Comic - Drama

Tante NonNon

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Tante NonNon
Tante NonNonComic - Drama | mit: Shigeru MizukiBewertung:★★★★★ Nicht jedem Comic-Fan ist der Name Shigeru Mizuki ein Begriff. Auch ich muss gestehen, dass ich es dem Verleg „Reprodukt“ zu verdanken habe, dass ich Werke von diesem japanischen Ausnahmekünstler in meinen Händen halten kann. Bis dato bin ich aber noch nicht in die traditionelle japanische Geisterkultur eingestiegen. Mit dem Manga „Tante NonNon“ ändert sich das jedoch, denn in diesem Panelfeuerwerk erzählt Mizuki autobiographisch, wie seine Tante ihn quasi den Stoff für seine Geschichten in die Wiege gelegt hat. Handlung Sakaiminato ist eine relativ kleine Stadt an der Westküste Japans und die Handlung spielt im Jahr 1930. Der Ehemann von NonNon ist gerade verstorben und sie kann daher nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Aus diesem Grund wird sie von der Familie des kleinen Shigeru aufgenommen. Die alte Dame kennt sich bestens aus in Sachen Mytholgie und altem Aberglauben. Das ist gut für Shigeru, der bereits in jungen Jahren seine ersten Geschichten voller Fantasie schreibt.BewertungFans des japanischen Manga-Künstlers Shigeru werden die autobiografische Abhandlung über seine Kindheit genießen. Welchen Stellenwert der Künstler in Japan hat, beweist, dass in seinem Heimatort eine Straße nach ihm benannt worden ist, auf der die Skulpturen aus seinen Geschichten stehen. Natürlich darf ein Museum auch nicht fehlen. Ein Kultstatus, den man hierzulande nicht unbedingt kennt. Daher wird „Tante NonNon“ leider keine ganz große Käuferschaft anziehen, obwohl sich ein Blick auf jeden Fall lohnt.

Vordergründig geht es nämlich um die japanische Mythologie, die auf eine ehrliche Unbekümmertheit erzählt wird. Es ist die Tante NonNon, die wie ein Lexikon über alle Geister Bescheid weiß und wie man sie bekämpfen muss oder wie man sie sich vom Leib fern hält. Das Ganze findet in einem altertümlichen Japan statt. Das Männerbild ist noch ein ganz anderes. Ein Mann rennt nicht vor dem Feind weg. Was die westliche Welt aus dem Zweiten Weltkrieg kennt, gemeint sind die Kamikaze-Manöver der kaiserlichen Armee, lernt der Leser in Form von Straßenschlachten zwischen Heranwachsenden kennen. Da fliegen nicht nur die Fäuste zwischen den Schülern, da wird mit Steinen geworfen und mit Stöckern geschlagen. Ein sehr ungewöhnliches und rustikales Benehmen, welches die Jungs in Japan in den 30er Jahren an den Tag gelegt haben. Das junge Mädchen verkauft werden, erfahren wir aber auch. Wer bis jetzt dachte, dass sei eine Tradition aus der arabischen Welt, der hat sich geirrt.

Neben den harten Themen gibt es aber sehr viele Wohlfühlmomente. Wir werden zum Lachen und zum Schmunzeln eingeladen. Das Zusammenspiel zwischen Shigeru und NonNon ist einfach schön verspielt, wir müssen sie einfach lieb haben. Die Zeichnungen sind gelungen. Es gibt die typischen Manga-Szenen, die überspitzt dargestellt sind, es treten immer wieder wundervolle Fantasy-Figuren auf und einige Panels sind sehr detailreich gezeichnet. Summa summarum kann „Tante NonNon“ auch optisch glänzen. Im Anhang gibt es noch reichlich Erklärungen zum Inhalt.
Fazit „Tante NonNon“ ist ein sehr schönes Comic, welches die Kindheit von Shigeru Mizuki zeigt und darüber hinaus einen Einblick in die japanische Mythologie gibt.
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