Filme - Drama
THE BELIEVER
THE BELIEVERFilme - Drama | mit: Ryan Gosling (Darsteller), Garret Dillahunt (Darsteller), Henry Bean (Regisseur) Bewertung:★★★★★ Habt Ihr schon einmal einen schlechten Film von Ryan Gosling gesehen? Ich kann mich nicht an einen solchen erinnern. Der Ausnahmeschauspieler überzeugt zu oft. Nicht das ich als Fan-Boy schon in Bettwäsche mit seinem Gesicht drauf schlafe, aber es ist schon beeindruckend, dass einfach alles gut ist. Selbst die unterschiedlichsten Genres machen ihm nicht zu schaffen. Egal, ob Liebe („Wie ein einziger Tag“), Noir („Drive“), Komödie („Crazy, Stupid, Love.“) oder Musical („La La Land“) er punktet überall. Bereits im Jahr 2001 hat er mit dem Film „The Believer“ (Original: „Inside a Skinead“) eine etwas heftigere Rolle gemimt. Capelight bringt diesen nun wieder neu heraus und nicht nur das, sie veröffentlichen auch ein schönes Mediabook. Handlung Daniel Balint (Ryan Gosling) sorgte bereits als Kind für Unruhe, als er wegen unorthodoxer Auslegung der Heiligen Schrift des Unterrichts verwiesen wurde. Diesen Konflikt trägt er bis ins Erwachsenenalter mit sich herum und ist nun ein Skinhead. Ein Nazi erster Güte. Er trägt ein T-Shirt mit einem Hakenkreuz und die obligatorischen Springerstiefel sind sein ständiger Begleiter. Doch keiner weiß, dass er selbst ein Jude ist. Seine rechte Gesinnung trägt er allerdings offen zur Show, indem er auf offener Straße Juden verprügelt. Er lernt in einer neofaschistischen Vereinigung den Vorsitzenden Curtis Zampf (Billy Zane) kennen. In dieser Gruppierung sucht er Gleichgesinnte für seinen Kampf. Zampf erkennt in ihm jedoch einen sprachgewandten junge Mann, der mit seinen Reden Leute mitreißen kann. Er möchte ihn daher für seine Zwecke einbinden. Doch je tiefer sich Daniel in den braunen Sumpf begibt, desto stärker muss er sich mit seiner jüdischen Herkunft, seinem Glauben und seinem Selbsthass konfrontieren. Trailer Bewertung„The Believer“ ist kein blöder Haudrauf Nazi-Film, in dem der Zuschauer unendliche Gewaltorgien über sich ergehen lassen muss. Zwar startet der Streifen genau damit, nutzt dies aber nur zur Einstimmung, um den ganzen Hass von Daniel Balint darzustellen. Kaum zu glauben ist dann allerdings, dass Daniel selbst ein Jude ist. Schnell wird klar, was ihn dazu gebracht, sein eigenes Volk zu hassen. Es ist die Kontroverse in der Religion selbst, die ihn in jungen Jahren aufmucken lässt. Die Reaktion seines Lehrers passt ihm gar nicht und dessen Haltung ist der Ursprung für seinen Antisemitismus.
Der Rausschmiss aus dem Unterricht wird immer wieder thematisiert. Aber auch Daniels Glauben an sich. Das dieser stark ist, zeigt sich immer wieder. Er bittet zum Beispiel seine Kameraden nicht die Tora anzufassen. Auch andere Rituale lassen erkennen, dass er weiterhin ein Jude ist. Er glaubt, kann sich aber mit der Auslegung und den Regeln nicht anfreunden. Dieser innere Konflikt wird von „The Believer“ bis auf die Spitze getrieben. Bis hin zum Finale. In diesem mündet die innere Zerrissenheit.
Ryan Gosling spielt wieder einen hervorragenden Part. Es ist unglaublich, wie toll seine Mimik funktioniert. Es sind nicht die ganz großen Gesten, es ist eben dieser Ausdruck, der seine Figur zu realistisch erscheinen lässt. Ohne diese Leistung wäre der Streifen heute im Jahr 2019 vielleicht nicht mehr so glaubhaft. Doch er funktioniert auch eben wegen Gosling so hervorragend, sodass uns auch heute noch die angesprochene innere Auseinandersetzung spürbar aufs Gemüt schlägt. Dabei ist „The Believer“ kein rasanter Film, er hat sogar ein gemächliches Erzähltempo. Darauf muss man sich zunächst einstellen und erst dann entfaltet er seine volle Wirkung.
Fazit „The Believer“ hat schon einige Jahre auf dem Buckel, doch dank eines Ryan Gosling, büßt er in seiner Dramaturgie in nichts ein. Das Label Caplight spendiert den Fans sogar ein tolles Mediabook, welches in jeder Sammlung einen Platz verdient hätte.
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Der Rausschmiss aus dem Unterricht wird immer wieder thematisiert. Aber auch Daniels Glauben an sich. Das dieser stark ist, zeigt sich immer wieder. Er bittet zum Beispiel seine Kameraden nicht die Tora anzufassen. Auch andere Rituale lassen erkennen, dass er weiterhin ein Jude ist. Er glaubt, kann sich aber mit der Auslegung und den Regeln nicht anfreunden. Dieser innere Konflikt wird von „The Believer“ bis auf die Spitze getrieben. Bis hin zum Finale. In diesem mündet die innere Zerrissenheit.
Ryan Gosling spielt wieder einen hervorragenden Part. Es ist unglaublich, wie toll seine Mimik funktioniert. Es sind nicht die ganz großen Gesten, es ist eben dieser Ausdruck, der seine Figur zu realistisch erscheinen lässt. Ohne diese Leistung wäre der Streifen heute im Jahr 2019 vielleicht nicht mehr so glaubhaft. Doch er funktioniert auch eben wegen Gosling so hervorragend, sodass uns auch heute noch die angesprochene innere Auseinandersetzung spürbar aufs Gemüt schlägt. Dabei ist „The Believer“ kein rasanter Film, er hat sogar ein gemächliches Erzähltempo. Darauf muss man sich zunächst einstellen und erst dann entfaltet er seine volle Wirkung.
Fazit „The Believer“ hat schon einige Jahre auf dem Buckel, doch dank eines Ryan Gosling, büßt er in seiner Dramaturgie in nichts ein. Das Label Caplight spendiert den Fans sogar ein tolles Mediabook, welches in jeder Sammlung einen Platz verdient hätte.