Rezension
Searching
SearchingFilm - Krimi | mit: von: Aneesh Chaganty; mit: John Cho, Debra MessingBewertung:★★★★★ Ein Mädchen verschwindet spurlos, der Vater macht sich auf die Suche. Es entspinnt sich eine Kriminalgeschichte mit vielen Wendungen und Überraschungen. „Searching“ hätte der abertausendste Thriller-Film sein können. Was ihn besonders macht ist seine Machart. Alles, was im Film gezeigt wird, passiert auf Bildschirmen. Egal ob Monitor, Smartphone oder Kamera. Ob diese Besonderheit das einzig bemerkenswerte an „Searching“ ist und ob sie überhaupt funktioniert könnt ihr in der Review nachlesen. Handlung David Kim und seine Tochter Margot haben ein gutes Verhältnis. Eines Tages aber kommt Margot nicht nach Hause. Auch nach vielen Versuchen, sie zu erreichen, bleibt Davids Tochter verschwunden. Zusammen mit Detective Rosemary Vick versucht er, Margot zu finden. Nach ersten Nachforschungen glaubt die Polizei, dass Margot von zu Hause weggelaufen ist. David aber glaubt nicht daran. Seine Tochter würde das niemals tun. Doch immer mehr beginnt sich das Gefühl bei David einzuschleichen, dass er seine eigene Tochter vielleicht gar nicht so gut kennt, wie er denkt. Trailer BewertungEinen ganzen Film nur in Ansicht von Bildschirmen zu zeigen, ist schon ein ziemliches Risiko. Dass der Film direkt am Anfang versucht, mit diesem Mittel eine emotionale Geschichte – Davids Frau und Margots Mutter Pamela stirbt am Anfang des Films an Krebs – zu erzählen, dass klappt doch nie und nimmer, oder?
Doch, das klappt, und zwar sehr gut! Denn mit der Entwicklung der Betriebssysteme – erst mit Windows Vista, dann irgendwann hinüber zu Mac – kriegt der Zuschauer mit, wie die Zeit vergeht. Durch gespeicherte Fotos und Videos, Emails, Kontakte und Terminkalender bekommt man die Entwicklung der Familie Kim bis hin zum Tod von Pamela zu sehen. Danach zeigt der Film, wie der Alltag der kleinen Familie funktioniert und legt den Grundstein für den Rest des Films: Durch Chatverläufe, Videoanrufe und andere digitale Kanäle kommunizieren David und Margot miteinander. Bevor diese neuartige Art und Weise, die Handlung über Bildschirme zu präsentieren, ihren Reiz verliert oder man anfängt, sich daran zu stören, nimmt die Handlung an Fahrt auf. Dabei nimmt der Film immer mal wieder Distanz zum Protagonisten David auf und zeigt beispielsweise eine Handyaufnahme auf YouTube oder eine Reportage im Fernsehen. Dadurch bekommt man auch den Blick von außen auf die Situation, die durch die Einblendung von Kommentaren in Social-Media-Kanälen noch mehr Tiefe bekommt. So versteht man Davids sich aufbauende Frustration gegenüber der Polizei und Öffentlichkeit, die in seinen Augen versagt haben.
Die sehr einzigartige Erzählweise täuscht über die sehr simple Handlung hinweg. Denn die Geschichte an sich ist nicht allzu spektakulär. David lernt, dass er seine Tochter nicht so genau kennt, wie er dachte. Es gibt viele falsche Fährten, die man aber direkt erkennt. Aber nicht nur die Erzählweise lässt einen darüber hinwegsehen. John Cho, der David spielt, liefert eine tolle One-Man-Show. Obwohl seine Figur sehr viele Klischees bedient – der liebevolle Vater, der den Tod seiner Frau nicht richtig verarbeiten kann und dadurch nicht merkt, wie seine Tochter sich verändert –, spielt er sehr gut. Emotionen wie Wut, Verzweiflung und Hoffnung wechseln sich bei ihm immer wieder ab. Und das, ohne dass sie zu gewollt oder fehl am Platz wirken. Fazit „Searching“ sticht eindeutig durch seine einzigartige Machart heraus. Diese ist auch noch so gut gemacht, dass man die einfache und teilweise vorhersehbare Handlung – was bei einem Thriller viel von der Spannung wegnimmt – vergessen lässt. Dass dann auch John Cho, der David spielt, seinen Job so gut macht, macht „Searching“ zu einem äußerst sehenswerten Film!
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Doch, das klappt, und zwar sehr gut! Denn mit der Entwicklung der Betriebssysteme – erst mit Windows Vista, dann irgendwann hinüber zu Mac – kriegt der Zuschauer mit, wie die Zeit vergeht. Durch gespeicherte Fotos und Videos, Emails, Kontakte und Terminkalender bekommt man die Entwicklung der Familie Kim bis hin zum Tod von Pamela zu sehen. Danach zeigt der Film, wie der Alltag der kleinen Familie funktioniert und legt den Grundstein für den Rest des Films: Durch Chatverläufe, Videoanrufe und andere digitale Kanäle kommunizieren David und Margot miteinander. Bevor diese neuartige Art und Weise, die Handlung über Bildschirme zu präsentieren, ihren Reiz verliert oder man anfängt, sich daran zu stören, nimmt die Handlung an Fahrt auf. Dabei nimmt der Film immer mal wieder Distanz zum Protagonisten David auf und zeigt beispielsweise eine Handyaufnahme auf YouTube oder eine Reportage im Fernsehen. Dadurch bekommt man auch den Blick von außen auf die Situation, die durch die Einblendung von Kommentaren in Social-Media-Kanälen noch mehr Tiefe bekommt. So versteht man Davids sich aufbauende Frustration gegenüber der Polizei und Öffentlichkeit, die in seinen Augen versagt haben.
Die sehr einzigartige Erzählweise täuscht über die sehr simple Handlung hinweg. Denn die Geschichte an sich ist nicht allzu spektakulär. David lernt, dass er seine Tochter nicht so genau kennt, wie er dachte. Es gibt viele falsche Fährten, die man aber direkt erkennt. Aber nicht nur die Erzählweise lässt einen darüber hinwegsehen. John Cho, der David spielt, liefert eine tolle One-Man-Show. Obwohl seine Figur sehr viele Klischees bedient – der liebevolle Vater, der den Tod seiner Frau nicht richtig verarbeiten kann und dadurch nicht merkt, wie seine Tochter sich verändert –, spielt er sehr gut. Emotionen wie Wut, Verzweiflung und Hoffnung wechseln sich bei ihm immer wieder ab. Und das, ohne dass sie zu gewollt oder fehl am Platz wirken. Fazit „Searching“ sticht eindeutig durch seine einzigartige Machart heraus. Diese ist auch noch so gut gemacht, dass man die einfache und teilweise vorhersehbare Handlung – was bei einem Thriller viel von der Spannung wegnimmt – vergessen lässt. Dass dann auch John Cho, der David spielt, seinen Job so gut macht, macht „Searching“ zu einem äußerst sehenswerten Film!