Buch - Thriller

Todesrauschen

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Todesrauschen
TodesrauschenBuch - Thriller | mit: Vincent KlieschBewertung:★★★★★ Der dritte Band von Vincent Kliesch ist – endlich – erschienen. Die Veröffentlichungsweise von einem Buch in einem Jahr ist sehr nervenzerrend, da mir die Reihe bis dato sehr gut gefallen hat und ich unbedingt den nächsten Roman in den Händen halten wollte. Autor Kliesch macht seinen Job sehr gut und hat mit Sebastian Fitzek, der die Idee geliefert hat, einen Mentor an der Seite, der seine Klasse öfters unter Beweis gestellt hat, wenn nicht als einer der besten deutschen Schriftsteller des letzten Jahrhunderts gilt. Dass die Kombination gut funktioniert, haben die Teile eins und zwei gezeigt und der Dritte schließt sich dem nahtlos an. Handlung Seit Jahren versucht die erfolgreiche True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge die Wahrheit über das Schicksal ihres unter mysteriösen Umständen verschwundenen Bruders herauszubekommen. Moritz wurde von der Polizei erst eines abscheulichen Verbrechens beschuldigt und später von den Behörden für tot erklärt. Matthias Hegel, der berühmte forensische Phonetiker, behauptet Beweise zu haben, dass Moritz noch lebt. Doch der ebenso zwielichtige wie skrupellose Experte, der nur eine Stimmprobe braucht, um die Psyche eines Täters zu analysieren, hat Jula schon oft belogen und manipuliert.
Ein letztes Mal will sie sich mit ihm treffen. Dabei kommt es zur Katastrophe: Jula und Hegel werden brutal entführt. Anscheinend gibt es noch jemanden, der Moritz aufspüren will - und um ihn zu finden, schreckt der Täter auch vor grausamster Folter nicht zurück. Jula und Hegel, das ungleiche und verfeindete Ermittlerpaar, stecken in einem unlösbaren, mörderischen Dilemma: Lösen sie gemeinsam das letzte Rätsel um Moritz, wird Julas Bruder umgebracht. Lösen sie es nicht, sterben sie selbst qualvoll in Gefangenschaft ...BewertungEinen prickelnden, gar anziehenden, magischen Schreibstil, den wir so in der Form von Fitzek kennen, stellt nun auch Vincent Kliesch unter Beweis. Er besitzt großes Talent, denn das was er zu Papier bringt, die Art und Weise wie er es macht, steht seinem Freund kaum etwas entgegen. Dadurch wird eine große Spannung erzeugt, die den Leser fesselt. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und ich habe wirklich nur eine Nacht gebraucht, um es zu lesen. Der nächste Tag auf der Arbeit war hart, aber es hatte sich gelohnt, dass ich mir die Nacht um die Ohren – besser gesagt um die Augen – geschlagen habe.

Die Idee mit dem forensischen Phonetiker kam von Sebastian Fitzek, der sich bei einer Autobahnfahrt Gedanken darübergemacht hat, ob man Menschen mit einem Profil versorgen könnte, anhand von Stimmaufzeichnungen. Die Idee hat sich auch im dritten Teil der Auris-Reihe nicht abgenutzt und ist weiterhin superinteressant. Die Story ist hart ja, gut nur, dass es den Friedrich gibt, der für ein wenig Lockerheit sorgt, dass nun ein Vorstadtjunge sich für einen harten Rapper hält, ist natürlich irgendwie ein Klischee, nicht originell aber um die Handlung an einigen Stellen zu erden, ein erprobtes und legitimes Mittel.

Ein weiterer Höhepunkt in Sachen Beziehungen ist das Verhältnis zwischen Jula und Hegel. Beide Figuren haben sich weiterentwickelt und haben an ihrer Anziehungskraft nicht eingebüßt. Rein obligatorisch muss ich noch erwähnen, dass die Leserschaft wieder durch ein großes Labyrinth geschickt wird. Es kann sein, es muss nicht sein und dann ist es doch wieder anders. Das kennen wir schon und dieser Stil ist natürlich weiterhin sehr willkommen. Fazit „Todesrauschen“ ist weiterhin richtig gut und verliert nicht an Niveau.
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