Filme - Horror

Suspiria (2018)

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Suspiria (2018)
Suspiria (2018)Filme - Horror | mit: Dakota Johnson, Tilda Swinton, Angela WinklerBewertung:★★★★★ Statt sich mit einer schnöden Neuverfilmung zufriedenzustellen, erzählt „Call Me By Your Name“-Regisseur Luca Guadagnino die Geschichte von Dario Argentos Horror-Klassiker auf eine vollkommen andere, aber ebenso faszinierenden Art und Weise. Handlung Inmitten der Wirrungen des Deutschen Herbsts heuert die schüchterne Amerikanerin Susie Bannion an der Balletschule von Madame Blanc an. Doch die Schule hält mehr als nur ein dunkles Geheimnis bereit. Der Albtraum beginnt… Trailer BewertungEinen Film neuaufzulegen ist immer ein Glücksspiel. Dies gilt speziell für Filme, die so bekannt und beliebt sind wie Dario Argentos „Suspiria“ aus dem Jahr 1977. Von der kultigen Musik der Band Goblin, über die schaurige Inszenierung, bis hin zu den absolut wahnwitzigen Farben, ist der Film noch heute ein idealer Einstiegspunkt, wenn man sich das Werk des italienischen Meisters zu Gemüte führen will.

Als dann bekannt wurde, dass sich sein Landsmann, der Oscar-nominierte Luca Guadagnino, an einem Remake versuchen würde, sorgte das für eine durchaus gemischte Resonanz, da man einem Remake grundsätzlich skeptisch gegenübersteht, mit Guadagnino allerdings ein durch und durch talentierter Filmemacher an Bord ist.

Schon ab der ersten Minute merkt man, dass der Film seinen ganz eigenen Weg geht. Statt im fast märchenhaft wirkenden Freiburg, spielt dieser neue „Suspiria“ in Berlin während den chaotischen Tagen des Deutschen Herbstes. Statt den leuchtenden Farben regiert ein deprimierendes Grau. Generell unterscheidet sich die Kameraarbeit doch recht deutlich von der letzten Zusammenarbeit von Guadagnino und seinem thailändischen Kameramann Sayombhu Mukdeeprom, dem sonnengefluteten „Call Me By Your Name“.

In der Hauptrolle haben wir Dakota Johnson, die bereits zum zweiten Mal unter der Regie von Luca Guadagnino zu sehen ist, lässt den Spott hinter sich, den sie für ihre Rolle in den „Fifty Shades“-Filmen erntete und spielt unglaublich befreit auf. Gerade die Tanzsequenzen, aber auch Entwicklungen im Laufe des Films zeigen eine starke Darstellerin, die nur darauf gewartet hat, ihre Fähigkeiten scheinen zu lassen.

Doch auch Tilda Swinton, die mit „Suspiria“ bereits ihre fünfte Zusammenarbeit mit Luca Guadagnino präsentiert, darf in diesem Film absolut brillieren, was auch daran liegen mag, dass sie mehr als nur eine Figur spielt.

Doch auch wenn der neue „Suspiria“ sich mit keinem leuchtenden Farbenkleid schmückt und der neue Soundtrack von „Radiohead“-Frontmann Thom Yorke deutlich schwerfälliger daherkommt als die Musik von „Goblin“, macht der Film so ziemlich alles richtig, was man mit einem Remake richtig machen kann. Man lehnt sich nur so sehr auf’s Original, um die Verbindungen deutlich zu machen, dann aber doch eigen genug, um für sich zu stehen.

Der Horror von dieser neuen Verfilmung ist deutlich behäbiger und erdrückender in seiner Atmosphäre. Der Schauer ist dabei schleichender und weniger offensichtlich als noch in 1977. Auch der Subtext ist durch die Einbindung des Deutschen Herbstes und den Schatten der Nazi-Vergangenheit, ist anders als im Original. Diese Elemente machen das Remake zwar nicht besser als das Original, aber es würde mich stark wundern, wenn die beiden Filme in Zukunft nicht zumindest auf einer Stufe stehen.
Fazit Nach dem romantischen „Call Me By Your Name”, schafft es Luca Guadagnino mit seinem Remake des Horror-Klassikers „Suspiria“ einen wunderbar eigenständigen Film abzuliefern, der den Horror updatet und dabei doch etwas Neues erschafft.
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