Comic - Drama

Transit Visa

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Transit Visa
Transit VisaComic - Drama | mit: Nicolas de Crécy Bewertung:★★★★★ Von dem Comic-Künstler Nicolas de Crécy habe ich noch nicht viel gelesen. Von daher hat es mich um so mehr erfreut, einen dicken Hardcover-Band von ihm in meinen Händen zu halten. Dabei hat mich das Cover magisch angezogen. An dieser Stelle fällt es mir schwer, genau zu beschreiben, was der Grund dafür ist. Es ist einfach toll. Old School. Tripp durch eine Schneelandschaft. Vielleicht ein Traum von einigen, sich einfach mal ins Auto setzen und losfahren. Ein Abenteuer erleben, den Alltag vergessen.

Ansonsten könnte ich noch auf "Prosopopus" zurückgreifen, um Weiteres von Nicolas de Crécy zu lesen, das ebenfalls bei Verlag "Reprodukt" erschienen ist.

"Transit Visa" ist bereits im Juni 2024 erschienen und kann demnach schon käuflich erworben werden, was ich letztendlich von dem Comic halte, findet ihr an gewohnter Stelle - ein Stück weiter unten.
Handlung Im Sommer 1986, ein paar Monate nach dem Atomunfall von Tschernobyl, fällt den 20-jährigen Cousins Nicolas und Guy ein schrottiger Citröen Visa in die Hände. Sie stopfen ihn voll mit Büchern, die ihnen etwas bedeuten, die sie aber nicht lesen werden – Michaux, Kafka und Diderot – legen zwei Schlafsäcke und Zigaretten obendrauf… und ab geht die wilde Reise nach nirgendwo, Hauptsache: Ganz. Weit. Weg.

Sie durchqueren Norditalien, Jugoslawien, Bulgarien und die Türkei und werden auf ihrem Weg nicht nur mit der Welt hinter dem Eisernen Vorhang und dem Alltag im ländlichen Anatolien, sondern auch mit sich selbst und ihren Kindheitserinnerungen konfrontiert. Im Verlauf der Erzählung wird die Reise zunehmend düster, ohne dass die Protagonisten ihren Humor verlieren.BewertungZunächst einmal sind es die dynamischen Bilder, die gewaltig daher kommen. Eine Mischung aus Pinsel und Stift sorgt für eine Menge Höhepunkte. Wenn man an dieser Stelle noch an die über 400 Seiten denkt, auf denen das Niveau stets gehalten wird, dann kann hier gerne über eine Meisterleistung gesprochen werden. Ja, es ist optisch auf jeden Fall ein Augenschmaus, ein Ausnahmewerk.

Aber Ausrufezeichen werden nicht nur in Sachen Zeichnungen gesetzt. Nicolas de Crécy entpuppt sich auch als tolle Erzähler. Mit seinem großen Wissensschatz und seinem sprachlichen Ausdruck, weiß er immer wieder zu Gefallen. Immer wieder taucht er mit Querverweisen in die Buchklassiker dieser Welt ein. Daher solltet ihr euch viel Zeit mitnehmen. Vielleicht sollte beim zweiten Mal auch ein wenig quergelesen werden. Lest zumindest die Kurzbeschreibung zu den Werken und so erreicht ihr eine gute Tiefe.

Aber bei alldem wird es nicht langweilig. Die Reise der Protagonisten entpuppt sich als spannendes und abwechslungsreiches Abenteuer. Die Begegnungen mit den Einheimischen, den Gepflogenheiten der Zeit ist köstlich zu lesen. Es ist diese Sorglosigkeit, einfach mal loszufahren. Mal schauen, was passiert. Auch wenn es dazu in das Gebiet des Klassenfeindes geht. Die Sorgen stehen nicht an erster Stelle, sondern die Neugierde. Fazit Nicolas de Crécy entführt uns auf eine tolle Reise, die sehr viel zu bieten hat.
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