Comic - Marvel

Secret Empire

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Secret Empire
Secret EmpireComic - Marvel | mit: Autor: Nick Spencer; Zeichner: Andrea Sorrentino, Steve McNivenBewertung:★★★★★ Selbst, wenn man ihn nur aus den Filmen kennt, weiß man eines: Steve Rogers aka Captain America kämpft immer gegen die Faschisten. Und im Marvel-Universum werden diese vor allem durch die geheime Organisation Hydra symbolisiert. Also wie zum Geier kann es sein, dass Steve Rogers für Hydra kämpft?! Handlung Nachdem seine Realität umgeschrieben wurde kämpft Captain America für die Geheimorganisation Hydra. Um diese an die Macht zu bringen, setzte er einen ausgeklügelten Plan um, um SHIELD und viele andere Helden aus dem Weg zu räumen. Denn viele der Superhelden wurden entweder in der Darkforce-Dimension gefangen oder durch einen Energieschild von der Erde getrennt. So kann Hydra, mit Captain America an der Spitze, ihr Regime in den USA festigen und die Schwachen und Andersartigen ausmerzen. Doch eine Gruppe Rebellen, u.a. Black Widow, Hawkeye und Iron Man, leistet Widerstand. Als ihnen geheime Informationen aus den innersten Archiven von Hydra zukommen, schöpfen sie neue Hoffnung.BewertungPuh, was ein Brocken! Mit über 400 Seiten hat man sehr lange was vom Marvel-Event „Secret Empire“. Aber was für ein Lesevergnügen! Auch wenn man von den vorherigen Ereignissen nicht viel weiß, kommt man schnell in die Geschichte rein und versteht von Anfang an worum es geht (trotzdem sollte man sich im Marvel-Universum etwas auskennen, denn es tauchen sehr viele Figuren auf, die nicht von Grund auf neu vorgestellt werden).
Der Comic beginnt mit einer gewaltigen Kampfszene. Diese ist schön gestaltet in Anlehnung an die US-amerikanische Flagge: Ein blauer Stern oben in der Mitte, von der aus weißen und roten Strahlen ausgehen. In dieser Weise wird der „Verrat“ von Captain America an den anderen Helden im Schnelldurchlauf erzählt. Danach bekommt man erzählt, wie sich Steve Rogers Plan sich in drei Phasen gestaltet.
Unmittelbar danach wird der Leser in die nahe Zukunft katapultiert, in der Hydra bereits an der Macht ist. Das hat den Vorteil, dass man nicht lang und breit erzählt bekommt, wie das passiert ist. Wichtige Ereignisse in der Vergangenheit werden angedeutet oder in kurzen Rückblicken erzählt. Das macht den über 400 Seiten starken Comic auf erstaunliche Weise sehr kurzweilig, weil alles, was erzählt wird, wesentlich erscheint. Man hat gefühlt keine Stellen, die überflüssig sind.
Die Handlung in der „echten“ Welt wird von einem zweiten Erzählungsstrang immer wieder unterbrochen. Dass es sich dabei um eine Traumwelt bzw. man sich nicht in einer anderen Realität befindet, wird durch den großartigen Bruch mit dem Zeichenstil deutlich. Während die eine Geschichte, in der Hydra an der Macht ist, sehr klare Konturen und schärfere Farben hat, hat der andere Strang eine ätherische Atmosphäre und hat einen Hauch von Aquarellfarben.
Aber auch innerhalb der „regulären“ Geschichte wechseln die Zeichenstile, denn insgesamt waren an „Secret Empire“ elf Zeichner beteiligt. Am meisten hat mir der Zeichenstil der Bände zwei und drei gefallen. Andrea Sorrentino zeichnet die Figuren sehr skizzenhaft und grob, aber genau das gefällt mir daran. Erinnert mich ein bisschen an den Stil von den „Jessica Jones“-Comics. Was mich vor allem aber überzeugt hat, waren seine Panel-Designs. Er hat sich da viel einfallen lassen. Beispielsweise haben die Panels, die die Geschehnisse in Namors Unterwasserreich schildern, einen Rahmen, der mit Seepferdchen und griechischen Säulen verziert ist.
Den einzigen Abzugspunkt in der B-Note bekommt „Secret Empire“, wegen der Erzählerstimme. Das ganze Mega-Event wird von einer Narration begleitet, die ich nicht zuordnen konnte. Es war die ganze Zeit die Rede von „uns“ und „wir“ die Rede, aber wer genau die Geschichte erzählt, wurde mir nicht recht bewusst. Kann sein, dass sie von verschiedenen Leuten stammt die einen Teil übernehmen. Ich hätte mir da etwas mehr Klarheit gewünscht.
Fazit Insgesamt hat mir „Secret Empire“ sehr gut gefallen, obwohl er im Rucksack ziemlich schwer war. Die Geschichte ist interessant erzählt und sehr schön inszeniert. Vor allem die ganzen kreativen Panel-Designs haben bei mir einen tollen Eindruck hinterlassen. Lediglich die Erzählerstimme hat mich hier und da etwas verwirrt, weil ich mir einfach nicht erschließen konnte, von wem die stammt. Trotzdem würde ich jedem Marvel- und vor allem jeden „Captain America“-Fan diesen Comic empfehlen.
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