Game - Action

Turm der Tiere

Veröffentlicht am 14.10.2026
4/5
Turm der Tiere
Ein Turm voller Tiere, funkelnde Edelsteine und ein kleiner Spiegel, mit dem man heimlich in fremde Zimmer späht: „Turm der Tiere“ macht schon beim Aufbau klar, dass hier kein gewöhnliches Memo-Spiel auf dem Tisch liegt. Der dreistöckige Turm ist Blickfang und Spielort zugleich. Kinder ab fünf Jahren suchen darin nach zusammengehörigen Tierpaaren und sammeln dabei möglichst wertvolle Edelsteine.

Das Spiel von Sophia Wagner verbindet Erinnern mit Bewegung und einem kleinen Wettlauf nach oben. Zwei bis vier Personen können mitspielen, eine Partie dauert ungefähr 20 bis 30 Minuten. Damit ist „Turm der Tiere“ lang genug für eine kleine Entdeckungsreise, aber kurz genug, damit auch jüngere Kinder konzentriert bei der Sache bleiben.

Handlung

Im Turm der Tiere leben acht Tierpaare. Ein Zauberer belegt den Turm jedoch mit einem Fluch, weil er an den Edelsteinschatz der Bewohner gelangen will. Die Zimmer und die Tiere verschwinden daraufhin aus dem Turm.

Mit einem magischen Spiegel erkunden die Spielenden die einzelnen Räume, merken sich, welches Tier wo wohnt, und suchen die passenden Paare. Wer ein Tierpaar findet, erlöst es vom Fluch und erhält Edelsteine. Über geheime Treppen geht es von einer Etage zur nächsten. Sobald der letzte Raum aufgedeckt ist, werden die Edelsteine gezählt. Wer die meisten Punkte besitzt, gewinnt.

Bewertung

„Turm der Tiere“ nimmt ein vertrautes Prinzip und gibt ihm einen sehr schönen Rahmen. Natürlich geht es ums Merken. Doch weil die Tiere nicht einfach als Karten auf dem Tisch liegen, sondern in einem Turm verborgen sind, fühlt sich die Suche weniger nach einem klassischen Memo-Spiel an. Der Spiegel ist dabei die eigentliche Idee des Spiels: Man hält ihn unter einen Vorsprung, schaut in ein Zimmer und versucht gleichzeitig, neugierige Blicke der anderen fernzuhalten.

Das gelingt vor allem deshalb gut, weil der Turm nicht bloß Dekoration ist. Die Räume verteilen sich auf mehrere Ebenen, und erst über die geheimen Treppen werden weitere Bereiche erreichbar. So entsteht neben der Erinnerung eine kleine Entscheidung: Bleibe ich in meiner Etage und hoffe auf ein passendes Paar, oder arbeite ich darauf hin, weiter nach oben zu kommen? Für ein Spiel ab fünf Jahren ist das genau die richtige Menge an zusätzlichem Spielraum.

Angenehm ist außerdem, dass nicht allein die Anzahl gefundener Paare entscheidet. Edelsteine spielen ebenfalls eine Rolle. Dadurch bleibt eine Partie offen, selbst wenn ein Kind anfangs weniger Glück beim Aufdecken hat. Gerade in einer Familienrunde verhindert das, dass jemand nach wenigen Zügen gedanklich aussteigt. Wer aufmerksam spielt, kann sich später wieder herankämpfen.

Der Turm und die Tiermotive sprechen Kinder unmittelbar an. Beim Aufbau entsteht fast schon der erste Spielmoment: Die Ebenen werden aufeinandergesetzt, die Räume vorbereitet, und danach möchte man natürlich wissen, wer sich hinter den Vorsprüngen verbirgt. Auch Erwachsene finden sich schnell zurecht, denn der Ablauf bleibt klar und überschaubar.

Wer ein taktisch tiefes Familienspiel sucht, wird hier nicht fündig. „Turm der Tiere“ bleibt bewusst ein leichtes Merkspiel. Seine Stärke liegt nicht in komplizierten Regeln, sondern in dem Moment, wenn plötzlich klar wird, wo das zweite Tier versteckt sein müsste – und man nur noch hoffen kann, dass der eigene Zug dorthin führt.

Fazit

„Turm der Tiere“ ist ein liebevoll gestaltetes Kinderspiel, das aus dem bekannten Paarefinden mehr macht als eine Reihe verdeckter Karten. Der dreidimensionale Turm, die Etagen und der magische Spiegel sorgen für eine stimmige Spielidee mit echtem Entdeckergefühl.


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