Filme - Thriller

The House That Jack Built

Veröffentlicht am 30.11.-0001
The House That Jack Built
The House That Jack BuiltFilme - Thriller | mit: Matt Dillon, Bruno Ganz, Uma ThurmanBewertung:★★★★★ Mit seinem neuesten Werk – „The House That Jack Built” – liefert das dänische Enfant terrible Lars von Trier nicht nur einen seiner kontroversesten, sondern sogleich einen seiner stärksten Filme ab. Die Geschichte um den Serienkiller Jack ist dabei nur ein Vorwand, um mal wieder tief in die Psyche des Autorenfilmers vorzudringen… Handlung In mehreren Geschichten erzählt der Serienkiller Jack von seiner Faszination für das Morden, seine Motivation, seinen Methoden und die Kunst, die er darin sieht. Seine einzige Bezugsperson ist dabei der undurchsichtige Verge, der Jack tiefer und tiefer in die Hölle führt. Trailer BewertungLars von Trier ist und bleibt eine Reizfigur. Seine Filme finden zwar regelmäßig großen Anklang unter Filmliebhabern, aber sind dabei selten frei von Kontroversen. Doch auch der Regisseur hinter den Filmen macht immer wieder durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Am berüchtigtsten dürften dabei von Triers Aussagen währen der Filmfestspiele von Cannes aus dem Jahr 2011 sein, in denen er davon sprach, dass er Adolf Hitler verstehen könnte und dass er durch seine Familiengeschichte ja selbst ein Art Nazi sei. Was er selbst wohl als kruden Scherz gemeint hatte, sorgte dafür, dass er sieben Jahre lang aus Cannes verbannt wurde, ehe er mit „The House That Jack Built“ sein Comeback feierte. Und was für ein Comeback er damit abgefeiert hat

Die Protagonisten in von Triers Filmen sind dabei selten psychisch ausgeglichen oder gar glücklich mit dem Leben – im Gegenteil. Die Figuren ähneln dabei immer wieder ihrem Schöpfer, der seine psychischen Probleme mit Abhängigkeit und Depressionen offen angesprochen hat. Jack ist dabei vielleicht sogar eine seiner am stärksten autobiografisch geprägten Figuren. Natürlich ist von Trier kein Mörder, aber die Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Jack sind unübersehbar, sicherlich gewollt und werden oft vollkommen überspitzt dargestellt. Matt Dillon, der in den letzten Jahren ja eher weniger im Spotlight der Aufmerksamkeit stand, spielt Jack mit Kälte, aber auch einer gewissen Verletzlichkeit, die seine Performance so unglaublich perfide macht.

Dabei wird der Film in kleinen Episoden erzählt, zwischen denen sich Jack und Verge (Bruno Ganz in einer seiner letzten Rollen) über diverse Aspekte der Kunst, der Architektur und der Geschichte zu unterhalten, die mal direkt, mal indirekt mit den zuvor gezeigten Morden zu tun haben. Wer allerdings einen blutrünstigen Thriller erwartet, dürfte überrascht sein, denn Lars von Trier bleibt sich treu und inszeniert den Film als eine Art bitterböser und rabenschwarzer Komödie. In knapp zweieinhalb Stunden führt er die Zuschauer nicht nur durch die Gräueltaten von Jack, sondern auch durch sein eigenes Schaffen als Künstler.

„The House That Jack Built” ist ein Selbstexorzismus und von Trier macht keinen Hehl daraus. So spielt er wirklich so eindeutig mit seiner eigenen Biografie, dass zeitweise sogar Bilder aus seinen früheren Filmen gezeigt werden. Dabei ist der Film insgesamt zwar strenggenommen ein Spielfilm, funktioniert allerdings auch als Filmessay über den Umgang mit der Kunst, ihre Verantwortung und ihre Entstehung. Wer also einen einfachen Serienkiller-Film erwartet, wird sicherlich enttäuscht, alle anderen Zuschauer bekommen ein absolutes Meisterwerk.

Fazit Lars von Trier liefert mit „The House That Jack Built” einen schwierigen, aber wirklich ausgezeichneten Film ab. Inmitten von drastischer Gewalt und bitterbösem Humor, beschäftigt sich der Film auf wirklich interessante Weise mit dem Verhältnis von Kunst und dem Künstler.
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