Netflix
Quicksand
QuicksandNetflix | mit: Hanna Ardehn, Felix SandmanBewertung:★★★★★ Netflix hat sich die schwedische Eigenproduktion „Quicksand“ unter den Nagel gerissen. Vorlage diente der Thriller von Malin Persson Giolito. Am Ende bleibt eine Serie übrig, die Euch bestimmt noch lange im Gedächtnis bleibt, da sie sich gekonnt mit den aktuellen Medien und der Psyche einer jungen Frau beschäftigt. Handlung In einer Privatschule in einem wohlhabenden Vorort von Stockholm kommt es zu einer Schießerei. Dort finden die Polizeibeamte die 18-jährige Maja Norberg (Hanna Ardehn), die sie kurz darauf sogar festnehmen. Ist sie wirklich schuldig an dem Attentat mitgemacht zu haben? Sie selbst schweigt zu den Vorfällen, kann sich nur sperrlich an den Tag erinnern, zu sehr steht sie unter Schock. Was am besagten Tag wirklich passiert ist, wird sich im Laufe der Ermittlungen herausstellen und inwieweit die Beziehung zu Sebastian (Felix Sandman) schuld an den Morden ist. Trailer BewertungHabt ihr keine Angst vor ernsten Themen und mochtet Serien wie „Tote Mädchen lügen nicht“? Dann seid Ihr mit „Quicksand“ gut bedient, denn in dieser Produktion geht es um ein junges Mädchen, dass als Täterin von der Öffentlichkeit gebrandmarkt wurde. Zudem wird ein verstörendes Bild gezeigt, indem der Absturz von Maja geschildert wird. Vom glücklichen Mädchen hin zu einer gebrochenen Persönlichkeit.
Schon zu Zeiten der RAF gab es Kritik an einer isolierten Einzelhaft. Verletzt solch eine Situation die Menschenwürde? „Quicksand“ beantwortet das mit einem klaren Ja, denn Maja muss vollkommen alleine mit den Geschehnissen leben. Die Staatsanwältin ist überzeugt, dass sie die Mittäterin war und lässt in ihren Ermittlungen keinen Zweifel aufkommen. Alle Finger des Landes, gar der ganzen Welt, zeigen auf eine gebrochene 18-jährige.
In Rückblenden wird die Beziehung zu Sebastian auseinandergenommen. Zunächst sind die beiden frisch verliebten Schüler überglücklich, doch ein zerrüttetes Verhältnis sorgt für erste Risse. Die Abgründe – da spoiler ich sicherlich auch nicht – werden aber immer größer, sodass das Leben nicht mehr rosarot ist, sondern voller schrecklicher Emotionen. Dieses Stilmittel ist gut gewählt, der Zuschauer kann mit den Protagonisten tief in die Materie eintauchen und versteht die Zusammenhänge und die Reaktionen besser.
Die finale Gerichtsverhandlung, die noch einmal einige Schocker bereithält, erinnert doch sehr stark an Amanda Knox. Ein realer Mordfall, dessen gute Dokumentation ebenfalls beim Bezahlsender Netflix ausgestrahlt wird. Genauso wie in der realen Welt ist auch „Quicksand“ aufgebaut. Es werden Zweifel gestreut, ob Maja wirklich das nette Mädchen von nebenan ist. Die Frage, ob sie es ist, werde ich aber nicht beantworten, da müsst Ihr schon die sechs Folgen schauen.
Schafft die Serie es in nur sechs Episoden ein tiefgreifendes Charakterbild zu konstruieren? Ja, auf jeden Fall. Das liegt aber auch sehr stark an der großartigen Schauspielerin Hanna Ardehn, die sich sehr wandlungsfähig zeigt. Sehr beeindruckend. Ich denke es wird nicht lange dauern, bis sie eine Chance in Hollywood bekommen wird. Ihr Kollege Felix Sandman macht ebenfalls einen guten Job, wobei er eindeutig im Schatten von Ardehn steht. Fazit „Quicksand“ prangert zwischen den Zeilen die Sensationsgeilheit der Medien an, die mit Vorverurteilungen nicht gerade zimperlich vorgeht. Jeder Mensch hat in unserem Rechtssystem ein faires Verfahren verdient, ansonsten bricht alles zusammen. Doch damit nicht genug, denn die Serie geht noch weiter, indem sie ein beeindruckendes physisches Bild eines jungen Mädchen skizziert, dass unter dem Schock der Geschehnisse steht und gegen die komplette Welt antreten muss.
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Schon zu Zeiten der RAF gab es Kritik an einer isolierten Einzelhaft. Verletzt solch eine Situation die Menschenwürde? „Quicksand“ beantwortet das mit einem klaren Ja, denn Maja muss vollkommen alleine mit den Geschehnissen leben. Die Staatsanwältin ist überzeugt, dass sie die Mittäterin war und lässt in ihren Ermittlungen keinen Zweifel aufkommen. Alle Finger des Landes, gar der ganzen Welt, zeigen auf eine gebrochene 18-jährige.
In Rückblenden wird die Beziehung zu Sebastian auseinandergenommen. Zunächst sind die beiden frisch verliebten Schüler überglücklich, doch ein zerrüttetes Verhältnis sorgt für erste Risse. Die Abgründe – da spoiler ich sicherlich auch nicht – werden aber immer größer, sodass das Leben nicht mehr rosarot ist, sondern voller schrecklicher Emotionen. Dieses Stilmittel ist gut gewählt, der Zuschauer kann mit den Protagonisten tief in die Materie eintauchen und versteht die Zusammenhänge und die Reaktionen besser.
Die finale Gerichtsverhandlung, die noch einmal einige Schocker bereithält, erinnert doch sehr stark an Amanda Knox. Ein realer Mordfall, dessen gute Dokumentation ebenfalls beim Bezahlsender Netflix ausgestrahlt wird. Genauso wie in der realen Welt ist auch „Quicksand“ aufgebaut. Es werden Zweifel gestreut, ob Maja wirklich das nette Mädchen von nebenan ist. Die Frage, ob sie es ist, werde ich aber nicht beantworten, da müsst Ihr schon die sechs Folgen schauen.
Schafft die Serie es in nur sechs Episoden ein tiefgreifendes Charakterbild zu konstruieren? Ja, auf jeden Fall. Das liegt aber auch sehr stark an der großartigen Schauspielerin Hanna Ardehn, die sich sehr wandlungsfähig zeigt. Sehr beeindruckend. Ich denke es wird nicht lange dauern, bis sie eine Chance in Hollywood bekommen wird. Ihr Kollege Felix Sandman macht ebenfalls einen guten Job, wobei er eindeutig im Schatten von Ardehn steht. Fazit „Quicksand“ prangert zwischen den Zeilen die Sensationsgeilheit der Medien an, die mit Vorverurteilungen nicht gerade zimperlich vorgeht. Jeder Mensch hat in unserem Rechtssystem ein faires Verfahren verdient, ansonsten bricht alles zusammen. Doch damit nicht genug, denn die Serie geht noch weiter, indem sie ein beeindruckendes physisches Bild eines jungen Mädchen skizziert, dass unter dem Schock der Geschehnisse steht und gegen die komplette Welt antreten muss.