Comic - Star Wars

Star Wars Sonderband– Solo: A Star Wars Story

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Star Wars Sonderband– Solo: A Star Wars Story
Star Wars Sonderband– Solo: A Star Wars Story Comic - Star Wars | mit: Text: Alessandro Ferrari, Zeichnung: Igor Chimisso, Matteo PianaBewertung:★★★★★ Mit dem Sonderband Solo: A Star Wars Story las ich jüngst meinen zweiten „offiziellen Comic zum Film“, den ich nun vorstellen und bewerten möchte. Soviel vorweg: Dieser Comic interpretiert das Prinzip „Comic zum Film“ vollkommen anders, als es „Die letzten Jedi“ getan hat. Das betrifft vor allem Zeichenstil und den Umfang. In der Review erfahrt ihr mehr darüber. Handlung Han träumt von nichts mehr als mit Qi´ra seine Heimatwelt Correlia zu verlassen und Pilot zu werden. Auf Correlia herrschen Gewalt und Verbrechen, Untergrundbanden und Verbrechersyndikate streiten um die Vorherrschaft und Han mischt mit kleineren Gaunereien mit, die ihn bei Gangsterboss Proxima vor Anklage bringen. Doch er kann fliehen und ein Diebstahl kostbarer Ware verschafft ihm die Möglichkeit die Sperrzone zu verlassen. Aber Qi´ra wird aufgehalten und so müssen sie vorerst getrennt klarkommen. Doch Han verspricht sie eines Tages zu wiederzufinden. Und nach einige Eskapaden – Han schließt sich erst dem Imperium und dann einer Truppe Deserteure an – kommt dieser Tag tatsächlich. Doch da ist schon nichts mehr, wie es früher einmal war… Trailer BewertungDer Comic zu Solo: A Star Wars Story offenbart leider in den zwei größten Kategorien Schwächen: dem Stil und der Erzählweise.
Die Geschichte wird, anders als zum Beispiel bei Die letzten Jedi, auf nur 70 Seiten gepresst. Das führt dazu, dass einige Szenen, die aus dem Film entnommen wurden, einfach unvollständig wirken. Hat man den Film gesehen, fällt das auf und stört, hat man den Film nicht gesehen, versteht man einige Szenen gar nicht erst im Detail. Tatsächlich wird einigen Handlungsabschnitten nur wenige Panels platz geboten, was im Endeffekt zu einer sehr hektischen Erzählweise führt. Auch wenn einige Szenen des Films sicherlich zum Verständnis der gesamten Story nicht zwingend notwendig sind, so ist es doch interessanter, wenn beispielsweise Actionszenen genügend Raum geboten wird, um zu wirken. Stattdessen bedient sich der Comic einzelnen Panels in denen Erzählersprechblasen die Handlung im Sinne von „jetzt passiert Handlung A“, „nun geht es weiter mit Handlung B“ darstellt. Das kann prinzipiell natürlich ein probates Mittel sein, wenn es nicht, wie in diesem Fall, faul wirkt. Die Erzählerstimme ist hier kein erläuterndes Beiwerk, sondern viel zu häufig Ersatz für ein vernünftiges Ausformulieren und Ausgestalten der Handlung. Den einzigen Punkt in Bezug auf die Geschichte gibt es dafür, dass eben letztlich doch alle Informationen insofern untergebracht sind, dass die Story der des Films entspricht. Ein Comic zum Film eben.
Auch stilistisch gefällt mir Solo: A Star Wars Story leider nicht ganz so gut, wobei der eher „kindlich“-bunte Comicstil noch Geschmackssache sein mag. Aber ein großes Problem der markant überzeichneten Charaktere ist meiner Meinung nach die Mimik. Qi´ra sieht zum Beispiel immer müde, wenn nicht sogar high aus, aber den Protagonisten Han Solo hat es noch schlimmer getroffen. Dieser wird nämlich in nahezu jeder Szene verschmitzt lächelnd dargestellt. Ein Blick, der ihn in diesem Comic zum absoluten Unsympathen macht. Na klar, Han Solo ist ein arroganter, Selbstverliebter Typ, der aber dennoch immer zumindest etwas Heldenpotenzial durchblicken ließ. Ein schmaler Grad zwischen Coolness und Arroganz, der in der Darstellung im Comic leider vollständig in Richtung Arroganz kippt.
Cool sind allerdings die Erläuterungen zu den Hauptpersonen am Anfang des Comics. Dort werden Bilder aus dem Film und dem Comic gegenübergestellt und einige zusätzliche Informationen gegeben, die mir so mit dem Film als Grundlage, auch noch nicht bekannt waren.
Fazit Nichtsdestotrotz hat mich der offizielle Comic „Solo: A Star Wars Story“ nicht überzeugt. Der Zeichenstil ist irgendwie nicht mein Fall und lässt Hauptfigur Han Solo leider viel unsympathischer wirken, als er es meiner Meinung nach verdient hat. Fairerweise sei aber erwähnt, dass Panini den Comic als „Galaktische Comic-Action für junge Leser!“ bewirbt, was den Stil und eventuell auch die Simplizität bzw. Kurzweiligkeit erklären könnte. Dennoch ist die Story viel zu offensichtlich zusammengestaucht, um auf nur 70 Seiten Platz zu finden, was zu einer hektischen Erzählweise führt. Gerade in Bezug darauf ist es durchaus tragische Komik, dass der Band mit folgendem Zitat Han Solos abschließt: „Dann müssen wir einen schnelleren Weg finden.“
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