Comic - Abenteuer

SIMON VOM FLUSS #3 - GESAMTAUSGABE

Veröffentlicht am 30.11.-0001
SIMON VOM FLUSS #3 - GESAMTAUSGABE
SIMON VOM FLUSS #3 - GESAMTAUSGABEComic - Abenteuer | mit: Claude AuclairBewertung:★★★★★ Aus Claude Auclair wird Alain Riondet. Der zweite Zyklus entstand ca. 10 Jahre später, was schon eine beträchtliche Zeitspanne ist. Wie er damals bei den Lesern aufgenommen wurde, darauf möchte ich nicht eingehen, ich möchte eher einen mutigen Blick auf das Jahr 2022 werfen und die Geschichte unter dem Deckmantel betrachten, ob das Werk zeitlos ist und somit den Status "Klassiker" innehaben darf. Darüber hinaus möchte ich auf die Ausgabe an sich eingehen, die von "Cross Cult" veröffentlicht wurde, gleichsam wie die zwei vorherigen Bände auch. Handlung In den frühen 70er-Jahren erschien SIMON VOM FLUSS in der Wochenzeitung Tintin. Sein Schöpfer, Claude Auclair, stand kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag und war noch nicht lange als Comiczeichner tätig. Nichtsdestotrotz entflammte sein Werk "DIE BALLADE DES ROTSCHOPFS" und dessen literarischer Ausdruck, in dem Auclairs Bewunderung für Jean Giono und dessen LIED DER WELT anklang, schon von Anfang an eine leidenschaftliche Debatte unter den Lesern der Zeitung. Bald folgten "CLAN DER ZENTAUREN" und "DIE SKLAVEN".
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Zehn Jahre später, 1988, kehrte SIMON mit einer neuen Storyline und dem Plot von Alain Riondet zurück. Neuer Zyklus, neuer Ton: Claude und Alain haben die gleiche klare Sicht auf das Leben und auf die Welt. Die gleiche Aufmerksamkeit für andere. Auch wenn beide nach fernen Horizonten streben, ist ihre Reise eher nach innen und auf das Bewusstsein gerichtet. Es entsteht eine Klarheit ohne Zugeständnisse – eine gewisse Form der Weisheit.
BewertungFangen wir gleich mit der Kernfrage an. Ist "Simon vom Fluss" und nun insbesondere die dritte Ausgabe ein Klassiker, also funktioniert er heute auch noch. Schließlich hat sich die Welt weiter gedreht und neue Einflüsse haben ältere Werke regelrecht verblassen lassen. Hier muss ich mit einem kleinen Nein antworten. Nein, "Simon vom Fluss" ist nicht verblasst. Die Erzählstruktur ist wieder nicht hektisch. Wir werden langsam und behutsam eingestimmt. Das gefällt mir gut. Hier wird sich Zeit genommen und das Feeling aufgebaut. Gerade in dem Genre Abenteuer ein willkommenes Mittel. Hier muss einfach die Natur gezeigt werden und wenn es wie in diesem Fall ist, es wird ein Fisch präsentiert, dann zeugt das schon von Klasse. Der Leser kennt also die Umstände und wird dann mit den Figuren konfrontiert. Auch hier werden wir eingeführt, bis es zu einer kleinen Spannungssequenz kommt. Die Auflösung folgt und es beginnt eine Epoche. In dieser kommen einige Dialoge vor, die sehr aktuell sind. Neben der Natur und das Zusammenleben mit anderen, um nur zwei Beispiele zu nennen, geht es in die Tiefe und es wird die Sinnhaftigkeit besprochen.
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Dennoch merkt der Leser den zweiten Rhythmus. Es ist dann doch nicht mehr das Original. Es fühlt sich anders an. Die Stimmung, das in sich gekehrte ist vorhanden, doch sind die ersten zwei Gesamtausgaben eher ein Klassiker und die dritte Ausgabe ist dann die Erweiterung. Es ist mehr Prequel. Daher auch "nur" die vier Sterne.
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Nichts desto trotz hat sich der Verlag wieder sehr viel Mühe gegeben. Immerhin sind es 40 Seiten Bonus. Der Bonusteil ist sogar - wenn ich ganz ehrlich bin - interessanter, da er wirklich sehr gut recherchiert ist. Da hat sich wirklich jemand Gedanken gemacht. Namentlich ist es: Patrick Gaumer. Genau so und nicht anders stelle ich mir aber auch eine Gesamtausgabe vor. Leider wird aber all zu oft auf dieses Mittel verzichtet oder es werden "nur" Cover gezeigt und ein paar Skizzen. Ich vertrete aber lautstark die Meinung, dass der Extrateil genau so aussehen muss.
Fazit Die dritte Gesamtausgabe von "SIMON VOM FLUSS" gehört für Genrefans und Anhänger der Reihe ins heimische Sammelregal. Ohne Wenn und Aber. Die Zielgruppe ist allerdings engmaschig abgesteckt. Neugierige dürfen aber gerne zuschlagen.
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