Filme - Action
Schneeflöckchen
SchneeflöckchenFilme - Action | mit: von: Adolfo J. Kolmerer und William James; mit: Xenia AssenzaBewertung:★★★★★ Mit deutschen Filmen verbinden viele entweder Geschichtsdramen à là „Der Untergang“ oder Til-Schweiger-Komödien. Dass deutsche Filmemacher auch Genre-Perlen zustande bringen können, will der Film „Schneeflöckchen“ beweisen. Ob das auch stimmt? Handlung In einer nicht weit entfernten Zukunft ist Berlin ein gefährliches Pflaster. Auf offener Straße werden Leute ausgeraubt und manchmal sogar ermordet, ohne dass die Polizei eingreift. Ganze Häuserreihen brennen nieder, ohne dass die Feuerwehr die Flammen bändigt. Ob sie es aus Ohnmacht nicht tun, oder ob sie es einfach nicht wollen, ist nicht ganz klar. Was klar ist: es herrscht Anarchie! In dieser Welt finden die Möchtegern-Gangster Tan und Javid eines Tages ein Drehbuch, das haargenau beschreibt, was ihnen gerade passiert. Während sie versuchen den Autor zu finden, will Eliana den passenden Mörder finden, der ihre Eltern rächen soll. Sie wurden von Tan und Javid getötet und sollen jetzt dafür büßen. Trailer BewertungUm die Eingangsfrage zu beantworten: Deutsche Filmemacher können auch Genrefilme drehen. Ob „Schneeflöckchen“ das Zeug zur Filmperle hat, wage ich aber zu bezweifeln. Aber erst einmal zum Positiven, denn davon gibt es sehr viel. Die verschiedene Zeitebenen, eine Meta-Erzählung und die exzentrischen Figuren machen aus „Schneeflöckchen“ einen komischen Trip. Eine singende Frau im Engelskostüm, die vielleicht doch ein Engel sein könnte. Ein alter Mann glaubt Gott zu sein. Ein Zahnarzt und Hobby-Drehbuchautor IST Gott. Und mittendrin zwei unsympathische Typen, die versuchen, wortwörtlich das Drehbuch ihres Lebens umzuschreiben. Vor allem durch das Drehbuch bekommt der Film einige interessante Dreher hin. Wie zum Beispiel als Tan und Javid darin lesen und gleichzeitig lesen, dass sie darin lesen. Durch viele Sprünge in der Handlung wird die Geschichte erst nach und nach klar. Das führt – bei mir zumindest – dazu, dass man in den Film reingezogen wird und die ganze Zeit überlegt, was wie wo zusammenhängt. Vor allem durch das Drehbuch, das die Geschichte im Film während des Films erzählt, finde ich eine spannende Idee. Diese wurde sehr kreativ umgesetzt und hat zu sehr witzigen Momenten geführt. Aber dann wird diese Stärke leider zu einer Schwäche von „Schneeflöckchen”. Denn ungefähr im zweiten Drittel kippt der Film und verliert viel an Fahrt und auch an Logik. Die Lücken in der Geschichte werden durch das Live-Überarbeiten des Drehbuchs im Handumdrehen gestopft. Dadurch machen es sich die Macher des Filmes sehr einfach und führen Figuren ein, nur um sie dann verschwinden zu lassen, wenn sie ihren einen Zweck für das Voranschreiten der Handlung gedient haben. Die titelgebende Figur ist das beste Beispiel dafür. Sie kommt, sie tut etwas und dann ist sie wieder weg. Man könnte diese Fehler aber auch im Kontext des Films sehen und sagen: Der Drehbuchautor ist eigentlich Zahnarzt und macht das nur als Hobby. Dann würde der Film vielleicht eine nette neue Meta-Ebene bekommen, richtig besser macht es „Schneeflöckchen“ aber nicht. Fazit „Schneeflöckchen“ ist ein Genrefilm, der mich anfangs sehr gepackt und unterhalten hat, sich aber irgendwann selbst zu oft wiederholt. Zum Ende hin kriegt der Film zwar wieder die Kurve, ist aber ein bisschen sehr spät dran. Wäre er etwas kompakter erzählt und das Tempo gegen Halbzeit nicht so verringert, hätte „Schneeflöckchen“ vielleicht wirklich das Zeug zur Genre-Perle gehabt.
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