Filme - Abenteuer

Väterchen Frost

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Väterchen Frost
Väterchen Frost Filme - Abenteuer | mit: Irina Antonenko, Sergey Badyuk, Egor BeroevBewertung:★★★★★ Mit „Väterchen Frost“ schafft es erneut ein russischer Film nach Deutschland, der zeigt, wie aufwändig produziert russisches Kino mittlerweile ist. Der Fantasy-Weihnachtsfilm bietet aufwändige Special-Effects, die sich hinter Hollywoodfilmen nicht verstecken müssen. Aber reicht das, um neben den typischen Neuerscheinungen mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen? Diese Review soll antworten liefern. Handlung Mascha und ihre Muttern werden schon in jungen Jahren des Mädchen von ihrem Vater und Ehemann verlassen. Während der Mutter allerdings bekannt zu sein scheint, warum der Mann gehen muss, bleibt Mascha vollkommen im Unklaren. Doch schon während ihrer Kindheit und auch kurz bevor Sie den Vater zum letzten Mal sieht, sieht sie Sonderbares. Immer mal wieder taucht ein Mann auf, der ganz plötzlich nicht mehr da ist und als Heranwachsende hat sie regelmäßig seltsame Träume, die sich schon bald als eine Art Vision herausstellen. Was Mascha sieht, ist eine Welt der Zauberei, die nah der eigenen Welt im verborgenen agiert, um die Erde vor Gefahren zu beschützen. Kurz darauf findet sie sich selbst in Mitten des geheimen Bunds, der von Väterchen Frost angeführt wird. Dort muss sie lernen Schnee und Eis mit Hilfe einer Zauberkugel zu bändigen, um Seite an Seite mit anderen Jugendlichen eine Invasion dunkler Mächte aufzuhalten. Doch es warten noch mehr Geheimnisse und unerwartete Gefahren auf sie. BewertungRegisseur Aleksandr Voytinskiy hat mit Väterchen Frost dem immer größer und aufwändiger werdenden russischen Kino einen weiteren Blockbuster hinzugefügt, der zumindest in seiner Herangehensweise an den Kinofilm amerikanischen Hollywood-Produktionen erst einmal in nichts mehr nachsteht. Väterchen Frost ist ein Fantasy-Film mit aufwändigem CGI, actionreicher Ausrichtung und einem alles in allem soliden Cast, der genreübergreifend zwischen Fantasy, Teenie-Romanze, Weihnachtsfilm und auch einigen komödiantischen Anleihen auf ein eher jüngeres Publikum ausgerichtet ist. Das klingt so natürlich ziemlich vielschichtig, aber ganz ohne Makel ist Väterchen Frost nicht.
Was nicht immer zu hundert Prozent gelingt ist beispielsweise eben jener, wilder Genremix. Dafür, dass die Mischung auf den ersten Blick wirklich absurd wirkt, schafft der Film den Spagat eigentlich noch recht gut, aber manchmal ist es dann doch einfach ein bisschen zu viel von allem. Die Weihnachtsthematik ist teils so plump in den Fantasy-Überbau einflochten, dass es schon fast ein wenig selbstironisch wirkt, an manchen Stellen des Films wirkt dieser Meta-Humor dann aber doch ein wenig Fehl am Platz. Den Großteil der Story nehmen ohnehin allerdings eher die Fantasy-Elemente mit einer Teenie-Romanze und Heldinnengeschichte ein. Stilistisch entsteht so eine Art Mischung aus Harry Potter, Twilight und Catching Fire. Das klingt zwar ebenfalls wieder absurd, funktioniert aber gar nicht schlecht. Man muss halt etwas damit anfangen können, aber bei einem Publikum im Kinder- oder jungen Teenager-Alter könnte dieser stilistische Aufbau durchaus gut ankommen.
Die Story bedient sich ebenfalls gleich einer ganzen Flut an Klischees und Trophen, die zwar nicht besonders kreativ daherkommen, aber die Story dann doch plausibel voranbringen und für einen soliden Spannungsaufbau sorgen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen, ohne zu sehr zu spoilern, wird die Protagonistin natürlich zur Heldin mit einer tragenden Rolle, ohne, dass sie zu Beginn selbst etwas davon ahnt. Und dann gibt es noch den bösen, verstoßen Bruder Väterchen Frosts, der nur eine Bedrohung darstellt, weil er von der Gemeinschaft verbannt wurde. Und versucht genau dieser dann Personen aus dem Umkreis der Heldin auf seine Seite zu locken. Das ist alles nichts Neues, hat sich aber nun mal auch zurecht bewährt. Die Erzählweise mit den anfänglichen Visionen der Protagonistin und dem zu Beginn nur stückweisen Aufdecken der Geschehnisse, ist insgesamt spannend und hat einen wirklich fesselnden Einstieg geboten.
Später wandelt sich die Erzählung eher der Romanze und der Action zu. Kampfchoreografien und deren Darstellung, teils mit Zeitlupen-Aufnahmen, ist insgesamt nicht herausragend, aber ordentlich. Auch die Spezialeffekte zur Darstellung der Zauberei mit Eis und Schnee wirken authentisch im Kontext der erschaffenen Welt im Film. Nur die Funktionsweise der Zauberei, wann wie was möglich ist wirkt nicht immer hundert prozentig kohärent. Das Worldbuilding der Welt der Zauberei könnte ausführlicher sein und hat insgesamt wenig Tiefgang. Viele Begriffe sind recht unkreativ, wie die magische Waffe, die alles zerstören könnte und einfach nur „Mondschwert“ heißt. Hier stehen dann eben noch die Weihnachstaspekte um Väterchen Frost, Tannenbäume und ähnliche Elemente im Weg. Wie gesagt, stellenweise eben doch etwas zu viel gewollt und dadurch an manchen Stellen zu oberflächlich geblieben.
Die Liebesgeschichte, auf die der Film ab einem gewissen Zeitpunkt quasi unweigerlich zusteuert, ist schon sehr kitschig und vorhersehbar, inklusive vieler der eingewobenen Konfliktmomente. Auch liegt der Fokus ab einem gewissen Punkt sehr stark auf dem Paar aus Protagonist und Protagonistin und einige Nebencharaktere bleiben zu blass. Obwohl einige weitere Personen, vor allem einige der jugendlichen Zauberer und Zauberinnen, häufig in Erscheinung treten, wurden kaum Namen genannt oder Charakterzüge angedeutet.

 Fazit Väterchen Frost ist ein Film, der es schwer haben wird, jemanden zu 100% zu überzeugen, da er einfach viel zu viele verschiedene Genres und Themen zu bedienen versucht. Dennoch finde ich den Film abwechslungsreich und spannend genug, um ihn zu empfehlen. Die gesamte Story ist etwas kitschig, nicht herausragend, aber eben gut und vor allem speziell genug, um eine wirkliche Abwechslung für Filmfans zu bieten. Im Detail lässt sich einiges kritisieren, aber ich habe doch den gesamten Film gebannt geschaut und dachte einige Mal „Was zum Henker gucke ich hier gerade?“ Auch wenn die Antwort darauf nicht jedes Mal vollständig positiv ausfällt, macht es einfach Spaß überrascht zu werden.
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