Comic - Abenteuer

Spirou und Fantasio Spezial 27: Stiftung Z

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Spirou und Fantasio Spezial 27: Stiftung Z
Spirou und Fantasio Spezial 27: Stiftung Z Comic - Abenteuer | mit: Denis-Pierre Filippi (Autor)Bewertung:★★★★★ Welche Abenteuer könnten Spirou und Fantasio wohl in einer fernen Zukunft erleben? Genau dieser Frage widmete das Künstlerduo Filippi und Lebeault das vorliegende Album aus der Serie Spirou und Fantasio Spezial. Das Resultat ist ein optisch bestechendes, rasant-furioses Science-Fiction Fantasy Spektakel der Sonderklasse. Ein tolles Erlebnis für junge, alte und neue Freunde von Spirou und Fantasio – mal was wirklich Anderes! Handlung Agent Spirou ist trotz seines bekannten Elternhauses scheinbar nur ein winziges Rädchen in der schier übermächtigen Maschinerie der „Administration“. Doch der äußere Schein trügt, denn Spirou sammelt unbemerkt Informationen über eine geheimnisvolle, nur im Hintergrund und unter dem Schutz der „Administration“ agierende Organisation namens „Stiftung Z“. So kann er seinen „Traum vom Geheimagent“ im Außendienst wirklich werden lassen! Auch die geächteten Rebellen haben ein starkes Interesse, mehr über die mysteriöse „Stiftung“ Z in Erfahrung zu bringen. Unter ihnen ist auch Steffanie, seine Schwester, quasi das „schwarze Schaf“ der hochwohlgeborenen Familie. Doch während Spirou feinfühlig und im Hintergrund arbeitet, agiert seine Schwester ungestüm und unvorsichtig, was die Beiden dann, wie nicht anders zu erwarten, in erhebliche Schwierigkeiten bringt und den Fokus der „Administration“ auf sie lenkt. Und ohne das beherzte und waghalsige Eingreifen eines unbekannten Agenten namens Fantasio wäre es um die Beiden geschehen gewesen! Die Absichten von Fantasio gehen in eine ähnliche Richtung wie die von Spirou und Steffanie, es bedarf aber noch so mancher heftiger Diskussion, bis sich das Trio auf ein gemeinsames Vorgehen einigen kann. Doch die Pläne und Errungenschaften der „Stiftung Z“ liegen außerhalb der menschlichen Vorstellungskraft, denn neben einem zukünftigen Alter Ego des Grafen von Rummelsdorf haben auch Zantafio und Zyklotrop ihre Finger im Spiel! BewertungIm futuristischen Szenario von Denis-Pierre Filippi agieren Spirou und Fantasio in einem völlig ungewohnten Umfeld, selbst ihre Beziehung zueinander erscheint fremdartig und neu. Auch die Tatsache, dass Spirou eine etwas nervige Schwester namens Steffanie (so wie die ebenfalls anstrengende Reporterin aus alten Tagen) hat, ist eine interessante Abwandlung. Auch das äußere Erscheinungsbild der Gefährten ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, alleine schon deshalb, weil sie so groß erscheinen! Fabrice Lebeault arbeitet mit einem realistischen Strich, der leicht cartoonartig angehaucht ist. Auch die Seitenaufteilung mit einem modernen, dynamischen Paneldesign ist äußerst ansprechend, die Zeichnungen, oftmals in Übergröße auf bis zu zwei Seiten, liebevoll und akribisch ausgearbeitet, die Bildhintergründe brillant und detailverliebt in bestechender Farbgebung. Tatsächlich sind die fremdartigen Impressionen einer Stadt aus einer fernen Zukunft in ihrer Zahl schier endlos, man braucht scheinbar Minuten, um wirklich jedes noch so feine Detail erfassen zu können: Futuristische Architektur und Gerätschaften, Flugkörper jeder Form, Art und Größe, Steckdosen mit Ärmchen, allerlei verspieltes Getier, manche auch mit telepathischen Fähigkeiten, exotische Gewächse und vielflügelige Lebewesen mit Trageeinrichtungen zum Personen-Transport oder die Gewinnung von Treibstoff aus riesigen Skeletten, um nur ein paar zu nennen. Auch Action-Sequenzen kommen nicht zu kurz, innovativ und dynamisch in Szene gesetzt, wie beispielsweise die waghalsige „Flugrettung“ durch Agent Fantasio. Dennoch ist der zukünftige Fantasio keineswegs die uns so vertraute übermütige, schusslige und draufgängerische Spaßkanone, sondern eher zurückhaltend, berechnend und oft nachdenklich. Tatsächlich, wie sich später herausstellt, weiß er selber nicht, wer er wirklich ist, denn 2000 Jahre in der Zukunft wurde auch die Kunst der Gehirnwäsche nahezu perfektioniert! Aber keine Angst, auch die uns so bekannten und vertrauten Gefährten aus dem Original Rummelsdorfer Universum haben zumindest einen kurzen Auftritt – ebenso wie allerlei Pilzzüchtungen und Pilzkulturen von Pankratius! Und – quasi als kleines Suchspiel: Auch das Marsupilami ist zu entdecken, allerdings nur ganz klein auf dem Cover eines Buches. Ein kurzer, dokumentarischer Anhang mit Skizzen-Galerie ordnet das vorliegende Werk ein in das immer noch ständig wachsende, inhaltlich und chronologisch in sich stimmige und nach wie vor faszinierende Spirou und Fantasio-Universum mit all seinen bunten und abwechslungsreichen Facetten. Dieses umfasst neben der ursprünglichen, bis heute fortgesetzten Hauptserie zusätzlich parallel laufende Sonder-Reihen mit von verschiedenen Gastkünstlern prächtig in Szene gesetzten Einzelabenteuern.
Fazit Eine faszinierende Neuinterpretation eines Comic-Klassikers, die nicht zuletzt durch ihre graphische Ausarbeitung besticht! Ein garantiertes Lesevergnügen für Alt und Jung, welches jedoch dem Leser ein gehöriges Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit abverlangt. Die in teilweise überformatigen, regelrechten Gemälden zu entdeckenden retro-futuristischen Eindrücke, graphischen Details und Feinheiten sind in ihrer Zahl schier unendlich, auch das Szenario des studierten Philosophen Filippi selbst ist hochkomplex und anspruchsvoll. Ein durchaus ernst zu nehmendes Comic-Werk in Überlänge, das nie langweilig wird und mit allerlei Überraschungen, völlig neuartigen Eindrücken und einem bemerkenswerten Schluss aufwarten kann.
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