Comic - Geschichte

Sapiens - DIE FALLE

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Sapiens - DIE FALLE
Sapiens - DIE FALLEComic - Geschichte | mit: Yuval Noah Harari - David Vandermeulen - Daniel CasanaveBewertung:★★★★★ Yuval Noah Harari - David Vandermeulen - Daniel Casanave! Das sind die Namen hinter diesem Comic. Yuval Noah Harari hat den Weltbestseller "Eine kurze Geschichte der Menschheit" geschrieben, die nun in geeigneter Form, also für Nerds und Konsorten, in die Läden kommen. "Die Falle" ist aber bereits der zweite Band der Reihe und natürlich, wie soll es auch anders sein, sollte man sich mit dem ersten ebenfalls vertraut machen. David Vandermeulen dient als CO-Autor und schafft den Spagat zwischen Comic und Buch sehr gut. Ich denke, er hat einige Linien zwischen den Medien glatt gezogen. Daniel Casanave ist der kreative Panelkünstler und hat es geschafft, die Worte in eine humoristische Welt zu verfrachten. Alles in allem: Ein gutes Team, dass einen guten Comic erschaffen hat. Handlung "Sapiens" kehrt zurück: Die Graphic Novel zu Yuval Noah Hararis Weltbestseller "Eine kurze Geschichte der Menschheit" geht nach dem großen Erfolg des Pilots in die zweite Staffel. Im ersten Band schwangen sich die frühen Sapiens zu Herren der Welt auf. Im zweiten Band werden sie von einem völlig unscheinbaren Lebewesen aufs Kreuz gelegt. Wer das war? Das erfahren Sie in "Sapiens: Die Falle".
Vor etwas mehr als 10.000 Jahren trafen einige Sapiens eine Entscheidung, die den Gang der Geschichte dramatisch verändern sollte: Sie fingen an, mit Weizen zu experimentieren. Bald war die Welt nicht mehr von einer relativ kleinen Zahl gesunder, gleicher und freier Jäger und Sammler bevölkert, sondern von einer sehr viel größeren Zahl hart arbeitender, schlecht ernährter und kranker Bauern. Die landwirtschaftliche Revolution legte die Grundlage für komplexere soziale und politische Gebilde. Königreiche und Imperien entstanden. Doch für die meisten Menschen wurde das Leben schlechter. Sie waren jetzt Sklaven des Weizens und mussten auf den Feldern Arbeiten verrichten, für die ihr Körper nicht gemacht war. Gleichzeitig kam die Ungleichheit in die Welt. Ohne die landwirtschaftliche Revolution gäbe es unseren heutigen Wohlstand nicht, aber er wurde möglich auf dem Rücken von Generationen unglücklicher Bauern. BewertungMan muss ja nicht alle Thesen von Yuval Noah Harari teilen. Sicherlich nicht. Man muss ihn auch nicht so abfeiern, aber halt, irgendwie doch. "Die Falle" ist nämlich ein sehr geiles Stück geschichtlicher Aufarbeitung, dass nur so gespickt ist mit Gesellschafts-, Kapitalismus- und Religionskritik! Und das ist genau mein Ding. Wer es nicht mag, der sollte einen großen Bogen um die ganze Sache machen, doch wer sich auch mal gerne kritisch mit Dingen auseinandersetzt, zum Beispiel der Frage nachgeht, ob der Fortschritt die Menschheit wirklich so glücklich macht und nicht geradezu ins Irrenhaus führt. Beispiele gibt es zu Hauf und wenn man sieht, wie der Fortschritt erarbeitet wird, nämlich auf den Rücken einer breiten Arbeiterschaft, auch Sklaven der Reichen genannt, dann kann an dieser Stelle gerne mit diskutiert werden, ob das vorherrschende Gesellschaftsmodell und die vergangenen soziologischen Abbildungen von Staatsformen so toll waren. Das sich Arbeit und Religion verbindet, zeigt die Bibel. In anderen Kulturen, anders als bei uns im Abendland, steht nämlich nicht die Arbeit an erster Stelle. Unseren wirtschaftlichen Erfolg haben wir quasi dem Christentum zu verdanken. Aber leider haben sie uns auch eine Form der Kultur mitgegeben, die wir im Kapitalismus nun in ihrer vollen Blüte erleben dürfen. Ein Glaube für den einfachen Menschen, die der Arbeiterschicht angehört haben, konnten schließlich nichts anders zu Papier bringen, oder?

Ich schweife ab. In "Die Falle" fängt alles mit dem Ackerbau an. Ohne der Kultivierung des Weizens hätte es nie Hochkulturen gegeben. Die Menschen wären zwar nicht fortschrittlich, sie wären freie Alleingänger, immer auf der Suche nach Futter. Auf der einen Seite toll, wir müssen heute nicht mehr unsere Beeren selber pflücken oder unser Wild selbst schießen. Auf der anderen Seite aber irgendwie doof, nun haben wir den Klimawandel und leiden unter Burnout. Naja, toll ist alles irgendwie nicht, oder doch?

Yuval Noah Harari geht dabei ins eingemachte und haut Dinger raus, die einfach voller Satire stecken und serviert eine humoristische Steilvorlage für alle Kritiker des Wandels. Immer wieder wird sehr plakativ dargestellt, was nicht gaannzzz sooo gut läuft. Ach, das muss man einfach lesen. Punkt.

Die Zeichnungen, ich hatte es eingangs schon separat erwähnt, haben mir gefallen, weil sie zur lockeren Atmosphäre passen. Der Semi-Funny-Stil ist goldig, gerade für eine derartige Geschichtsstunde. Fazit "Sapiens - DIE FALLE" ist schon richtig geil! Man muss das Genre aber lieben...
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