Comic - Abenteuer
Spirou präsentiert Band 3: Zyklotrop – Lady Z
Spirou präsentiert Band 3: Zyklotrop – Lady ZComic - Abenteuer | mit: Jose Luis Munuera Bewertung:★★★★★ Wenn schon gegen ethische Konventionen verstoßen, dann gleich richtig, denkt sich wohl der große, unvergleichliche Zyklotrop: Einer genialen Eingebung folgend erschafft er nicht einen Klon von sich selbst, sondern gleich zwanzig! Jedem der Klone ist aber nur eine Eigenschaft des Originals übertragen worden, es gibt beispielsweise einen unentschlossenen Klon, einen mürrischen, einen egoistischen und sogar einen depressiven Klon. Doch dann, beim nächsten Klonexperiment passiert etwas völlig Unerwartetes, denn von seiner weiblichen Seite hatte der Zyklotrop tatsächlich gar keine Ahnung: Das Ergebnis jedoch ist mehr als beeindruckend, die anderen Z-Klone sind sofort hingerissen von der Dame: Es lebe die großartige Lady Z! Ein weiterer vergnüglicher, spritziger, fetziger, farbenfroher, super-spannender und sogar ein bisschen grusliger Abstecher ins Reiche des Zyklotrop, der schon in seinem früheren Leben Spirou und Fantasio so manchen Ärger aber dabei auch immer Spaß bereitete. Und das ist doch die Hauptsache!
Handlung Und selbst der ebenso geniale wie schusslige Original-Zyklotrop ist zunächst erstmal baff und zwar komplett, Lady Z bringt sogar ihn in Verlegenheit! Mit dem weiblichen Geschlecht hatte er von jeher seine Probleme, ist er doch quasi mit der Wissenschaft verheiratet und „kann sich nur in sich selbst verlieren“! Meint er! Doch die selbstsichere, elegante und überaus überzeugende Lady Z ist drauf und dran, ihn in Venedig eines Besseren zu belehren. Und verdammt stark und akrobatisch veranlagt ist sie auch, verteidigt ihren verblüfften Schöpfer scheinbar mühelos gegen die Schergen eines betrogen Geschäftspartners. Dem hatte der Zyklotrop einen Elvis Presley-Klon versprochen, was zunächst auch ganz vorzüglich klappte. Allerdings war das „organische Plastilin“ noch nicht ganz ausgereift, der Klon nur für ein paar Minuten „haltbar“, was für eine Schweinerei! Und Lady Z ist derart berauscht von ihren neu entdeckten Fähigkeiten, dass sie sich nicht mehr mit ihrer Rolle als Klon zufriedengeben will. Sie muss der neue Zyklotrop werden! Eine Armee von musikalischen Klonen muss her, es lebe der Rock´n´Roll! Allerdings, wie schusslig und selbstverliebt der große Zyklotrop auch manchmal sein mag, so hat auch er noch die eine oder andere Karte in der Hinterhand, denn schließlich wusste und weiß er ganz genau: Sich selbst zu vertrauen wäre hochgradig unverantwortlich!
BewertungDas Rummelsdorfer-Universum erfreut sich nach wie vor eines gesunden Wachstums: Neben der regulären Serie Spirou und Fantasio sowie ihrer mannigfaltigen Neuinterpretationen auf den Seiten von Spirou und Fantasio Spezial, lässt die noch junge Serie Spirou Präsentiert Nebenfiguren zu Hauptdarstellern werden. Sie widmet sich zunächst dem großen und mächtig ungeschickten Zyklotrop und seit neuestem auch der Jugend des Grafen von Rummelsdorf! Wie schon die ersten beiden Zyklotrop-Alben wurde auch das vorliegende Werk von José-Luis Munuera ganz vorzüglich künstlerisch in Szene gesetzt. Er präsentiert sein futuristisch angehauchtes Szenario in einem modernen, dynamischen, fast schon eleganten Strich, der aber dennoch unverkennbar im Sinne der klassischen frankobelgischen Comicschulen geführt wird. Eine sehr prägnante und kontrastreiche Farbgebung sowie ein dynamisches Panelarrangement – sogar ein ausklappbares „Riesenposter“ ist zu bewundern – geben der Handlung den nötigen Schwung. Ausgedehnte Kampf-Action und fetzige Verfolgungsjagden sind mitreißend und überzeugend, an „Sound-Effekten“ mangelt es nicht und Anleihen bei Frankenstein´s Braut sowie Game of Thrones verbinden Vergangenheit und Gegenwart. Die wie immer allgegenwärtige aberwitzige Situationskomik tut ihr übriges! Neben einer leicht mitschwingenden erotischen Note fügt Munuera diesmal auch einige gar nicht so schwache, morbid-makabre Horror-Effekte hinzu. Ein in der Mitte auseinandergerissener, mumifizierter Leichnam von Elvis Presley ist schon ein starkes Stück, auch die sich zersetzenden, in sich zerfließenden Klone sind kein schöner Anblick, eher eine ziemliche Schweinerei. Halt wie immer ganz nach dem Motto: Katastrophen sind die Spezialität des Zyklotropen! Obwohl er sich ständig als bösartiger, egoistischer Welteneroberer gibt, kann man ihm irgendwie doch nicht wirklich böse sein. Vermutlich auch deswegen, weil er echt unfassbar vergesslich und schusselig ist. Ein perfektes Beispiel sind seine neu entwickelten Zyklostiefel: Bereits in der Luft, mit vollem Karacho auf eine Wand zuhaltend fällt ihm ein, dass er vergessen hat Bremsen einzubauen! Wie soll man da ernst bleiben? Diesmal allerdings, das muss man auch sagen, wirkt er summa summarum gar nicht so schusslig, tatsächlich eher souverän und bedacht, so viel geht eigentlich gar nicht schief. Irgendwie entwickelt er sich doch weiter, einen nicht unerheblichen Einfluss dürfte da auch sein Töchterchen Zandra haben! Die Persönlichkeit des Zyklotrop ist halt „ebenso komplex wie faszinierend“!
Fazit Ein abwechslungsreiches, rasantes und überaus menschliches Szenario, professionell und sympathisch in einem modernen Comicwerk umgesetzt. Und gleichzeitig eine wunderbare und stellenweise urkomische Hommage an die klassischen Spirou und Fantasio Abenteuer! Allerdings ist der Zyklotrop mittlerweile doch noch richtig erwachsen geworden, man kann das vorliegende Abenteuer mit musikalischem Ur-Action-Poster tatsächlich auch ohne jegliche Vorkenntnisse in vollen Zügen genießen! Volle Punktzahl!
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Handlung Und selbst der ebenso geniale wie schusslige Original-Zyklotrop ist zunächst erstmal baff und zwar komplett, Lady Z bringt sogar ihn in Verlegenheit! Mit dem weiblichen Geschlecht hatte er von jeher seine Probleme, ist er doch quasi mit der Wissenschaft verheiratet und „kann sich nur in sich selbst verlieren“! Meint er! Doch die selbstsichere, elegante und überaus überzeugende Lady Z ist drauf und dran, ihn in Venedig eines Besseren zu belehren. Und verdammt stark und akrobatisch veranlagt ist sie auch, verteidigt ihren verblüfften Schöpfer scheinbar mühelos gegen die Schergen eines betrogen Geschäftspartners. Dem hatte der Zyklotrop einen Elvis Presley-Klon versprochen, was zunächst auch ganz vorzüglich klappte. Allerdings war das „organische Plastilin“ noch nicht ganz ausgereift, der Klon nur für ein paar Minuten „haltbar“, was für eine Schweinerei! Und Lady Z ist derart berauscht von ihren neu entdeckten Fähigkeiten, dass sie sich nicht mehr mit ihrer Rolle als Klon zufriedengeben will. Sie muss der neue Zyklotrop werden! Eine Armee von musikalischen Klonen muss her, es lebe der Rock´n´Roll! Allerdings, wie schusslig und selbstverliebt der große Zyklotrop auch manchmal sein mag, so hat auch er noch die eine oder andere Karte in der Hinterhand, denn schließlich wusste und weiß er ganz genau: Sich selbst zu vertrauen wäre hochgradig unverantwortlich!
BewertungDas Rummelsdorfer-Universum erfreut sich nach wie vor eines gesunden Wachstums: Neben der regulären Serie Spirou und Fantasio sowie ihrer mannigfaltigen Neuinterpretationen auf den Seiten von Spirou und Fantasio Spezial, lässt die noch junge Serie Spirou Präsentiert Nebenfiguren zu Hauptdarstellern werden. Sie widmet sich zunächst dem großen und mächtig ungeschickten Zyklotrop und seit neuestem auch der Jugend des Grafen von Rummelsdorf! Wie schon die ersten beiden Zyklotrop-Alben wurde auch das vorliegende Werk von José-Luis Munuera ganz vorzüglich künstlerisch in Szene gesetzt. Er präsentiert sein futuristisch angehauchtes Szenario in einem modernen, dynamischen, fast schon eleganten Strich, der aber dennoch unverkennbar im Sinne der klassischen frankobelgischen Comicschulen geführt wird. Eine sehr prägnante und kontrastreiche Farbgebung sowie ein dynamisches Panelarrangement – sogar ein ausklappbares „Riesenposter“ ist zu bewundern – geben der Handlung den nötigen Schwung. Ausgedehnte Kampf-Action und fetzige Verfolgungsjagden sind mitreißend und überzeugend, an „Sound-Effekten“ mangelt es nicht und Anleihen bei Frankenstein´s Braut sowie Game of Thrones verbinden Vergangenheit und Gegenwart. Die wie immer allgegenwärtige aberwitzige Situationskomik tut ihr übriges! Neben einer leicht mitschwingenden erotischen Note fügt Munuera diesmal auch einige gar nicht so schwache, morbid-makabre Horror-Effekte hinzu. Ein in der Mitte auseinandergerissener, mumifizierter Leichnam von Elvis Presley ist schon ein starkes Stück, auch die sich zersetzenden, in sich zerfließenden Klone sind kein schöner Anblick, eher eine ziemliche Schweinerei. Halt wie immer ganz nach dem Motto: Katastrophen sind die Spezialität des Zyklotropen! Obwohl er sich ständig als bösartiger, egoistischer Welteneroberer gibt, kann man ihm irgendwie doch nicht wirklich böse sein. Vermutlich auch deswegen, weil er echt unfassbar vergesslich und schusselig ist. Ein perfektes Beispiel sind seine neu entwickelten Zyklostiefel: Bereits in der Luft, mit vollem Karacho auf eine Wand zuhaltend fällt ihm ein, dass er vergessen hat Bremsen einzubauen! Wie soll man da ernst bleiben? Diesmal allerdings, das muss man auch sagen, wirkt er summa summarum gar nicht so schusslig, tatsächlich eher souverän und bedacht, so viel geht eigentlich gar nicht schief. Irgendwie entwickelt er sich doch weiter, einen nicht unerheblichen Einfluss dürfte da auch sein Töchterchen Zandra haben! Die Persönlichkeit des Zyklotrop ist halt „ebenso komplex wie faszinierend“!
Fazit Ein abwechslungsreiches, rasantes und überaus menschliches Szenario, professionell und sympathisch in einem modernen Comicwerk umgesetzt. Und gleichzeitig eine wunderbare und stellenweise urkomische Hommage an die klassischen Spirou und Fantasio Abenteuer! Allerdings ist der Zyklotrop mittlerweile doch noch richtig erwachsen geworden, man kann das vorliegende Abenteuer mit musikalischem Ur-Action-Poster tatsächlich auch ohne jegliche Vorkenntnisse in vollen Zügen genießen! Volle Punktzahl!