Buch - Liebesgeschichte
Schnee in Amsterdam
Schnee in AmsterdamBuch - Liebesgeschichte | mit: Bernard MacLaverty (Autor)Bewertung:★★★★★ Bernard MacLaverty, Jahrgang 1942, ist ein nordirischer Autor, dessen Romane „Cal“ (1980) und „Lamb“ (1983) erfolgreich verfilmt wurden. Für seine Erzählungen, Romane und Drehbücher erhielt er verschiedene literarische Auszeichnungen. MacLavertys neuester Roman „Schnee in Amsterdam“, der bereits zum „book of the year 2017“ von Gardian, Sunday und Irish Times gewählt wurde und derzeit verfilmt wird, erschien nun in deutscher Übersetzung beim C.H.Beck Verlag. Handlung Gerry und Stella Gilmore, ein älteres Ehepaar aus Glasgow, deren Sohn mit seiner Familie in Kanada lebt, fliegen für ein paar Tage nach Amsterdam. Gerry, ein ehemaliger Architekt, der sich vor Jahren zur Ruhe gesetzt hat, hat ein Alkoholproblem und ist der Meinung, dass Stella es nicht merkt, wenn er sich heimlich Whisky genehmigt. Die beiden lieben sich noch, dennoch gibt es auch Risse in ihrer Beziehung, die dann während des Amsterdam- Aufenthalts sichtbar werden. In Amsterdam angekommen, schauen die beiden sich zwar die Stadt an, es wird aber schnell klar, dass Stella noch einen eigenen Plan für Amsterdam hat, der mit dem Beginenhof, den sie alleine aufsucht, zusammenhängt. Allmählich holt ein tragisches Ereignis aus der Vergangenheit die beiden ein, ein Ereignis das das Leben der beiden unwiderruflich geprägt hat.Bewertung„Schnee in Amsterdam“ ist kein Roman, den man in einem Atemzug verschlingt. Es ist ein faszinierender Roman für genussvolle Lesestunden. Dem Autor gelingt es durch seinen bemerkenswerten Schreibstil, den Leser zum stillen und unsichtbaren Beobachter der Geschehnisse werden zu lassen. Als unsichtbarer Zeuge nimmt man an der Reise des Ehepaares Gilmore nach Amsterdam teil, erlebt Rückblenden in die Vergangenheit, in die Zeit des Kennenlernens, der Verliebtheit. Man spürt, dass gegenseitige Liebe und stille Fürsorge und das Füreinander-da-sein zwar noch lebendig sind, dennoch gibt es ein tragisches Ereignis in ihrer Vergangenheit in Belfast, Nordirland, das das Leben der Beiden geprägt hat. Etwas das sie nicht überwinden können, etwas, das auch die Risse in ihre Beziehung gebracht hat. Stella hat immer wieder Albträume und auch Gerry erinnert sich nur zu gut, wie er um das Leben seiner Frau und seines Sohnes gebangt hat. Ist sein starker Alkoholkonsum auf diese Zeit zurückzuführen? Oder ist womöglich ihre Liebe nach so vielen gemeinsamen Jahren einfach verloren gegangen? Welchen Weg wird Stella, nachdem sie ihr Gelübde doch nicht einlösen kann, nun gehen? Der Roman lässt dem Leser Spielraum und deutet einen möglichen Weg der Beiden nur an. Fazit Ein bewegender, brillant erzählter Roman.
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