Comic - Drama

The Kitchen

Veröffentlicht am 30.11.-0001
The Kitchen
The KitchenComic - Drama | mit: Ollie Masters und Ming DoyleBewertung:★★★★★ Das Comic „The Kitchen“ von DC Comics ist die Vorlage für den Film „The Kitchen – Queens of Crime“ mit Melissa McCarthy, Tiffany Haddish und Elisbeht Moss. Hierzulande kam er am 19. September 2019 in die Kinos und bekam von der Presse nicht gerade die besten Kritiken. Die Kollegen von „Filmstarts“ schreiben in ihrem Fazit „völlig unnötigerweise als Wohlfühlkino zu verkaufen versucht“. Das Graphic Novel zeugt hingegen von brutaler Gewalt und stellt Frauenrechtler ruhig, denn die Hauptprotagonisten sind Damen, die es den harten Männern zeigen.
Handlung Ort der Handlung ist das berühmte Hell’s Kitchen in den 70er Jahren. Die irische Mafia herrscht in den Straßen und sorgt für Angst und Schrecken. Als die Ehemänner von Kath, Raven und Angie in den Knast gehen, müssen die Frauen die offenen Schutzgelder eintreiben. Dabei geht es vor allem um Respekt. Die Straße muss das Trio fürchten, sonst wird nicht gezahlt. Es wird zu extremen Mitteln gegriffen. Gewalt und Mord sind willkommene Methoden, um an das Geld heranzukommen. Die Konkurrenz lässt aber nicht lange auf sich warten und so bekommen es die Drei mit skrupellosen Gangstern, Psychos und Verrätern zu tun.BewertungIm Jahr 2015 schufen der englische Autor Ollie Masters und der amerikanische Zeichner Ming Doyle „The Kitchen“. Wieder einmal war es ein Engländer, der für Vertigo schrieb. Wir erinnern uns sofort an weitere Landsmänner, wie Neil Gaiman, Alan Morre oder Garth Ennis. Die Engländer sind nicht nur bekannt für den Brexit und schlechtes Essen, sie können auch tolle Storys aus den Boden stampfen.

Sofort lobte die einschlägige Presse das Werk und auch ich muss mich der positiven Berichterstattung anschließen. Das Noir-Drama bringt alles mit, was ein modernes Gangster-Abenteuer bieten muss. Zunächst wäre da die Rolle der Frauen. Sie mutieren von Hausfrauen zu berüchtigten Gangstern. Dabei gehen sie sogar noch rücksichtsloser vor, als das andere Geschlecht. Zugegeben, ein eher zweifelhafter Feminismus, aber dennoch kann man die Punkte gelten lassen. Darüber hinaus können wir uns auf eine klassische Mafia-Handlung freuen. Hört sich vielleicht ein wenig 08/15 an, aber unerwartete Wendungen polieren die Geschichte gekonnt auf, sodass es einen fantastischen Spannungsbogen gibt.

Dazu sind die Charaktere der Frauen - trotz der Brutalität - so gestaltet, dass man mit ihnen mitfiebern kann. Der Leser erkennt den Zwang an, dass sie sich dem Geschäft des Geldeintreibens widmen müssen. Die Zeiten sind hart, die Kinder wollen etwas zu essen haben. Erstaunlich ist dann um so mehr, dass aus den zunächst schüchtern agierenden Frauen, schnell eine Schlägertruppe wird. Selbst ein Mord ist im Bereich des Möglichen. Geschuldet ist es der Geschwindigkeit, mit der die Handlung voranschreitet. Wir befinden uns nun nicht in einem Schnellzug, dennoch geht es Schlag auf Schlag. Die Kreise drehen sich und ein Zahnrad greift ins Nächste, sodass es keine Atempause gibt. Und dann fangen die richtig harten Entscheidungen erst an…

Optisch ist „The Kitchen“ ebenfalls rau und dunkel gehalten. Dem Inhalt geschuldet, was für eine besondere Stimmung sorgt. Dennoch habe ich mich bei dem einen oder anderen Gesichtsausdruck gewundert, weil er nicht gänzlich gelungen ist. Da die Gesamtumstände dies aber zu einem kleinen Nebenkriegsschauplatz verkümmern lassen, möchte ich auch nicht weiter darauf eingehen.
Fazit „The Kitchen“ bringt für ein Gangster-Noir-Drama alles mit und ist eine rundum gelungene Sache!
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