Comic - Drama
Vaterland
VaterlandComic - Drama | mit: Nina BunjevacBewertung:★★★★★ Nina Bunjevac schreibt über ihr bewegendes Leben. Es ist ein Leben, dass gezeichnet ist durch den Kalten Krieg, durch die Erschütterungen im ehemaligen Jugoslawien, von Flucht und Gewalt. Wenn politische Systeme Auseinanderfallen, einmal waren es die Nazis, dann kam Stalin um die Ecke und irgendwann die Interessen der heutigen westlichen Welt. Wie schnell sich Systeme verändern, kann man sehr gut am Beispiel Jugoslawien sehen, dass es heute dank Kriege in der Form nicht mehr gibt. Mitten drin ist Nina mit ihrer Familie, dessen persönliche Geschichte sehr mit den geschichtlichen Wirren verbunden ist. Handlung 1975 flieht Nina Bunjevacs Mutter aus ihrer Ehe und aus ihrer Wahlheimat Kanada und kehrt mit ihren zwei Töchtern in das sozialistische Jugoslawien zurück, um bei ihren Eltern zu leben. Ihr Ehemann Peter ist ein fanatischer Antikommunist, der nach dem II. Weltkrieg gezwungen war, Jugoslawien zu verlassen. In Kanada verfolgt er seine politische Agenda weiterhin und schließt sich einer terroristischen Gruppe an, die für mehrere Bombenanschläge auf jugoslawische Vertretungen und Tito-Sympathisanten in Nordamerika verantwortlich ist. Dann im Jahre 1977, während seine Familie immer noch in Jugoslawien lebt, trifft ein Telegramm ein, in dem mitgeteilt wird, dass Peter und zwei seiner Komplizen durch eine vorzeitig ausgelöste Explosion ums Leben gekommen sind ...BewertungEs ist bewegend, auf welche Reise uns Nina Bunjevac mitnimmt. Zunächst erzählt sie die Ereignisse aus ihrer Sicht. Wie hat sie es erlebt, was ist mit ihrer Familie passiert. Der Leser wird mitgenommen, er taucht tief in die Familiengeschichte ein. Dabei lernen wir die Charaktere, die Figuren aus Ninas Leben kennen. Hauptfigur wird der Vater, der sich dem militanten Kampf in Amerika angeschlossen hat. Er lebt dabei in ständiger Angst, denn seine Gegner können überall sein. Sie können jederzeit zuschlagen. Kein Wunder also, dass es Spannungen bei den Bunjevacs gibt. Diese sind so groß, dass die Mutter flüchtet. Sie geht zurück in ihre alte Heimat. Dort ist es ein ganz anderes Leben. Im Schutze des Kommunismus wachsen die Kinder auf. Dennoch führt der Weg wieder zurück nach Amerika.
Das nächste Kapitel ist ein kurzer, interessanter Geschichtskurs. Sicherlich besser als in der Schule. Obwohl dieser natürlich nicht die ganze Historie abbilden kann, taucht er dennoch in die Tiefe und zeigt, was Nazi-Herschaft und Stallinismus und dann der Kommunismus mit den Menschen gemacht haben. Sie leben in ständiger Deckung. Die jeweiligen Säuberungen ufern immer mehr aus und die Gewalt und das Morden stehen fast an der Tagesordnung. Mit "Vaterland" kann man die Ereignisse besser einordnen, da sie greifbarer gemacht werden. Sie werden mit Menschlichkeit und Emotionen angehaucht, sodass die Systeme in den Hintergrund geraten und die Bevölkerung in den Vordergrund tritt.
Zeichnerisch lehnt sich "Vaterland" an "Bezimena" an. Der Stil von Nina Bunjevac ist unverkennbar und sehr interessant. Ihre Figuren zeigen eine bedrohliche, verängstigte Mimik und dennoch zeigen sie auch gleichzeitig Freude. Es ist eine gute, gelungene Mischung. Die schwarz-/ weiß Optik sorgt zudem für Atmosphäre. Kleiner Kritikpunkt ist das tolle Hardcover, dass einen Stoffbezug auf dem Rücken serviert bekommen hat. Diesen hätte ich mir aus kosmetischen Sammleransprüchen heraus auch bei "Bezimena" gewünscht, damit die Werke von Nina Bunjevac im Regel herausstechen. Fazit "Vaterland" zeigt uns eine bewegende Familiengeschichte und einen Geschichtskurs, der sich nicht nur auf Fakten und Ereignisse bezieht, sondern vor allem die betroffenen Menschen zeigt. Sehr gut!
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Das nächste Kapitel ist ein kurzer, interessanter Geschichtskurs. Sicherlich besser als in der Schule. Obwohl dieser natürlich nicht die ganze Historie abbilden kann, taucht er dennoch in die Tiefe und zeigt, was Nazi-Herschaft und Stallinismus und dann der Kommunismus mit den Menschen gemacht haben. Sie leben in ständiger Deckung. Die jeweiligen Säuberungen ufern immer mehr aus und die Gewalt und das Morden stehen fast an der Tagesordnung. Mit "Vaterland" kann man die Ereignisse besser einordnen, da sie greifbarer gemacht werden. Sie werden mit Menschlichkeit und Emotionen angehaucht, sodass die Systeme in den Hintergrund geraten und die Bevölkerung in den Vordergrund tritt.
Zeichnerisch lehnt sich "Vaterland" an "Bezimena" an. Der Stil von Nina Bunjevac ist unverkennbar und sehr interessant. Ihre Figuren zeigen eine bedrohliche, verängstigte Mimik und dennoch zeigen sie auch gleichzeitig Freude. Es ist eine gute, gelungene Mischung. Die schwarz-/ weiß Optik sorgt zudem für Atmosphäre. Kleiner Kritikpunkt ist das tolle Hardcover, dass einen Stoffbezug auf dem Rücken serviert bekommen hat. Diesen hätte ich mir aus kosmetischen Sammleransprüchen heraus auch bei "Bezimena" gewünscht, damit die Werke von Nina Bunjevac im Regel herausstechen. Fazit "Vaterland" zeigt uns eine bewegende Familiengeschichte und einen Geschichtskurs, der sich nicht nur auf Fakten und Ereignisse bezieht, sondern vor allem die betroffenen Menschen zeigt. Sehr gut!