Filme - Horror
V/H/S/85
Die V/H/S-Reihe ist etwas Besonderes für mich. Ich erinnere mich noch gut, wie ich in den Anfängen dieser Found-Footage-Anthologie-Filme saß und von der rohen Energie, dem schockierenden Realismus und der bedrohlichen Atmosphäre fasziniert war. Diese Mediabücher hier im Regal sind stumme Zeugen einer Leidenschaft, die man nicht so leicht vergisst. Nun steht mit "V/H/S/85" der nächste Ableger in den Startlöchern und ich bin gespannt, ob er an die Zeit anknüpfen kann, als das Franchise noch die Grenzen des Horrors neu definierte. Ab dem 27. März 2026 wird der Film für all jene erhältlich sein, die sich trauen, in die düsteren Tiefen der Achtziger einzutauchen – wahlweise auf DVD, Blu-ray oder digital. Mit Regisseuren wie David Bruckner, Gigi Saul Guerrero, Mike P. Nelson, Natasha Kermani und Scott Derrickson an Bord, die alle ihre eigenen Spuren im Genre hinterlassen haben, dürfen wir uns auf eine Sammlung von fünf albtraumhaften Fundmaterialsegmenten freuen, die den wahrhaftigen Horror des Jahres 1985 enthüllen sollen. Der Film feierte bereits am 22. September 2023 auf dem Fantastic Fest seine Uraufführung und verspricht, uns in eine Zeit zurückzuwerfen, in der die Technologie langsam aber sicher unheimliche Möglichkeiten eröffnete.
HANDLUNG
Fünf albtraumhafte Tapes enthüllen den wahren Horror der 80er Jahre: Ein Forschungsteam glaubt, ein formwandelndes Alien kontrollieren zu können. Beim Wasserski-Ausflug einer Gruppe Jugendlicher wird der Spaß zum puren Terror. Ein Fernsehteam in Mexiko-Stadt gerät während eines verheerenden Erdbebens in den Untergrund und weckt etwas Böses. In einer verstörenden Performance-Show wird Virtual Reality zur tödlichen Falle. Ein Detective jagt einen Serienkiller, dessen Morde bereits auf Video existieren, noch bevor sie begangen wurden.
KRITIK
"V/H/S/85" verspricht, uns mit seinem ikonischen Found-Footage-Stil zurück in die explizite Ära der Achtziger zu katapultieren, und es ist unbestreitbar, dass der Film versucht, diese Ästhetik mit Haut und Haaren zu umarmen. Überall sind Körperteile, Tote und Blut – das ist bei einem solchen Genre keine Überraschung, wird aber hier bis an die Grenzen ausgereizt. Doch leider, wie so oft im Found-Footage-Bereich, gestaltet sich das Anschauen der einzelnen Segmente als ziemliche Anstrengung. Die Charaktere, oft nur mit belanglosen Dialogen und geradezu infantilem Gehabe ausgestattet, erzeugen kaum Sympathie oder wecken ein echtes Interesse. Man ertappt sich dabei, wie man eher auf den nächsten Schockmoment wartet, als sich wirklich mit den Figuren identifizieren zu wollen. Das Segment mit dem Wasserski-Ausflug einer Gruppe Jugendlicher versucht anfangs noch, eine gewisse Spannung aufzubauen. Warnschilder und tote Tiere am Ufer deuten drohendes Unheil an, was zumindest eine kleine Hoffnung auf einen lohnenswerten Payoff aufkeimen lässt. Dieser fällt dann tatsächlich auch recht blutig aus, doch die schwache Charakterzeichnung im Vorfeld trübt das Erlebnis doch erheblich.
Der Beitrag "God of Death" von Gigi Saul Guerrero, bekannt für Werke wie "Bingo Hell" und "Satanic Hispanics", ist da schon ein deutlicher Schritt nach vorn. Hier kommt es während der Aufzeichnung einer Nachrichtensendung zu einem Erdbeben, das daraufhin übernatürliche Ereignisse für die Überlebenden nach sich zieht. In diesem Segment macht "V/H/S/85" endlich eine ganz ordentliche Figur. Der Beitrag ist herrlich abgedreht, vermittelt ein unangenehm klaustrophobisches Gefühl und hält eine fiese Wendung bereit, die das Publikum in Atem hält. Das ist genau die Art von kreativ-verstörender Energie, die man von der V/H/S-Reihe erwartet.
Abgefahren ist auch "TKNOGD" von Natasha Kermani ("Lucky", "Stargirl"), das sich um das Heraufbeschwören einer digitalen Gottheit in der virtuellen Realität dreht. Die Idee ist an sich schon vielversprechend, doch leider gelingt es der Regisseurin nicht, mehr aus dieser interessanten Prämisse herauszuholen, als ihre Geschichte nach bereits zehn Minuten mit einem simplen Blutbad zu beenden. Hier hätte deutlich mehr Potenzial gesteckt, um eine wirklich beklemmende und innovative Horrorgeschichte zu erzählen.
Der vierte Beitrag, "Dreamkill" von Scott Derrickson ("The Black Phone", "Sinister", "Doctor Strange"), widmet sich der Jagd nach einem Serienkiller, dessen brutale Morde auf Tapes festgehalten wurden, die jedoch erst in der Zukunft aufgenommen wurden. Diese paradoxe Prämisse birgt durchaus spannende Möglichkeiten, die Derrickson geschickt zu nutzen versucht, wenngleich die Auflösung nicht gänzlich überraschend ausfällt. David Bruckner ("The House at Night", "The Signal", "Southbound") liefert mit "Total Copy" schließlich den Abschluss der Anthologie-Sammlung. Hier geht es um eine außerirdische Lebensform, die in ein geheimes Labor gebracht wird und die dortigen Wissenschaftler mit ihrem geheimnisvollen Verhalten vor Rätsel stellt. Das Ganze geht letztendlich genau so aus, wie man es erwartet, ohne dabei wirklich neue Akzente zu setzen. Die bedrohliche Atmosphäre ist zwar vorhanden, aber die mangelnde Originalität im Finale hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack.
FAZIT
"V/H/S/85" versucht, das alte Feuer der V/H/S-Reihe wieder zu entfachen, doch leider gelingt ihm das nur teilweise. Es verspricht mehr, als es letztendlich halten kann, gerade wenn man die Anfänge des Franchises in Erinnerung hat, die ich mir damals so gerne angesehen habe und an die ich mich teilweise immer noch gerne erinnere. Die explizite Darstellung von Gewalt und Blut ist zwar ein Markenzeichen, aber ohne überzeugende Charaktere und originelle Storylines verkommt dies schnell zu einer leeren Hülle. Zwar gibt es einige Segmente, die mit ihrer abgedrehten Energie und ihren fiesen Wendungen punkten können, doch die schwachen Momente, die langatmigen und belanglosen Dialoge sowie das teilweise infantile Gehabe der Charaktere überwiegen leider. Letztendlich liefert "V/H/S/85" eine solide, aber nicht herausragende Horrorkost, die vor allem Fans des Found-Footage-Genres und der V/H/S-Reihe zusagen dürfte, aber die hohen Erwartungen, die mit dem Namen und der langen Wartezeit verbunden waren, leider nicht ganz erfüllen kann.
Copyright: LEONINE Studios Spielfilm
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HANDLUNG
Fünf albtraumhafte Tapes enthüllen den wahren Horror der 80er Jahre: Ein Forschungsteam glaubt, ein formwandelndes Alien kontrollieren zu können. Beim Wasserski-Ausflug einer Gruppe Jugendlicher wird der Spaß zum puren Terror. Ein Fernsehteam in Mexiko-Stadt gerät während eines verheerenden Erdbebens in den Untergrund und weckt etwas Böses. In einer verstörenden Performance-Show wird Virtual Reality zur tödlichen Falle. Ein Detective jagt einen Serienkiller, dessen Morde bereits auf Video existieren, noch bevor sie begangen wurden.
KRITIK
"V/H/S/85" verspricht, uns mit seinem ikonischen Found-Footage-Stil zurück in die explizite Ära der Achtziger zu katapultieren, und es ist unbestreitbar, dass der Film versucht, diese Ästhetik mit Haut und Haaren zu umarmen. Überall sind Körperteile, Tote und Blut – das ist bei einem solchen Genre keine Überraschung, wird aber hier bis an die Grenzen ausgereizt. Doch leider, wie so oft im Found-Footage-Bereich, gestaltet sich das Anschauen der einzelnen Segmente als ziemliche Anstrengung. Die Charaktere, oft nur mit belanglosen Dialogen und geradezu infantilem Gehabe ausgestattet, erzeugen kaum Sympathie oder wecken ein echtes Interesse. Man ertappt sich dabei, wie man eher auf den nächsten Schockmoment wartet, als sich wirklich mit den Figuren identifizieren zu wollen. Das Segment mit dem Wasserski-Ausflug einer Gruppe Jugendlicher versucht anfangs noch, eine gewisse Spannung aufzubauen. Warnschilder und tote Tiere am Ufer deuten drohendes Unheil an, was zumindest eine kleine Hoffnung auf einen lohnenswerten Payoff aufkeimen lässt. Dieser fällt dann tatsächlich auch recht blutig aus, doch die schwache Charakterzeichnung im Vorfeld trübt das Erlebnis doch erheblich.
Der Beitrag "God of Death" von Gigi Saul Guerrero, bekannt für Werke wie "Bingo Hell" und "Satanic Hispanics", ist da schon ein deutlicher Schritt nach vorn. Hier kommt es während der Aufzeichnung einer Nachrichtensendung zu einem Erdbeben, das daraufhin übernatürliche Ereignisse für die Überlebenden nach sich zieht. In diesem Segment macht "V/H/S/85" endlich eine ganz ordentliche Figur. Der Beitrag ist herrlich abgedreht, vermittelt ein unangenehm klaustrophobisches Gefühl und hält eine fiese Wendung bereit, die das Publikum in Atem hält. Das ist genau die Art von kreativ-verstörender Energie, die man von der V/H/S-Reihe erwartet.
Abgefahren ist auch "TKNOGD" von Natasha Kermani ("Lucky", "Stargirl"), das sich um das Heraufbeschwören einer digitalen Gottheit in der virtuellen Realität dreht. Die Idee ist an sich schon vielversprechend, doch leider gelingt es der Regisseurin nicht, mehr aus dieser interessanten Prämisse herauszuholen, als ihre Geschichte nach bereits zehn Minuten mit einem simplen Blutbad zu beenden. Hier hätte deutlich mehr Potenzial gesteckt, um eine wirklich beklemmende und innovative Horrorgeschichte zu erzählen.
Der vierte Beitrag, "Dreamkill" von Scott Derrickson ("The Black Phone", "Sinister", "Doctor Strange"), widmet sich der Jagd nach einem Serienkiller, dessen brutale Morde auf Tapes festgehalten wurden, die jedoch erst in der Zukunft aufgenommen wurden. Diese paradoxe Prämisse birgt durchaus spannende Möglichkeiten, die Derrickson geschickt zu nutzen versucht, wenngleich die Auflösung nicht gänzlich überraschend ausfällt. David Bruckner ("The House at Night", "The Signal", "Southbound") liefert mit "Total Copy" schließlich den Abschluss der Anthologie-Sammlung. Hier geht es um eine außerirdische Lebensform, die in ein geheimes Labor gebracht wird und die dortigen Wissenschaftler mit ihrem geheimnisvollen Verhalten vor Rätsel stellt. Das Ganze geht letztendlich genau so aus, wie man es erwartet, ohne dabei wirklich neue Akzente zu setzen. Die bedrohliche Atmosphäre ist zwar vorhanden, aber die mangelnde Originalität im Finale hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack.
FAZIT
"V/H/S/85" versucht, das alte Feuer der V/H/S-Reihe wieder zu entfachen, doch leider gelingt ihm das nur teilweise. Es verspricht mehr, als es letztendlich halten kann, gerade wenn man die Anfänge des Franchises in Erinnerung hat, die ich mir damals so gerne angesehen habe und an die ich mich teilweise immer noch gerne erinnere. Die explizite Darstellung von Gewalt und Blut ist zwar ein Markenzeichen, aber ohne überzeugende Charaktere und originelle Storylines verkommt dies schnell zu einer leeren Hülle. Zwar gibt es einige Segmente, die mit ihrer abgedrehten Energie und ihren fiesen Wendungen punkten können, doch die schwachen Momente, die langatmigen und belanglosen Dialoge sowie das teilweise infantile Gehabe der Charaktere überwiegen leider. Letztendlich liefert "V/H/S/85" eine solide, aber nicht herausragende Horrorkost, die vor allem Fans des Found-Footage-Genres und der V/H/S-Reihe zusagen dürfte, aber die hohen Erwartungen, die mit dem Namen und der langen Wartezeit verbunden waren, leider nicht ganz erfüllen kann.
Copyright: LEONINE Studios Spielfilm