Comic - Marvel

Spider-Geddon 1

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Spider-Geddon 1
Spider-Geddon 1Comic - Marvel | mit: Story: Chris Gage u.a., Zeichnungen: Alberto Albuquerque u.a.Bewertung:★★★★★ Der englische Titel „Edge of Spider-Geddon“ der neuen Spiderverse-Comicreihe verrät es deutlich: Die Spinnen verschiedenen Universen müssen sich an der Schwellen eines großen Unheils erneut zusammentun. Der deutsche Comicuntertitel „Neues aus dem Spiderverse“ bleibt da etwas vager. Also, worum geht es genau? Handlung In Kapitel unterteilt werden verschiedene Backstories verschiedener Spinnen des Spiderverse noch einmal grob zusammengefasst und eine kurze Geschichte erzählt, bis letztlich eine der anderen Spinnen die Grenze zwischen den Realitäten bricht, um die andere Spinne mitzunehmen. Los geht´s mit Spider-Punk, der sich vehement weigert so genannt zu werden, darauf folgt eine Geschichte um Pettie Parker, die den Mechanzug SP//DR steuern kann und so weiter. Eingesammelt werden sie jeweils auch von einer anderen Spinne, sodass am Ende über 10 Spinnen ihren unterschiedlich langen Auftritt hatten. BewertungSpider-Geddon ist ein direktes Sequel zur Comicreihe „Spiderverse“, die auch den letztes Jahr erschienen Animationsfilm „Into the Spiderverse“ storytechnisch beeinflusste. Das sollte man unbedingt im Hinterkopf haben, wenn man sich für den Comic Spider-Geddon interessiert. Zwar werden, wie oben genannt, einige Hintergrundgeschichten noch einmal angedeutet und Charaktere bekommen eine kurze Einführung, aber den Großen und Ganzen Zusammenhang kann man sich ausschließlich aus der Lektüre dieses Comics nicht erschließen.
Die Stärke der Geschichten ist die Diversität der verschiedenen Spinnen in den verschiedenen Universen. Diese sind auch optisch deutlich voneinander zu unterscheiden und die Charakterdesigns sind teils wirklich spektakulär und speziell. Beim Versuch all diese Charaktere erneut zusammenzubringen leidet aber die Erzählweise. Einzelne Geschichten erhalten hier meiner Meinung nach nicht genügend Raum und auch der Zusammenhang der Kapitel zueinander ist nicht immer gegeben. So entsteht in diesem ersten Band noch keine wirkliche Spannungskurve. Der Comic wirkt wie ein reiner Vorspann für das, was da noch kommen könnte. Der bevorstehende Konflikt und Grund, warum die Spinnen scheinbar erneut versammelt werden, wird angedeutet, aber in seiner Wucht und Dringlichkeit nicht unbedingt deutlich.
Und auch die einzelnen Geschichten haben so ihre Macken. Besonders bei mir hängengeblieben ist die Tatsache, dass Spider-Punks Storypart zu Beginn des Comics zu einer Art Klamauk rund um politische Themen verkommt. Es gibt natürlich einen Hulk-Punk und einen Captain Anarchy – Charaktere, die mir bisher nicht bekannt waren – und der Gegner ist Kapitalist durch und durch und möchte Spider-Punk gewinnbringend vermarkten. Gleichzeitig wird etwas ziellos mit kapitalismuskritischen „Kampfbegriffen“ um sich geworfen, ohne dass eine tiefere Bedeutung oder Hintergründe der „rebellischen“ Gesinnung des Protagonisten hängen bleiben. Spätere Geschichten im Comic wiederum deuten dann verschiedene Gesellschaftskritik viel überzeugender an. Möglicherweise wird auch diesbezüglich einiges vorausgesetzt.
Fazit Spider-Geddon 1 ist kein leichter Comic. Die Sprünge zwischen den zahlreichen Charakteren und der eher „einleitende“ Aufbau der Zusammenstellung kurzer Geschichten sind im ersten Moment ernüchternd und es will beim Lesen nicht wirklich Spannung aufkommen. Dennoch finde ich die Konzepte hinter den verschiedenen Spinnen und deren vielfältige Optik spannend genug, um neugierig zu sein zu erfahren, was denn nun genau das „Spider-Geddon“ ist, wie sich die Gefahr äußert und generell, wie es im nächsten Teil weiter geht.
ZURÜCK INS ARCHIV