Comic - Star Wars

Star Wars: TIE-Jäger - Schattengeschwader

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Star Wars: TIE-Jäger - Schattengeschwader
Star Wars: TIE-Jäger - SchattengeschwaderComic - Star Wars | mit: Autorin: Jody Houser, Zeichnungen: Roge Antonio u.a.Bewertung:★★★★★ Dass das Star-Wars-Comicuniversum hier und da mal frische Charaktere und Geschichten gebrauchen könnte, predige ich schon seit einiger Zeit. Nun ist in Deutschland mit „Tie-Jäger – Schattengeschwader“ die Sammlung der ersten fünf Ausgaben der TIE-Fighter-Hefte erschienen. Neugierig hat mich da vor allem die Frage gemacht, ob es der Comic schafft Charaktere und deren Beweggründe darzustellen, in die man sich gut hineinversetzen kann, obwohl es eher um die „Bösen“ geht. Handlung Das 204te Geschwader, besser bekannt als das Schattengeschwader, ist die absolute Eliteeinheit des Imperiums, wenn es um Luftgefechte geht. In der Truppe kann sich jeder auf die anderen verlassen und so sind sie die Frontlinie im Kampf gegen die aufständischen Rebellen. In der Mission in diesem Band muss ein abhanden gekommener Sternzerstörer wieder zurückerobert werden, denn neben den Rebellen scheint es andere Gruppierungen zu geben, die sich vom Imperium abgewandt haben. BewertungDie eingangs erwähnte Frage brannte mir bis zum Ende des Comics noch auf der Seele. Hat der Comic es geschafft, dass ich die Beweggründe der einzelnen Figuren nachvollziehen kann, warum sie für das brutale, autoritäre und korrupte Imperium arbeiten, und konnte ich gar mit ihnen sympathisieren? Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten, denn tatsächlich versucht der Comic genau darauf abzuzielen, scheitert aber an einigen Stellen aus verschiedenen Gründen doch immer wieder.
Viele Storylines werden nur angedeutet und Mysterien bleiben bis zum Ende ungeklärt. Im Schattengeschwader gibt es tatsächlich einen Maulwurf, der oder die für die Rebellen spioniert. Eine Figur, der man schon eher sein Vertrauen schenken würde. Doch die Beweggründe und Gefühle bleiben unausgesprochen. Es ist klar, dass der Comic in seiner Erzählung irgendwie darauf hinaus möchte, dass es innerhalb des Imperiums dennoch Gruppen geben kann, die sich untereinander wie eine Familie betrachten, sich gegenseitig vertrauen und weniger hinterlistig und korrupt miteinander umgehen, als es das Imperium selbst an vorderster Front und im Umgang mit den vielen Sternensystemen der Galaxis tut. Doch die Ansätze dazu bleiben relativ schwammig.
Man erfährt zwar, woher sie im Groben kommen, aber die Dramatik hinter den Geschichten muss man sich eher erschließen, als dass sie durch Emotionen der Charaktere sichtbar gemacht würde. Es gibt beispielsweise einen Piloten in fünfter Generation, über den man in einem Rückblick erfährt, wie er mit seiner Großmutter spricht, die immer betont, dass Imperium und Republik doch irgendwie das Gleiche unter anderem Namen sind. Das deutet an, wie komplex die Politik hinter der Neuordnung der Galaxis durch die Machtergreifung des Imperators ist und wie schwer für einzelne Personen nachzuvollziehen und zu durchschauen. Sind demokratische Republik und autoritäres Imperium WIRLICH am Ende das Gleiche? Doch diese Frage könnte dann ausgearbeitet werden oder wenigstens könnten sich die Charaktere, die ja für eben jenes Imperium arbeiten, sich diese stellen. Doch das wird weitestgehend versäumt. Zwar gibt es hier und da einen Austausch der Piloten untereinander, was man besser nicht laut aussprechen sollte oder ähnliches, aber das wirkt eben doch auch nur wie ein Lästern hinter dem Rücken des Chefs. Und obwohl das Imperium für die Piloten ja eben genau das ist – ein Arbeitgeber – ist die Situation ja irgendwie doch eine andere. Möglicherweise zielt der Comic eher darauf ab, die „Normalität“ der Arbeit in der Armee des Imperiums darzustellen und dass sich eben die Akteure dort weitestgehend keiner Schuld bewusst sind. Aber das ist dann irgendwie einfach als Story zu simpel.
Trotz einiger Dramatik in der Handlung – ein Charakter der Truppe wird beispielsweise eine der Raumschlachten nicht überleben – kann man dadurch meiner Meinung nach nicht so hundertprozentig mit den Figuren mitfühlen.
Der Ansatz der „Gut-Böse-Umkehr“, bzw. der Betrachtung der Figuren, die man eigentlich als die Bösen bezeichnen kann, als zu Empathie fähigen und fast familiären Persönlichkeiten, ist im Kern interessant. Aber letztlich ist diese Idee nicht detailliert genug ausgearbeitet, um vollends zu überzeugen.
Die Zeichenstile der insgesamt sechs Zeichner greifen gut ineinander und sorgen insgesamt für einen einigermaßen kohärenten Look.
Fazit Auch wenn die Idee des Comics interessant ist, konnte ich der Aufmachung der Story in der Form, wie sie vermutlich gedacht ist, nicht so ganz folgen. Es bleiben Beweggründe der Charaktere und ihre tatsächlichen Motive verschwommen und es mangelt an Identifikation mit den Figuren. Einige Mysterien, die eigentlich Spannung aufbauen, bleiben bis zum Ende des Comics ungelöst. So wirkt die Miniserie insgesamt etwas unvollständig. 3 Sterne gibt es von mir aber für die grundsätzlich interessanten Ansätze trotzdem und auch dafür, dass der Band an einigen überraschenden Stellen an andere Star-Wars-Geschichten anknüpft.
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