Filme - Komödie

Stan & Ollie

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Stan & Ollie
Stan & OllieFilme - Filmbiografie | mit: Regisseur: Jon S. Baird; Darsteller: John C. Reilly, Steve CooganBewertung:★★★★★ Dick und Doof – unter diesem Namen ist das Duo Oliver Hardy und Stanley Laurel weltweit bekannt. Zusammen mit Charlie Chaplin und Buster Keaton haben sie die Comedy-Szene im frühen Hollywood maßgeblich geprägt und bis in die 50er Jahre hinein Filme gedreht. Über 100 Filme hat das Duo gemeinsam gedreht. Der Biopic Stan & Ollie legt seinen Fokus aber auf die späten Jahre des Duos. Handlung Es ist 1937 und Stan und Ollie sind gerade dabei, ihren Film Zwei ritten nach Texas zu drehen. Stan fühlt sich vom Studioboss hintergangen und will mehr Geld für seine Leistung bekommen. Doch Ollie kann und will nicht mit Stan gegen den Boss rebellieren. 15 Jahre später touren Dick und Doof durch die Theater der Vereinigten Königreiche. Dadurch erhoffen sie sich, die Finanzierung ihres geplanten Robin-Hood-Films zu sichern. Die Tour wird zum großen Erfolg, doch Stan hat Ollie seinen damaligen Betrug nie ganz verziehen. Trailer BewertungObwohl Dick und Doof mit Slapstick und Humor in Verbindung gebracht werden, ist die Geschichte derer Darsteller eher tragisch. Oder sagen wir lieber tragikomisch. Und genauso ist der Film Stan & Ollie auch. Oliver Hardy ist ein sehr übergewichtiger Mann, der mit Geld nicht recht umgehen kann und Stan Laurel versucht (vergeblich) gegen die Mühlen des Showbusiness anzukämpfen. Dennoch beweisen sie immer wieder Humor, sowohl wenn sie zusammen am Skript zum Robin-Hood-Film oder an neue Sketches für ihre Tour arbeiten, als auch jeder für sich. John C. Reilly und Steven Coogan verkörpern die beiden Männern – und ihre gegensätzlichen Seiten – sehr gut. Vor allem Coogan als Stan Laurel hat mir richtig gut gefallen.
Meine Lieblingsszenen sind die, in denen ich den Platz der Zuschauer einnehmen konnte, die die Performance der beiden gesehen haben. Die Sketches sind unglaublich einfach: Laurel macht was Dummes, was Hardy in Rage bringt, Hardy will ihm eine reinhauen und am Ende ist er selbst derjenige, der dafür bezahlt. Aber in dieser Einfachheit liegt auch der Charme des Ganzen. Ich habe mich fast totgelacht, als Laurel und Hardy auf der Bühne stehen und sich immer wieder verpassen, weil der eine in das Häuschen reingeht, während der andere gerade daraus rauskommt.
Eine andere Sache, die mich wirklich beeindruckt hat, ist die Genauigkeit. Nicht nur sehen die Kostüme, Requisiten und Locations nach 1950er Jahre aus. Auch die Art und Weise, wie Coogan und Reilly Laurel und Hardy auf der Bühne spielen ist unglaublich nah an der Wirklichkeit. Am Ende des Films wird die Szene gezeigt, die man ganz am Anfang des Films sieht – nur als Schnipsel aus dem echten Film Zwei ritten nach Texas. Die Bewegung und Mimik der beiden sitzt einfach perfekt.
Leider hat der Film etwas zu lange gebraucht, um mich zu packen. Die erste Szene, die so in etwa 15 Minuten geht, zeigt, wie die beiden sich auf eine Filmszene vorbereiten. Der Konflikt mit dem Studioboss wird dargelegt, man lernt ihn kennen und am Ende steht die Konfrontation. Dann gibt es den Zeitsprung und man begleitet Laurel und Hardy auf ihrer UK-Tour. Ein interessanterer Start wäre meiner Meinung nach gewesen, wenn man nach und nach erfahren hätte, warum sich die beiden Männer auseinandergelebt haben.
Fazit Steve Coogan und John C. Reilly sind definitiv das Highlight des Films. Sie bringen nicht nur die Filmpersönlichkeiten rüber, samt Slapstick und Humor, sondern auch die „echten“ Stan und Ollie. Leider hat der Film (für mich) zu lange gebraucht, um mich wirklich zu packen. Außerdem waren Dick und Doof nie wirklich Teil meiner Filmerziehung. Für Fans des Duos hat Stan & Ollie bestimmt viel mehr zu bieten.
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