweise Marvel Knight bewies, wo er durch einen Gedächtnisverlust sein eigenes Vorgehen hinterfragt – fehlt hier jede Spur. Dinge wie ein Motiv oder Zusammenhänge und Hintergründe zu seinen Aktionen muss man sich fast vollständig aus anderen Punisher-Geschichten und -darstellungen dazu denken. Für sich stehend bleibt diese Punisher-Geschichte sehr rudimentär.
Auch andere Figuren bleiben blass und haben wenig Charakter. Zwar gibt es unter den Gegenspielern zumindest an einer Stelle eine kleine Überraschung, aber im Großen und Ganzen sind die Personen so unspektakulär und unspezifisch, dass ich an einer Stelle sogar vollkommen verpasst habe, dass der auftretende Bösewicht ein anderer ist, als der den ich erwartet hatte – der war längst tot.
Der Zeichenstil von Szymon Kudranski hingegen gefällt mir wirklich gut. Deutliche Unterschiede in der Schärfe der Konturen zwischen vorder- und hintergründigen sorgen für einen sehr coolen Tiefeneffekt, denn man so eher selten in Comics sieht. Fazit Punisher 1 hat mich leider nicht überzeugt. Der Charakter des Frank Castle könnte viel vielschichtiger sein. In dieser Geschichte bleibt alles inhaltlich ziemlich flach. Die Action und vor allem die Gewalt stehen im Vordergrund und sind alles in allem auch zeichnerisch gut inszeniert, aber die Geschichte sorgt nicht für Spannung, ist linear und austauschbar.
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Ich kann nur unterstellen, dass man sich bei der Geschichte besonders auf die Brutalität des Helden konzentriert hat und dabei einen wichtigen Punkt fast aus den Augen verloren hat: die Geschichte selbst. Die Gewaltorgie des Punishers in diesem Band ist extrem linear und kommt nahezu ohne Spannungskurve und emotionale Höhen und Tiefen daher. Stattdessen stehen die Kämpfe im Mittelpunkt und alles bleibt von Anfang bis Ende auf einem zwar actionreichen, aber dennoch sehr flachen Spannungslevel. Das macht den Comic insgesamt sehr eintönig. Gewalt allein macht eine Geschichte eben nicht besser als einen „klassischeren“ Marvel-Comic.
Auch der Protagonist bleibt sehr flach und ist fast eher Aufhänger für all das, was um ihn herum geschieht. Häufig geht der Blick auf das Geschehen eher von anderen Personen aus, etwa das NYPD, die von den Morden des Punishers erfahren und versuchen ihn zu finden. Der Punisher selbst kommt fast ohne Dialog aus und wird dadurch zu einer Marionette der dargestellten Gewalt, anstatt wirklich Protagonist zu sein. Von einer Vielschichtigkeit des Charakters Frank Castle, wie er auch dargestellt werden könnte – was beispielsweise Marvel Knight bewies, wo er durch einen Gedächtnisverlust sein eigenes Vorgehen hinterfragt – fehlt hier jede Spur. Dinge wie ein Motiv oder Zusammenhänge und Hintergründe zu seinen Aktionen muss man sich fast vollständig aus anderen Punisher-Geschichten und -darstellungen dazu denken. Für sich stehend bleibt diese Punisher-Geschichte sehr rudimentär.
Auch andere Figuren bleiben blass und haben wenig Charakter. Zwar gibt es unter den Gegenspielern zumindest an einer Stelle eine kleine Überraschung, aber im Großen und Ganzen sind die Personen so unspektakulär und unspezifisch, dass ich an einer Stelle sogar vollkommen verpasst habe, dass der auftretende Bösewicht ein anderer ist, als der den ich erwartet hatte – der war längst tot.
Der Zeichenstil von Szymon Kudranski hingegen gefällt mir wirklich gut. Deutliche Unterschiede in der Schärfe der Konturen zwischen vorder- und hintergründigen sorgen für einen sehr coolen Tiefeneffekt, denn man so eher selten in Comics sieht. Fazit Punisher 1 hat mich leider nicht überzeugt. Der Charakter des Frank Castle könnte viel vielschichtiger sein. In dieser Geschichte bleibt alles inhaltlich ziemlich flach. Die Action und vor allem die Gewalt stehen im Vordergrund und sind alles in allem auch zeichnerisch gut inszeniert, aber die Geschichte sorgt nicht für Spannung, ist linear und austauschbar.