Comic - Geschichte
Sweet Salgari
Sweet Salgari Comic - Geschichte | mit: Paolo Bacilieri Bewertung:★★★★★ Emilio Salgari war ein bedeutender italienischer Schriftsteller, vergleichbar mit Karl May. Er schrieb Abenteuerromane, verpflanzte seine Leserschaft an Orte, die zum Träumen einladen, ohne das er jemals da gewesen ist. Eine hohe Kunst. Doch sein Können brachte ihm nicht den gewünschten Erfolg ein, da sein Verlag ihm einen Knebelvertrag vorsetzte. Als seine geliebte Frau geisteskrank wurde, verlor er sämtlichen Lebensmut, begann Selbstmord nach dem Seppuku (Harakiri). Er trat so ab, wie er es in seinen Büchern seinen Fans vorlebte, er wählte einen Tod aus, der ihn auf eine lange Abenteuerreise schickte...
Handlung Emilio Salgari war ein Star in der Buchszene. Er war einer der meistgelesenen italienischen Autoren. Seine Abenteuerromane, insbesondere um Sandokan, den Tiger von Malaysia, brachten Generationen von Jugendlichen dazu, von exotischen Orten und Abenteuern zu träumen.
Den größten Teil seines Lebens verbrachte er als Vielschreiber vor allem in Genua und Turin, und erfand alles, ohne selbst jemals an den Schauplätzen seiner Geschichten gewesen zu sein. Ein Erfinder von Helden, die immer auf der Seite der Rebellen und der Verlierern stehen. Bis zu vier Romane wurden von ihm jährlich gefordert, jedoch lausig bezahlt. An dieser Anforderung ist er zerbrochen und somit wohl eines der ersten Opfer einer industriellen Buchproduktion.BewertungSalgari verabschiedete sich mit drei Abschiedsbriefen. Einer war an seine Kinder gerichtet, der nächste an den Direktor der Giornali Torinesi und der Letzte an seinen Verleger. Aus letzteren ist folgender Passus überliefert:
„Ihr, die Ihr mir die Haut abgezogen habt, um damit reich zu werden, mich und meine Familie dabei allzeit in halbem oder noch ärgerem Elend haltend, von Euch verlange ich nichts weiter, als dass Ihr, im Gegenzug für das Geld, das Ihr durch mich verdient habt, für mein Begräbnis aufkommt.“
Es ist alles in einem kleinen Abschnitt verfasst. Salgari war ein Opfer des Kapitalismus. Wie so viele vor ihm und nach ihm. Das es auch eine Berühmtheit treffen kann, ist bekannt und so ist der Comic, der beim "Avant-Verlag" erschienen ist, eine erstaunliche Entdeckung, die selbst heute, über 100 Jahre nach seinem Tod, noch eine Art Schock. Auf der einen Seite ist es die Art und Weise, wie der Meister Abschied nahm. Er zerfetzte sich förmlich, er blutete aus, genauso wie sein Leben. Er hatte ein unglaubliches Talent, das von einem machthungrigen Menschen ausgesaugt wurde und er fand nur im Selbstmord die Lösung für sich. Es ist die Industrialisierung, die die Menschen damals vernichtet hat, die kein vernünftiges Leben zugelassen hat und diese Mechanismen haben auch nicht vor einfachen Autoren halt gemacht.
"Sweet Salgari" schafft es auf die Romane, die Herzstücke einzugehen und berichtet zugleich von der letzten Reise. Alle Begleitumstände wirken surreal, gar witzig. Doch dann, Schritt für Schritt, geht es auf den Abgrund zu. Zwischenzeitig, in Rückblenden gibt es Aufheiterungen. Geschichten aus der Jugend, Abenteuer von Menschen oder große Schiffe, die hoffnungsvoll dem Horizont entgegenfahren. Doch Schatten ziehen auf. Es geht um den Knebelvertrag. Dem Fetzen Papier, der über ein Menschenleben entscheidet. Papier und Tinte, die so schwer sind wie Fesseln, Eisen oder Betonklötze an den Füßen. Nur mit Mühe kann sich Salgari über Wasser halten. Als ihm dann aber der letzte Auftritt genommen wird, als seine Frau eingwiesen wird, ist der Sog in die Tiefe so schwer, so kraftvoll, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Er wählt jedoch den mutigen Weg. Er tritt auf seine Weise ab. Was sich vielleicht grauenvoll anhört, ist bittere Realität. Salgari macht aus seinem Ableben ein letztes große Abenteuer, die Reise verschlägt ihn nach Japan. Es ist sein Ausweg, es ist aber nicht der Ertrinkungstod, der für ihn vorbestimmt war, seit dem er besagtes Stück Papier unterzeichnet hat...
Fazit "Sweet Salgari" zeigt in wundervollen Bildern, die einen ganz feinen Strich aufzeigen, eine große Tragödie. Es ist das Leben von Emilio Salgari, das jedoch für so viele Schicksale steht. Damals wie heute. Früher in Europa und heute auf der ganzen Welt. Die Reichen beuten die Armen aus und diese können sich lediglich in eine Traumwelt retten...
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Handlung Emilio Salgari war ein Star in der Buchszene. Er war einer der meistgelesenen italienischen Autoren. Seine Abenteuerromane, insbesondere um Sandokan, den Tiger von Malaysia, brachten Generationen von Jugendlichen dazu, von exotischen Orten und Abenteuern zu träumen.
Den größten Teil seines Lebens verbrachte er als Vielschreiber vor allem in Genua und Turin, und erfand alles, ohne selbst jemals an den Schauplätzen seiner Geschichten gewesen zu sein. Ein Erfinder von Helden, die immer auf der Seite der Rebellen und der Verlierern stehen. Bis zu vier Romane wurden von ihm jährlich gefordert, jedoch lausig bezahlt. An dieser Anforderung ist er zerbrochen und somit wohl eines der ersten Opfer einer industriellen Buchproduktion.BewertungSalgari verabschiedete sich mit drei Abschiedsbriefen. Einer war an seine Kinder gerichtet, der nächste an den Direktor der Giornali Torinesi und der Letzte an seinen Verleger. Aus letzteren ist folgender Passus überliefert:
„Ihr, die Ihr mir die Haut abgezogen habt, um damit reich zu werden, mich und meine Familie dabei allzeit in halbem oder noch ärgerem Elend haltend, von Euch verlange ich nichts weiter, als dass Ihr, im Gegenzug für das Geld, das Ihr durch mich verdient habt, für mein Begräbnis aufkommt.“
Es ist alles in einem kleinen Abschnitt verfasst. Salgari war ein Opfer des Kapitalismus. Wie so viele vor ihm und nach ihm. Das es auch eine Berühmtheit treffen kann, ist bekannt und so ist der Comic, der beim "Avant-Verlag" erschienen ist, eine erstaunliche Entdeckung, die selbst heute, über 100 Jahre nach seinem Tod, noch eine Art Schock. Auf der einen Seite ist es die Art und Weise, wie der Meister Abschied nahm. Er zerfetzte sich förmlich, er blutete aus, genauso wie sein Leben. Er hatte ein unglaubliches Talent, das von einem machthungrigen Menschen ausgesaugt wurde und er fand nur im Selbstmord die Lösung für sich. Es ist die Industrialisierung, die die Menschen damals vernichtet hat, die kein vernünftiges Leben zugelassen hat und diese Mechanismen haben auch nicht vor einfachen Autoren halt gemacht.
"Sweet Salgari" schafft es auf die Romane, die Herzstücke einzugehen und berichtet zugleich von der letzten Reise. Alle Begleitumstände wirken surreal, gar witzig. Doch dann, Schritt für Schritt, geht es auf den Abgrund zu. Zwischenzeitig, in Rückblenden gibt es Aufheiterungen. Geschichten aus der Jugend, Abenteuer von Menschen oder große Schiffe, die hoffnungsvoll dem Horizont entgegenfahren. Doch Schatten ziehen auf. Es geht um den Knebelvertrag. Dem Fetzen Papier, der über ein Menschenleben entscheidet. Papier und Tinte, die so schwer sind wie Fesseln, Eisen oder Betonklötze an den Füßen. Nur mit Mühe kann sich Salgari über Wasser halten. Als ihm dann aber der letzte Auftritt genommen wird, als seine Frau eingwiesen wird, ist der Sog in die Tiefe so schwer, so kraftvoll, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Er wählt jedoch den mutigen Weg. Er tritt auf seine Weise ab. Was sich vielleicht grauenvoll anhört, ist bittere Realität. Salgari macht aus seinem Ableben ein letztes große Abenteuer, die Reise verschlägt ihn nach Japan. Es ist sein Ausweg, es ist aber nicht der Ertrinkungstod, der für ihn vorbestimmt war, seit dem er besagtes Stück Papier unterzeichnet hat...
Fazit "Sweet Salgari" zeigt in wundervollen Bildern, die einen ganz feinen Strich aufzeigen, eine große Tragödie. Es ist das Leben von Emilio Salgari, das jedoch für so viele Schicksale steht. Damals wie heute. Früher in Europa und heute auf der ganzen Welt. Die Reichen beuten die Armen aus und diese können sich lediglich in eine Traumwelt retten...