Comic - Star Wars

Star Wars - Die letzten Jedi

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Star Wars - Die letzten Jedi
Star Wars - Die letzten JediComic - Star Wars | mit: Gary Whitta, Michael Walsh, Mike SpicerBewertung:★★★★★ Star Wars – Die letzten Jedi, ein Film der Ende 2017 in die Kinos kam und für große Diskussionen gesorgt hat. Diejenigen, denen der Film nicht gefallen hat, schienen in weiten Teilen des Internets beinahe persönlich beleidigt, entfachten Debatten und starteten im Wahn gar absurdeste Petitionen, im Versuch den Film quasi ungeschehen zu machen. Doch der Film konnte Andere überzeugen und hat sowohl neue Fans für das Star-Wars-Franchise gewonnen als auch viele alteingesessene Fans ins Schwärmen gebracht. Ich gebe zu am ehesten zur letzten Gruppe zu gehören. Doch das soll nicht primär Grundlage für meine Rezension des im Dezember 2018 erschienen „offiziellen Comics zum Film“, der ebenfalls den Titel „Star Wars – Die letzten Jedi“ trägt, sein. Entscheidender sollte meiner Meinung nach sein, inwiefern der Comic den Film authentisch wiedergibt, denn das erwarte ich von einem „Comic zum Film.“ Dennoch soll das Werk für sich allein stehen können und nicht auf den Film als Wissensgrundlage des Lesers bauen. Gelingt dem Comic dieser Spagat? Handlung Aus den Überbleibseln des Imperiums ist die Erste Ordnung hervorgegangen, die der Kern-Republik vernichtenden Schaden zufügen konnte. Nur eine Gruppe von Widerstandskämpferinnen und -kämpfern um Leia Organa bietet der wachsenden Gefahr die Stirn. Doch schon bald wird diese Gruppe, zu der auch die Protagonisten der neuen Episoden von der Ersten Ordnung aufgespürt und es beginnt ein fast chancenloser Fluchtversuch, denn die Erste Ordnung ist in der Lage die Flotte der Widerständler auch durch den Hyperraum aufzuspüren. Während die machtsensitive Rey Luke Skywalker aufgespürt hat, um ihn dazu bewegen ihr die Wege der Macht beizubringen und sich der Sache anzuschließen, müssen nun Leia, Finn, Poe Dameron und später auch die neue Befehlshabende Admiral Holdo einen Weg aus der Krise finden. Auch weil dabei keine vollständige Einigkeit über den besten Plan herrscht, geraten die Widerständler gehörig unter Druck. Wird es ihnen gelingen zu entkommen? Trailer BewertungIn Bezug auf die Geschichte folgt der Comic exakt dem oben beschriebenen Szenario und somit der Grundlage, die der Film geschaffen hat. Viele Panels sind dabei verblüffend nah an Szenen aus dem Film und wirken beinahe wie Standbilder von eben jenem. Das ist einerseits sehr gelungen, andererseits hat man sich aber auch dazu entschieden selbst die Szenen originalgetreu abzubilden, die in den Kommentaren zum Film weniger gut wegkamen. Ohne die wenigen Personen, an denen der Film bisher komplett vorüber gegangen ist, zu sehr zu spoilern, werfe ich einfach nur das Stichwort „Super-Leia“ in den Raum. Das kann man dem Comic aber nicht wirklich negativ anrechnen, denn ein Comic zum Film ist nun einmal auf oben genannte Nähe zur Adaptionsvorlage ausgelegt. Mit gehangen, mit gefangen.
Ein weiterer Grund, warum die Nachahmung der Vorlage so gelungen wirkt, sind sicherlich im Großen und Ganzen die sehr gut gezeichneten Charaktere. In den Zeichnungen ist Rey nicht einfach nur Rey, sondern Daisey Ridley als Rey. Gleiches gilt für die meisten der Figuren, etwa Luke Skywalker, Admiral Holdo, Kylo Ren, oder auch die in „Die letzten Jedi“ neu eingeführte Rose. Umso komischer wirkt es da auf mich, dass mit Poe Dameron und Finn ausgerechnet zwei der zentralen Hauptfiguren in ihren Gesichtszügen wenig den Vorlagen entsprechen. Das ist ein kleiner Schandfleck in der sonst ziemlich coolen und authentischen Optik des Comics. Der Zeichenstil gefällt mir insgesamt sehr gut. Vor allem das Coloring vermittelt sehr gut die düstere Weite des Weltalls und in Kontrast dazu die hellen und leuchtenden Explosionen, Blasterfeuer und Lichtschwerter. Die Mystik der Star-Wars-Saga sehe ich in den Zeichnungen gut repräsentiert. Lediglich der Detailgrad ist mir in manchen Panels nicht hoch genug. Hier und da geht dadurch die Mimik einiger Personen etwas unter und so auch ein wenig an Emotion verloren. Gerade bei Personen und Objekten im Hintergrund hat man es ebenso teilweise etwas zu sehr simplifiziert.
Alleinstehend liest sich der Comic durchaus gut, die Geschichte wird alles in allem verständlich transportiert. Nur mit Kenntnis des Films fallen hier und da einzelne Szenen auf, die weggelassen oder gekürzt wurden. Der Vermittlung der Story tut das aber keinen Abbruch, denn meist handelt es sich hierbei um Gags oder Szenen, die im Film eher der Atmosphäre dienten oder dienen sollten, als dass sie die Geschichte entscheidend vorangetrieben hätte. So kommt zum Beispiel durch den fehlenden Grund warum BB-8 seinen Kopf in die Elektronik von Poes X-Wing steckt – er muss mit seinen Greifwerkzeugen zu viele Sicherungen auf einmal „überbrücken“ – der Witz nicht so wirklich zur Geltung. Ausgelassen wurde etwa auch eine längere Szene auf der Insel, auf die sich Luke zurückgezogen hat, in der er bei seinen alltäglichen Erledigungen gezeigt wird, um ihn als mittlerweile eigenbrötlerischen Einsiedler zu charakterisieren. Fazit Alles in allem ist der Comic also durchaus gelungen. Dennoch frage ich mich: Für wen ist er eigentlich gedacht? Wer den Film gesehen hat, hat durch den Comic keinerlei Mehrwert, außer die generelle Neugier auf der Art und Weise, wie diese Umsetzung gelungen ist, soll befriedigt werden. Doch all jene, die den Film noch nicht gesehen haben, haben vermutlich auch nicht das allergrößte Interesse am Star-Wars-Franchise an sich und dürften somit auch den Comic nicht allzu heiß erwartet haben. Doch man muss zugeben, dem Comic gelingt es das zu sein, was er vorgibt: „Der offizielle Comic zum Kinoblockbuster.“ Nicht mehr und nicht weniger.
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