Comic - Geschichte

Shigeru Mizuki – Kriegsjahre

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Shigeru Mizuki – Kriegsjahre
Shigeru Mizuki – KriegsjahreComic - Geschichte | mit: Shigeru MizukiBewertung:★★★★★ Mizuki hat die Schrecken des Krieges überlebt und wurde ein vielfach ausgezeichneter Manga-Autor bzw. Zeichner. In Japan hat er den großen Durchbruch geschafft und daher ist es natürlich kein Wunder, dass auch hierzulande ein Verlag auf die Schaffenskraft von Mizuki aufmerksam wurde. „Reprodukt“ hat sich aber nicht nur die Rechte an der autobiografischen Trilogie gesichert, sondern hat in der jüngsten Vergangenheit die Titel „Hitler“, „Auf in den Heldentod“ und „Tante NonNon“ in die Comic-Läden gebracht. „Kriegsjahre“ ist der zweite Teil der großen Trilogie, die wohl am interessantesten sein dürfte, da sie hauptsächlich von den Schlachten des Zweiten Weltkrieges berichtet und welche schreckliche Ereignisse sich zugetragen haben.
Handlung Als Soldat ist Shigeru Mizuki im Pazifikkrieg auf der Insel Neubritannien im Einsatz. Er überlebt den Krieg trotz Malaria, verliert jedoch bei einem alliierten Luftangriff seinen linken Arm. 1945 kehrt er zurück nach Japan, das nun unter amerikanischer Besatzung steht. Er versucht sich mit verschiedenen Jobs über Wasser zu halten, vom Rikschavermieter bis zum Fischhändler, und besucht kurz eine Kunstschule. Schließlich fasst er Fuß als Zeichner für das damals populäre Papiertheater Kamishibai und veröffentlicht mit 35 Jahren seinen ersten Manga.

Der zweite Band von Shigeru Mizukis autobiografischer Trilogie umfasst die Jahre 1943 bis 1958, in denen Japan vom kriegslüsternen Imperialisten zum besetzten Kriegsverlierer wird.BewertungWer den Manga „Auf in den Heldentod“ gelesen hat, der wird einige, wenn nicht viele, Ereignisse wieder erkennen. Ich meine – sofern ich mich richtig erinnere – dass sogar Zeichnungen gleich sind. Ich finde es nicht schlimm, denn so entsteht gar nicht erst der Verdacht, dass sich die gleichen Geschichten anders anhören, beziehungsweise, dass sie anders erzählt werden. In einer Welt voller Verschwörungstheorien sollten solche Dinge nicht unausgesprochen bleiben.

Was zunächst noch auffällt sind die Zeichnungen. Wenn es um den Alltag geht, dann präsentiert uns Mizuki einen Semi-Funny-Stil. Lustig, locker und flockig. Typisch Manga halt. Und es wirkt, denn die teilweise kuriosen Szenen lassen uns schmunzeln aber gleichzeitig erstarren. So etwas wie einen Heldentod oder die Selbstopferung ist heut – gerade in unserem Kulturkreis – etwas Unvorstellbares. Wenn es dann aber zu den Kriegsszenen kommt, dann werden die Panels dunkel, detailreicher. Sie bilden dann die ganze Grausamkeit ab. Das Leid wird so zum dunklen Schatten erweckt. Diese Mischung ist gelungen und nimmt den Leser mit.

Was auch noch recht förderlich für das Gesamtverständnis ist, ist der Erklärbär. Keine Angst, es ist nicht wirklich ein kleiner Bär abgebildet, aber ein, nennen wir ihn Aufklärer, weist den Leser auf die historischen Hintergründe hin. Sehr aufschlussreich und so macht Geschichte doch endlich einmal Spaß. Die Story an sich ist natürlich mega interessant. Die Abläufe der Schlachten im Zweiten Weltkrieg sind bekannt. Doch aus der Sicht eines jungen japanischen Soldaten werden sie nicht so oft erzählt.
Fazit „Shigeru Mizuki – Kriegsjahre“ ist ein Geschichtsbuch, welches absolut überzeugt und gut unterhält. Dabei verliert der Manga aber nie seinen Aufklärungsauftrag.
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