Buch - Drama
Und alle so still
Und alle so stillBuch - Drama | mit: Mareike Fallwickl Bewertung:★★★★★
Die Autorin Mareike Fallwickl ist bekannt für ihre feministischen Inhalte und auch in diesem Fall geht sie das Thema wieder an. Sie bringt gerne Themen in ihren Büchern unter, die präsent sind, aber noch nicht zu Ende gedacht wurden. So die Verbrüderung der Frauen in einem Gedankenexperiment. Dieses bringt uns die Aufgabe ein: Wie würde das System zusammenbrechen, wenn Frauen - insbesondere in den Pflegeberufen und im Erziehungssystem - sich einfach verweigern. Also in den Bereichen, wo Frauen schlecht bezahlt werden, sie dennoch den Laden am Laufen halten. Die Idee zu "Und alle so still" stammt aus dem Buch „Die Wut, die bleibt“ aus dem Jahr 2001. Dort hat die Protagonistin Lola sinngemäß gesagt: Stellt euch vor, dass Frauen ihre Arbeit nieder legen und sich komplett verweigern.
Das Buch ist bereits erhältlich und ein Stück weiter unten könnt ihr wie gewohnt meine Meinung dazu lesen. Handlung An einem Sonntag im Juni gerät die Welt aus dem Takt: Frauen liegen auf der Straße. Reglos, in stillem Protest. Hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth. Elin, Anfang zwanzig, eine erfolgreiche Influencerin, der etwas zugestoßen ist, von dem sie nicht weiß, ob es Gewalt war. Nuri, neunzehn Jahre, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Barkeeper über Wasser zu halten. Ruth, Mitte fünfzig, die als Pflegefachkraft im Krankenhaus arbeitet und deren Pflichtgefühl unerschöpflich scheint.BewertungDas Gedankenexperiment: Frauen unterbrechen ihre Arbeit, liegen vor Krankenhäusern oder Kindergärten. Sie machen nichts. Reden nicht, liegen nur rum. Sie verweigern sich. Sie protestieren nicht, schreien nicht rum, stellen keine Forderungen. Kurz: Sie machen einfach nicht mehr mit. Dadurch bringen sie das System ins Wanken. Ein System, dass den Status nach Geld bemisst. In der Regel versteht sich. Wer Geld hat, kann sich nicht nur Sachen leisten, sondern steht auf der Treppe ein paar Stufen weiter oben.
Die Frauen werden nicht genügend wertgeschätzt. Was auch heute so ist. Wie wenig bekommen Erzieherinnen, die auf unsere Kinder aufpassen? Dazu kommt die Belastung. Zwei Erzieherinnen auf 25 Kinder. Oder Krankenschwestern. Meist sind sie alleine auf einer Station und kümmern sich aufopferungsvoll um die Patienten. Überstunden sind die Folge, die Bezahlung dennoch nicht angemessen.
Was passiert, wenn sich diese Frauen nun verweigern? Die Autorin Mareike Fallwickl treibt das Spiel auf die Spitze: In den Krankenhäusern zum Beispiel sterben die Menschen, weil sie unterversorgt werden. Ein Szenario, welches auf den aktuellen Fachkräftemangel vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt ist. Das System im Gedankenexperiment wankt. Es kommt zu Gewalt, doch die Welle der Frauen wird größer und die Frauen halten zusammen.
Das Thema ist interessant. Ich bin dennoch nicht leicht reingekommen. Ich musste mich zurechtfinden. Doch in vielen kleinen Passagen packte mich die Autorin. Es ist vielleicht nicht der große übergreifende Spannungsbogen, der das Gedankenspiel am Leben hält, aber eben diese kleinen und großen Abschnitte. Der Leser wird gezwungen über unsere Gesellschaft nachzudenken. Auch die Figuren muss man erstmal auf sich wirken lassen. Sie sind nicht glattgeschliffen und ich brauchte meine Zeit. Doch genau das ist so wundervoll, denn so konnte ich mit ihnen ringen und sie konnten im Gesamtkontext meine Zuneigung erobern. Fazit "Und alle so still" bringt thematisch ein gutes Thema mit, welches zum Nachdenken anregt.
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Die Autorin Mareike Fallwickl ist bekannt für ihre feministischen Inhalte und auch in diesem Fall geht sie das Thema wieder an. Sie bringt gerne Themen in ihren Büchern unter, die präsent sind, aber noch nicht zu Ende gedacht wurden. So die Verbrüderung der Frauen in einem Gedankenexperiment. Dieses bringt uns die Aufgabe ein: Wie würde das System zusammenbrechen, wenn Frauen - insbesondere in den Pflegeberufen und im Erziehungssystem - sich einfach verweigern. Also in den Bereichen, wo Frauen schlecht bezahlt werden, sie dennoch den Laden am Laufen halten. Die Idee zu "Und alle so still" stammt aus dem Buch „Die Wut, die bleibt“ aus dem Jahr 2001. Dort hat die Protagonistin Lola sinngemäß gesagt: Stellt euch vor, dass Frauen ihre Arbeit nieder legen und sich komplett verweigern.
Das Buch ist bereits erhältlich und ein Stück weiter unten könnt ihr wie gewohnt meine Meinung dazu lesen. Handlung An einem Sonntag im Juni gerät die Welt aus dem Takt: Frauen liegen auf der Straße. Reglos, in stillem Protest. Hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth. Elin, Anfang zwanzig, eine erfolgreiche Influencerin, der etwas zugestoßen ist, von dem sie nicht weiß, ob es Gewalt war. Nuri, neunzehn Jahre, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Barkeeper über Wasser zu halten. Ruth, Mitte fünfzig, die als Pflegefachkraft im Krankenhaus arbeitet und deren Pflichtgefühl unerschöpflich scheint.BewertungDas Gedankenexperiment: Frauen unterbrechen ihre Arbeit, liegen vor Krankenhäusern oder Kindergärten. Sie machen nichts. Reden nicht, liegen nur rum. Sie verweigern sich. Sie protestieren nicht, schreien nicht rum, stellen keine Forderungen. Kurz: Sie machen einfach nicht mehr mit. Dadurch bringen sie das System ins Wanken. Ein System, dass den Status nach Geld bemisst. In der Regel versteht sich. Wer Geld hat, kann sich nicht nur Sachen leisten, sondern steht auf der Treppe ein paar Stufen weiter oben.
Die Frauen werden nicht genügend wertgeschätzt. Was auch heute so ist. Wie wenig bekommen Erzieherinnen, die auf unsere Kinder aufpassen? Dazu kommt die Belastung. Zwei Erzieherinnen auf 25 Kinder. Oder Krankenschwestern. Meist sind sie alleine auf einer Station und kümmern sich aufopferungsvoll um die Patienten. Überstunden sind die Folge, die Bezahlung dennoch nicht angemessen.
Was passiert, wenn sich diese Frauen nun verweigern? Die Autorin Mareike Fallwickl treibt das Spiel auf die Spitze: In den Krankenhäusern zum Beispiel sterben die Menschen, weil sie unterversorgt werden. Ein Szenario, welches auf den aktuellen Fachkräftemangel vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt ist. Das System im Gedankenexperiment wankt. Es kommt zu Gewalt, doch die Welle der Frauen wird größer und die Frauen halten zusammen.
Das Thema ist interessant. Ich bin dennoch nicht leicht reingekommen. Ich musste mich zurechtfinden. Doch in vielen kleinen Passagen packte mich die Autorin. Es ist vielleicht nicht der große übergreifende Spannungsbogen, der das Gedankenspiel am Leben hält, aber eben diese kleinen und großen Abschnitte. Der Leser wird gezwungen über unsere Gesellschaft nachzudenken. Auch die Figuren muss man erstmal auf sich wirken lassen. Sie sind nicht glattgeschliffen und ich brauchte meine Zeit. Doch genau das ist so wundervoll, denn so konnte ich mit ihnen ringen und sie konnten im Gesamtkontext meine Zuneigung erobern. Fazit "Und alle so still" bringt thematisch ein gutes Thema mit, welches zum Nachdenken anregt.