Buch - Drama

Staatenkonkurrenz und Vernunft - Europa 1648 - 1789

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Staatenkonkurrenz und Vernunft - Europa 1648 - 1789
Staatenkonkurrenz und Vernunft - Europa 1648 - 1789Buch - Drama | mit: Gerrit WaltherBewertung:★★★★★ Ich freue mich ein jedes Mal, wenn der Postmann klingelt und mir ein Buch aus dem Hause „C.H. Beck“ bringt, denn die breite Wissensvermittlung macht mich einfach glücklich. Vor allem, weil die Qualität stets ausgezeichnet ist und ich mich als Leser sofort in die gewünschte Materie vertiefen kann. Heute halte ich „Staatenkonkurrenz und Vernunft - Europa 1648 - 1789“ in meiner Hand. Ein geschichtsträchtiges Werk, dass aber irgendwie, dank Länder wie England, Polen und Bulgarien wieder an Aktualität gewonnen hat. Ja, die Schatten der Vergangenheit, obwohl sie jeder kennt, wird man einfach nicht los. Das demokratische Miteinander muss ständig verteidigt werden, von uns allen. Aber dafür ist ein Blick in den Rückspiegel von Vorteil. Handlung Die Zeit zwischen 1648 und 1789 ist eine Zeit der Gegensätze und Paradoxien. Das «lange» 18. Jahrhundert erfand die Menschenrechte – und ließ die weibliche Hälfte der Menschheit außen vor. Es propagierte Selbstbestimmung – und perfektionierte die Sklaverei. Es gilt als Zeitalter der Vernunft und war doch von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt wie kaum ein anderer Abschnitt der Geschichte.
Gerrit Walther entwickelt in diesem Band ein breites Panorama der europäischen Staaten und der von ihnen beherrschten Teile der außereuropäischen Welt zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und der Französischen Revolution. Hierbei zeigt sich, dass Staatenkonkurrenz und Vernunft die zentralen Begriffe sind, mit denen sich die Epoche der Aufklärung begreifen lässt.Bewertung„Staatenkonkurrenz und Vernunft - Europa 1648 - 1789“ schließt die zehnjährige Reihe „C.H. Beck - Geschichte Europas“ eindrucksvoll ab. Das Buch ist zwar an 10. Stelle erscheinen, ordnet sich allerdings chronologisch an fünfter Stelle ein.

Was mir an dem Inhalt so gefallen hat, sind natürlich die Ereignisse. Es war ein Zeitalter, dass sehr viele kriegerische Auseinandersetzungen hatte, obwohl man gerade aus der Urkatastrophe, dem 30. jährigen Krieg, herausgeschnitten war. Dennoch brauchte es vielleicht auch diese Auseinandersetzung, damit die Freiheitsbewegung ihren Lauf nehmen konnte. Dennoch dauerte es noch sehr lange und kostete noch mehr Menschenleben bis Europa das wurde, was es heute ist. Ein Kontinent, der von Freizügigkeit und Demokratie übersäht ist, an derem Horizont sich allerdings wieder nationale Interessen breit machen, die das Wohl aller wieder einmal gefährden können.

Die Zeilen hat Autor Gerrit Walther verfasst, der sich natürlich in seinem Fachgebiet bestens auskennt und u.a. für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Bergischen Universität Wuppertal arbeitet. Seine Vita spricht für ihn und das merkte ich auch beim Lesen. „Staatenkonkurrenz und Vernunft“ war eine breite Wissensvermittlung, die den Finger in die Wunde legte und uns über die Epoche aufklärte. Das Zeitalter der Vernunft war aber leider eine der kriegerischsten Abschnitte unserer Geschichte. Dieser Gegensatz führte sich weiter fort. So entstanden die Menschenrechte, aber die Frauen blieben weiterhin außen vor. Die Aufzählung kann ich sicherlich noch weiter führen, möchte aber nur einen krassen Gegensatz nennen, wenn es um die propagierte Selbstbestimmung ging und auf der anderen Seite eine perfektionierte Sklaverei florierte.

Die Ziegruppe ist abgesteckt, das Buch wird sich sicherlich nicht in den Top Ten Bestsellerlisten finden, doch es ist - genauso wie die komplette Reihe - eine wichtige Zusammenfassung unserer Geschichte und sollte einfach gelesen werden. Fazit „Staatenkonkurrenz und Vernunft - Europa 1648 - 1789“ ist das gute Ende einer großartigen zehn teiligen Reihe und ein Must have für Geschichtsfans.
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