Comic - Drama
Vatermilch Buch 1: Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss
Vatermilch Buch 1: Die Irrfahrten des Rufus HimmelstossComic - Drama | mit: Uli OesterleBewertung:★★★★★ Comic-Autor Uli Oesterle hat mich mit seinem neusten Werk „Vatermilch“ auf wundersame Weise positiv überrascht. In seiner Handlung setzt er sich autobiografisch mit seinem eigenen Schicksal auseinander, dichtet aber immer wieder eine Menge fiktive Elemente hinzu, sodass „Vatermilch“ zwar auf einer wahren Begebenheit beruht, jedoch diese nur umreist und der Wahrheit nur in der Symbolik und Tragweite der Ereignisse sehr nahe kommt. Handlung Victor sieht seinen Vater wieder. Dieser war ihm kein gutes Vorbild. Bis zu seinem Abtauchen, hat er ihn eher als Trinker in Erinnerung. Bei diesem neuen Treffen können sich beide aber nicht mehr aussprechen, da Rufus Himmelstoss verstorben ist. Als Victor beginnt sich mit seinem toten Vater auseinanderzusetzen, erkennt er, dass sich beide ähnlicher sind, als angenommen. Die fehlende Liebe hat ihn anscheinend sehr gezeichnet, sodass Victor auch für seinen Sohn kein gutes Vorbild ist..BewertungAuf den ersten Blick hat sich alles ganz nett angehört, ich wollte „Vatermilch“ zumindest eine Chance geben. Ich muss gestehen, dass der Comic diese eindrucksvoll genutzt hat und mich quasi von der ersten Seite an gefesselt hat. Es beginnt mit einer kuriosen Szene, als sich Vater und Sohn gegenüberstehen. Nicht, wie man es gewohnt ist, sondern ein Kind betrauert am offenen Sarg seinen Papa. Das haut einen noch nicht vom Hocker, da die Situation nicht neu ist. Es ist das Leben von Rufus, dass so toll gestartet ist. Drogen, Sex und Party. Doch wenn wir hinter die Fassade schauen - ein kleiner Insider, weil Rufus tatsächlich anfangs Markisen für Hausfassaden verkauft - dann sehen wir hinter dem Frauenheld einen zerbrechlichen Mann. Diese Charakterzeichnung wird noch deutlicher, als Rufus in einen Verkehrsunfall verwickelt wird. Er gerät vollkommen auf die schiefe Bahn. Dem Leser wird das in einer großen Rückblende serviert.
Parallel wird das Leben von Victor in der Gegenwart gezeigt. Erstaunlicherweise hat Rufus - obwohl es eigentlich nicht die supergroße Überraschung ist - das Leben von seinem Sohn ordentlich durcheinander gebracht. Gemeinsamkeiten tun sich auf. Beide haben den Griff fest an der Flasche und beide irren scheinbar orientierungslos durch die Welt. Dabei war das Schicksal gnädig, es meinte es gut mit ihnen, denn es schenkte ihnen jeweils einen gesunden Knaben. Was will man(n) mehr!? Trotzdem verhauen sie es und müssen mit den Konsequenzen leben. Das Herz am rechten Fleck, ich will es ihnen gar nicht abstreiten, doch die Lebensweisen zeigen auf den Abgrund. Wie tief dieser sein kann, verrät uns der erste von vier Bänden.
Das Drama, die Beweggründe und die Psyche der Charaktere sprechen eine deutliche Sprache die gut ankommt. Rufus ist ein selbstgefälliger Narzisst, der genau daran scheitert. Doch scheint noch mehr hinter seinem tiefen Fall zu stecken, als wir zunächst erahnen können. Das er damit weit größeren Schaden anrichtet, hätte er sich aber wohl nicht erträumen können.
Die Zeichnungen können sich sehen lassen. Sie sind realistisch und aussagekräftig. Dabei kann der Leser die zwei verschiedenen Zeitebenen gut auseinander halten, da diese in einer unterschiedlichen Grundfarbe gestaltet sind. Zum Abschluss gibt es noch ein Nachwort, welches recht nachdenklich macht und gerade dieses rundet „Vatermilch“ - welch treffender Titel - gekonnt ab.
Fazit „Vatermilch #1“ hat mich positiv überrascht und mich von der ersten bis zur letzen Seite gepackt.
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Parallel wird das Leben von Victor in der Gegenwart gezeigt. Erstaunlicherweise hat Rufus - obwohl es eigentlich nicht die supergroße Überraschung ist - das Leben von seinem Sohn ordentlich durcheinander gebracht. Gemeinsamkeiten tun sich auf. Beide haben den Griff fest an der Flasche und beide irren scheinbar orientierungslos durch die Welt. Dabei war das Schicksal gnädig, es meinte es gut mit ihnen, denn es schenkte ihnen jeweils einen gesunden Knaben. Was will man(n) mehr!? Trotzdem verhauen sie es und müssen mit den Konsequenzen leben. Das Herz am rechten Fleck, ich will es ihnen gar nicht abstreiten, doch die Lebensweisen zeigen auf den Abgrund. Wie tief dieser sein kann, verrät uns der erste von vier Bänden.
Das Drama, die Beweggründe und die Psyche der Charaktere sprechen eine deutliche Sprache die gut ankommt. Rufus ist ein selbstgefälliger Narzisst, der genau daran scheitert. Doch scheint noch mehr hinter seinem tiefen Fall zu stecken, als wir zunächst erahnen können. Das er damit weit größeren Schaden anrichtet, hätte er sich aber wohl nicht erträumen können.
Die Zeichnungen können sich sehen lassen. Sie sind realistisch und aussagekräftig. Dabei kann der Leser die zwei verschiedenen Zeitebenen gut auseinander halten, da diese in einer unterschiedlichen Grundfarbe gestaltet sind. Zum Abschluss gibt es noch ein Nachwort, welches recht nachdenklich macht und gerade dieses rundet „Vatermilch“ - welch treffender Titel - gekonnt ab.
Fazit „Vatermilch #1“ hat mich positiv überrascht und mich von der ersten bis zur letzen Seite gepackt.