Comic - Drama

Rote Blüten

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Rote Blüten
Rote BlütenComic - Drama | mit: Yoshiharu TsugeBewertung:★★★★★ Hierzulande dürfte Yoshiharu Tsuge nicht vielen ein Begriff sein. In Japan und in der Mangaszene leuchten bei den Fans allerdings die Augen, wenn sie den Namen Tsuge hören. Tsuge ist Autor und Zeichner, wurde im Jahr 1937 in Tokio geboren und ist eine Comiclegende. Er ist der Begründer der "Ich-Comics" (Watakushi-Manga). Das Genre berichtet von autobiografischen und fiktionalen Elementen, die eine neue Authentizität hervorgebracht haben. Es ist die Verbindung zwischen Comic und der realen Welt. Handlung Eine Handlung gibt es nicht. "Rote Blüten" ist eine Sammlung von insgesamt 20 Geschichten, die zwischen 1966 und 1973 in der Zeitschrift "Garo" veröffentlicht wurden. In den Storys geht es um komische Charaktere, sprechende Tiere, Außenseiter, Vagabunden oder stumme Familien. BewertungYoshiharu Tsuge kreiert Ungewöhnliches. Er schafft es aber dies so authentisch und eindringlich wie es nur geht auf Papier zu bringen. Der Leser spürt die Last, die seine Figuren tragen, er spürt die Hitze, die Kälte, die Angst, die Freude und den Schmerz. Als sich in der ersten Geschichte ein Pärchen einen Vogel kauft und die Beziehung der beiden dadurch eine neue Hochphase bekommt, scheint alles normal zu sein. Doch dann kommt die Szene, als der Vogel durch eine irrwitzige, fast schon unglaubwürdige Darstellung sein Leben verliert. Es ist ein Schock, ein Drama und dennoch habe ich gelacht. Es ist einfach skurril gewesen. Im Anschluss daran, konnte ich jedoch den Schmerz der Frau spüren, den großen Verlust. Auf der anderen Seite ist die Angst des Mannes deutlich zu erkennen.

Damit aber noch lange nicht genug. In der zweiten Geschichte sehen wir eine Würgeschlange, die eine sehr merkwürdige Verbindung zu ihrem Frauchen hat. Es sind diese Momente, die dafür sorgen, dass man das 400 Seiten starke Comic nicht aus der Hand nimmt. Es wird einfach nicht langweilig. Sicherlich ist nicht jede Story so gut, wie die andere, dennoch können sie sich alle sehen lassen. Im Anhang findet der Leser dann noch einmal eine ausführliche Beschreibung zu den Werken, sodass wir ein wenig Hintergrundmaterial erhalten. Auch ansonsten sind die 24 EUR gut investiert, denn die Hülle kommt mit einem Gummiüberzug daher, sodass selbst beim Lesen das Gefühl in der Hand sagt, dass "Rote Blüten" etwas besonders ist.

Die Zeichnungen nehmen kein Blatt vor den Mund. Neben den skurrilen Figuren wird der Tod offen gezeigt, nackte Tatsachen kommen auf den Tisch und anstößige Rituale präsentiert. Ein Sog, aus dem es kein Entkommen gibt. Eine Geschichte hatte sich auch das mit dem "kein Entkommen" zum Thema gemacht. Ein junger Mann verletzte sich und wollte dringend zum Arzt. In dem für ihn fremden Dorf fand er jedoch keinen Arzt und auch sonst keine Hilfe. Daraufhin wollte er in das nächste Örtchen gehen, doch alle Wege führten in wider zurück in das seltsame Städtchen. Klaustrophobisch gut inszeniert. Fazit "Rote Blüten" ist kein gewöhnliches Manga aus Japan. Es fordert, es gibt, es ist überspitzt, es ist Fantasy, es spricht reale Problem an, es zeigt starke Charaktere, die sonst nur Randerscheinungen wären und es ist einfach gut.
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