Netflix
Unbelievable
UnbelievableNetflix | mit: Kaitlyn Dever, Merritt Wever und Toni ColletteBewertung:★★★★★ Netflix positioniert sich immer mehr in eine politische Richtung. Der Streaming-Riese zeigte schon immer Dokumentationen, die sich kritisch mit Politik („The Great Hack“), Wirtschaft („Dirty Money“) und Gesellschaft („Fyre“) auseinandersetzen. Darüber hinaus wagt der Sender ganz bewusst Tabubrüche, wie man an Serien wie „Tote Mädchen lügen nicht“ eindrucksvoll erkennen kann. Sicherlich hat die Gier nach Profit daran keinen unerheblichen Anteil, dennoch kann die eingeschlagene Grundausrichtung überzeugen. Mit „Unbelievable“ gerät erneut eine True-Crime-Story in den Fokus. Ein perfekter Bezug zur #MeToo Debatte und ein Fingerzeig, wie man sich positionieren will bzw. bereits getan hat. Handlung Eine junge Frau, Marie Adler (Kaitlyn Dever), wird in der Nacht von einem maskierten Mann vergewaltigt. Als sie am darauffolgenden Tag zur Polizei geht, trifft sie nur auf Männer. Die Cops lassen das nötige Fingerspitzengefühl vermissen, wie man mit solchen Opfern umzugehen hat, und so verunsichern sie Marie. Verraten durch die eigene Pflegemutter, beginnen die Polizisten offen an der Geschichte zu zweifeln und zerstören so das Leben von Marie.
Wie es besser geht, zeigen zwei andere Ermittlerinnen. Grace Rasmussen (Toni Collette) und Karen Duvall (Merritt Wever) haben es mit ähnlichen Fällen zu tun. Allmählich wird klar, dass es sich um einen Serientäter handelt… Trailer Bewertung„Unbelievable“ beruht auf einer wahren Geschichte und soll sich ganz nah an der Wahrheit orientieren. Der Name von Marie Adler wurde allerdings geändert, da sie nicht im Rampenlicht stehen möchte. Dass es sich bei der Miniserie um ganz schwere Kost handelt, die einen fast zur geistigen Ohnmacht führt, wird schnell klar, als Marie nach der schrecklichen Tat von den Polizisten in die Mangel genommen wird. Sie haben einen Verdacht, dass sie eine Lügnerin ist, die um Aufmerksamkeit bettelt und führen so ihre Ermittlungen zielgerichtet gegen sie. Dabei kommt dem Zuschauer die Galle hoch. Hier verurteilt ein System ein Opfer, jemanden der sich nicht wehren kann. Nach dem Martyrium des Missbrauchs, bricht ein weiteres über Marie ein. Sie verliert alles. An dieser Stelle muss man sagen, dass sie bereits eine schwere Kindheit in Pflegefamilien hinter sich gebracht hatte. Doch all das hat sie überwunden, bis zur der Tat und dem Verrat der Polizei und der Pflegemutter. Plötzlich zeigten alle mit dem Finger auf sie. Das ist die eine Seite von „Unbelievable“, die, über die alle reden werden.
Die andere handelt von einem normalen Detektiv-Drama. Es sind weitere Fälle von Vergewaltigungen. Der Unterschied zu Marie, sind die zwei Ermittlerinnen, die eine andere Herangehensweise haben. Sie sind für die Opfer da, sie müssen sich bei ihnen nicht entschuldigen. Im Gegenteil, sie entschuldigen sich für ihre männlichen Kollegen, für die eine Vergewaltigung das Gleiche ist, wie ein Einbruch. Hier spielt wieder das System eine große Rolle, denn wir können alleine bei der Dokumentation der Taten erkennen, dass Kapitalverbrechen ein größeres Interesse nach sich ziehen.
Das es auch Frauen gibt, die kaltherzig reagieren, zeigt sich im Krankenhaus, als Marie nach der Tat untersucht wird. Auch hier reagiert das System nach Protokoll, fast schon mechanisch wird Punkt für Punkt auf der Liste abgearbeitet. „Unbelievable“ zeigt auf, dass in Sachen Frauenrechte noch viel Arbeit vor uns liegt. Aber vielleicht sollte es generell mehr Menschlichkeit im System geben. Opfer, Patienten oder Kunden sind schließlich alles Menschen mit einer eigenen Geschichte. Diese sind es Wert gehört zu werden, nur, wenn Personal nicht geschult wurde, die falschen Leute im System arbeiten oder einfach zu wenig Geld zur Verfügung gestellt wird, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir alle nur eine Zahl sind. Und, wenn wir dann in die falschen Hände geraten, wie Marie bei der Polizei, dann kann das unser aller Leben drastisch verändern…
„Unbelievable“ ist abseits der politischen Botschaft und der wahren Geschichte auch gute Unterhaltung. Spannend aufgebaut, gute Schauspielerinnen - Kaitlyn Dever, Merritt Wever und Toni Collette machen einen super Job – und einen Bösewicht, der einfach nur widerlich ist. Nichtsdestotrotz gewinnt die Produktion mit der „True-Crime-Story“ einen zusätzlichen Punkt, sodass ich am liebsten 6 von 5 Sternen vergeben möchte.
Fazit „Unbelievable“ ist hart zu ertragen, legt gekonnt den Finger in die Wunde und ist darüber hinaus eine spannende sowie unterhaltsame Miniserie!
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Wie es besser geht, zeigen zwei andere Ermittlerinnen. Grace Rasmussen (Toni Collette) und Karen Duvall (Merritt Wever) haben es mit ähnlichen Fällen zu tun. Allmählich wird klar, dass es sich um einen Serientäter handelt… Trailer Bewertung„Unbelievable“ beruht auf einer wahren Geschichte und soll sich ganz nah an der Wahrheit orientieren. Der Name von Marie Adler wurde allerdings geändert, da sie nicht im Rampenlicht stehen möchte. Dass es sich bei der Miniserie um ganz schwere Kost handelt, die einen fast zur geistigen Ohnmacht führt, wird schnell klar, als Marie nach der schrecklichen Tat von den Polizisten in die Mangel genommen wird. Sie haben einen Verdacht, dass sie eine Lügnerin ist, die um Aufmerksamkeit bettelt und führen so ihre Ermittlungen zielgerichtet gegen sie. Dabei kommt dem Zuschauer die Galle hoch. Hier verurteilt ein System ein Opfer, jemanden der sich nicht wehren kann. Nach dem Martyrium des Missbrauchs, bricht ein weiteres über Marie ein. Sie verliert alles. An dieser Stelle muss man sagen, dass sie bereits eine schwere Kindheit in Pflegefamilien hinter sich gebracht hatte. Doch all das hat sie überwunden, bis zur der Tat und dem Verrat der Polizei und der Pflegemutter. Plötzlich zeigten alle mit dem Finger auf sie. Das ist die eine Seite von „Unbelievable“, die, über die alle reden werden.
Die andere handelt von einem normalen Detektiv-Drama. Es sind weitere Fälle von Vergewaltigungen. Der Unterschied zu Marie, sind die zwei Ermittlerinnen, die eine andere Herangehensweise haben. Sie sind für die Opfer da, sie müssen sich bei ihnen nicht entschuldigen. Im Gegenteil, sie entschuldigen sich für ihre männlichen Kollegen, für die eine Vergewaltigung das Gleiche ist, wie ein Einbruch. Hier spielt wieder das System eine große Rolle, denn wir können alleine bei der Dokumentation der Taten erkennen, dass Kapitalverbrechen ein größeres Interesse nach sich ziehen.
Das es auch Frauen gibt, die kaltherzig reagieren, zeigt sich im Krankenhaus, als Marie nach der Tat untersucht wird. Auch hier reagiert das System nach Protokoll, fast schon mechanisch wird Punkt für Punkt auf der Liste abgearbeitet. „Unbelievable“ zeigt auf, dass in Sachen Frauenrechte noch viel Arbeit vor uns liegt. Aber vielleicht sollte es generell mehr Menschlichkeit im System geben. Opfer, Patienten oder Kunden sind schließlich alles Menschen mit einer eigenen Geschichte. Diese sind es Wert gehört zu werden, nur, wenn Personal nicht geschult wurde, die falschen Leute im System arbeiten oder einfach zu wenig Geld zur Verfügung gestellt wird, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir alle nur eine Zahl sind. Und, wenn wir dann in die falschen Hände geraten, wie Marie bei der Polizei, dann kann das unser aller Leben drastisch verändern…
„Unbelievable“ ist abseits der politischen Botschaft und der wahren Geschichte auch gute Unterhaltung. Spannend aufgebaut, gute Schauspielerinnen - Kaitlyn Dever, Merritt Wever und Toni Collette machen einen super Job – und einen Bösewicht, der einfach nur widerlich ist. Nichtsdestotrotz gewinnt die Produktion mit der „True-Crime-Story“ einen zusätzlichen Punkt, sodass ich am liebsten 6 von 5 Sternen vergeben möchte.
Fazit „Unbelievable“ ist hart zu ertragen, legt gekonnt den Finger in die Wunde und ist darüber hinaus eine spannende sowie unterhaltsame Miniserie!