Filme - Kinderfilm
Toy Story 5
Nach vier Filmen, mehreren Abschieden und einer Reihe von Momenten, die sich bereits wie ein Ende anfühlten, stellt sich bei „Toy Story 5“ unweigerlich die Frage: Was kann diese Welt noch erzählen? Pixar beantwortet sie nicht mit einem neuen Sammlerobjekt oder einem besonders großen Abenteuer, sondern mit einem Konflikt, der erstaunlich nah am Alltag vieler Familien liegt.
Im Kinderzimmer von Bonnie bekommt das vertraute Spielzeug Konkurrenz – nicht von einem anderen Cowboy oder einem noch größeren Actionhelden, sondern von einem Tablet. Das klingt erst einmal nach einer sehr offensichtlichen Idee. Der Film findet darin aber einen passenden Ausgangspunkt für eine Geschichte über Fantasie, Einsamkeit und die Angst, irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden.
Handlung
Woody, Buzz Lightyear, Jessie und die übrigen Spielzeuge sehen sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Lilypad, ein neues Tablet, zieht bei Bonnie ein und hat eigene Vorstellungen davon, was für sie das Beste ist.
Während das digitale Gerät Bonnies Aufmerksamkeit auf sich zieht, geraten die vertrauten Spielzeuge in eine Krise. Woody kehrt zu Buzz und der Gruppe zurück, als Jessie und Bullseye Hilfe brauchen. Gemeinsam müssen sie sich einer Bedrohung für das Spielen stellen und versuchen, ihren Platz in Bonnies Leben zu behaupten.
Bewertung
„Toy Story 5“ funktioniert am besten, wenn der Film seine Grundidee nicht nur als Warnung vor Bildschirmen versteht. Lilypad ist kein einfaches Monster, das ein Kinderzimmer erobert. Das Tablet will Bonnie helfen, Kontakt zu anderen Kindern zu finden. Genau darin liegt die unangenehme Seite des Konflikts: Die Spielzeuge stehen nicht gegen etwas eindeutig Böses, sondern gegen eine Entwicklung, die Bonnie zunächst tatsächlich glücklicher macht.
Jessie rückt stärker in den Mittelpunkt, und das tut dem Film gut. Ihre Sorge gilt nicht nur dem eigenen Platz im Kinderzimmer, sondern auch Bonnie selbst. Sie erkennt, dass sich etwas verändert, ohne daraus sofort eine einfache Schwarz-Weiß-Geschichte zu machen.
Woody und Buzz sind natürlich wieder da, doch der Film versucht nicht krampfhaft, die alte Rivalität noch einmal aufzuwärmen. Ihre Freundschaft ist längst gefestigt. Deshalb darf ihre Rückkehr diesmal vor allem zeigen, wie selbstverständlich sie einander vertrauen.
Visuell gönnt sich Pixar einige schöne Freiheiten. Neben den gewohnt detailreichen Oberflächen gibt es Szenen, in denen Bonnies Fantasie sichtbar wird. Diese Bilder wirken handgemachter, verspielter und bewusster vom übrigen Film abgesetzt. Das passt zur Geschichte, weil der Film Fantasie nicht als Gegenpol zur Technik behauptet, sondern als etwas sehr Persönliches zeigt, das jedes Kind anders erlebt.
Trotzdem bleibt „Toy Story 5“ nicht immer so feinfühlig, wie er sein möchte. Die Sorge vor einer Kindheit, die sich zu sehr in Geräte verlagert, ist nachvollziehbar. Manchmal formuliert der Film sie jedoch so deutlich, dass die Figuren kurz hinter der Botschaft zurücktreten müssen. Dann wirkt das Drehbuch, als wolle es dem Publikum unbedingt erklären, worüber es gerade nachdenken soll.
Der Humor bleibt angenehm verspielt und nimmt dem ernsteren Thema rechtzeitig die Schwere. Manche Gags sind reine Albernheit, andere treffen genau jene Mischung aus Melancholie und Komik, die diese Reihe seit jeher auszeichnet. Besonders dann, wenn sich die Spielzeuge mit einer Welt auseinandersetzen müssen, die sie nicht verstehen, hat der Film seine stärksten Momente.
Fazit
„Toy Story 5“ erfindet die Reihe nicht neu, aber er findet einen überraschend aktuellen Grund, noch einmal in dieses Kinderzimmer zurückzukehren.
Copyright: Walt Disney / Pixar
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Im Kinderzimmer von Bonnie bekommt das vertraute Spielzeug Konkurrenz – nicht von einem anderen Cowboy oder einem noch größeren Actionhelden, sondern von einem Tablet. Das klingt erst einmal nach einer sehr offensichtlichen Idee. Der Film findet darin aber einen passenden Ausgangspunkt für eine Geschichte über Fantasie, Einsamkeit und die Angst, irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden.
Handlung
Woody, Buzz Lightyear, Jessie und die übrigen Spielzeuge sehen sich einer neuen Herausforderung gegenüber: Lilypad, ein neues Tablet, zieht bei Bonnie ein und hat eigene Vorstellungen davon, was für sie das Beste ist.
Während das digitale Gerät Bonnies Aufmerksamkeit auf sich zieht, geraten die vertrauten Spielzeuge in eine Krise. Woody kehrt zu Buzz und der Gruppe zurück, als Jessie und Bullseye Hilfe brauchen. Gemeinsam müssen sie sich einer Bedrohung für das Spielen stellen und versuchen, ihren Platz in Bonnies Leben zu behaupten.
Bewertung
„Toy Story 5“ funktioniert am besten, wenn der Film seine Grundidee nicht nur als Warnung vor Bildschirmen versteht. Lilypad ist kein einfaches Monster, das ein Kinderzimmer erobert. Das Tablet will Bonnie helfen, Kontakt zu anderen Kindern zu finden. Genau darin liegt die unangenehme Seite des Konflikts: Die Spielzeuge stehen nicht gegen etwas eindeutig Böses, sondern gegen eine Entwicklung, die Bonnie zunächst tatsächlich glücklicher macht.
Jessie rückt stärker in den Mittelpunkt, und das tut dem Film gut. Ihre Sorge gilt nicht nur dem eigenen Platz im Kinderzimmer, sondern auch Bonnie selbst. Sie erkennt, dass sich etwas verändert, ohne daraus sofort eine einfache Schwarz-Weiß-Geschichte zu machen.
Woody und Buzz sind natürlich wieder da, doch der Film versucht nicht krampfhaft, die alte Rivalität noch einmal aufzuwärmen. Ihre Freundschaft ist längst gefestigt. Deshalb darf ihre Rückkehr diesmal vor allem zeigen, wie selbstverständlich sie einander vertrauen.
Visuell gönnt sich Pixar einige schöne Freiheiten. Neben den gewohnt detailreichen Oberflächen gibt es Szenen, in denen Bonnies Fantasie sichtbar wird. Diese Bilder wirken handgemachter, verspielter und bewusster vom übrigen Film abgesetzt. Das passt zur Geschichte, weil der Film Fantasie nicht als Gegenpol zur Technik behauptet, sondern als etwas sehr Persönliches zeigt, das jedes Kind anders erlebt.
Trotzdem bleibt „Toy Story 5“ nicht immer so feinfühlig, wie er sein möchte. Die Sorge vor einer Kindheit, die sich zu sehr in Geräte verlagert, ist nachvollziehbar. Manchmal formuliert der Film sie jedoch so deutlich, dass die Figuren kurz hinter der Botschaft zurücktreten müssen. Dann wirkt das Drehbuch, als wolle es dem Publikum unbedingt erklären, worüber es gerade nachdenken soll.
Der Humor bleibt angenehm verspielt und nimmt dem ernsteren Thema rechtzeitig die Schwere. Manche Gags sind reine Albernheit, andere treffen genau jene Mischung aus Melancholie und Komik, die diese Reihe seit jeher auszeichnet. Besonders dann, wenn sich die Spielzeuge mit einer Welt auseinandersetzen müssen, die sie nicht verstehen, hat der Film seine stärksten Momente.
Fazit
„Toy Story 5“ erfindet die Reihe nicht neu, aber er findet einen überraschend aktuellen Grund, noch einmal in dieses Kinderzimmer zurückzukehren.
Copyright: Walt Disney / Pixar