Filme - Thriller

VERGIFTETE WAHRHEIT

Veröffentlicht am 30.11.-0001
VERGIFTETE WAHRHEIT
VERGIFTETE WAHRHEITFilme - Thriller | mit: Ruffalo, Mark , Hathaway, Anne , Pullman, BillBewertung:★★★★★ Wirtschaftthriller, die auf wahre Ereignisse beruhen, sind (mit) mein Lieblingsgerne. Ich bin daher umso kritischer und habe hohe Erwartungen an besagte Beiträge. Skandale bei großen Firmen, Institutionen oder bei der Kirche haben Hochkonjunktur, weil es einfach zu viele schwarze Schafe gibt, die entweder die Menschen ausbeuten ("The Big Short"), Kinder missbrauchen ("Spotlight") oder wie in "Vergiftete Wahrheit", Leute einfach vergiften. Der Dokumentarfilm "The Devil We Know" beschäftigt sich im Übrigen genauso wie "Vergiftete Wahrheit" mit dem Skandal um den US-Chemiekonzern "DuPont". Der vorliegende Streifen kratzt dabei an der Oberfläche und bringt die Thematik leider nicht gänzlich gut und spannend an den Zuschauer, sodass ich leider nur drei Sterne vergeben kann. Handlung Cincinnati, 1998. Der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) gerät in einen Zwiespalt, als ihn zwei Farmer auf merkwürdige Vorgänge in Parkersburg, West Virginia, aufmerksam machen, wo eine große Zahl von Kühen auf rätselhafte Weise verendet ist. Die Farmer vermuten dahinter den Chemiekonzern DuPont, für den Bilott selbst als Anwalt arbeitet. Trotz dieses Interessenskonflikts will der gewissenhafte Jurist den Fall vorbehaltlos aufklären und findet tatsächlich schnell belastende Indizien, die auf einen Umweltskandal von ungeheurem Ausmaß hindeuten. Unterstützt von seinem Boss Tom Terp (Tim Robbins) und seiner Frau Sarah (Anne Hathaway) stürzt sich Bilott aufopferungsvoll in eine langwierige Auseinandersetzung, die ihn seinen Ruf, seine Gesundheit, privates Glück und vielleicht sogar sein Leben kosten könnte... Trailer BewertungDas Thema um den Skandal von "DuPont" bringt eine Menge Potential mit. Schließlich hat dieser Konzern wohl wissentlich vergiftete Chemie in die Natur gelassen, sodass Menschen und Tiere erkrankt sind und dann schlussendlich gestorben sind. Das diese Opfer auch noch jahrelang vor Gericht streiten mussten, bis sie endlich Recht bekommen haben, ist der eigentliche Skandal. Die Behörden haben einfach die Augen verschlossen und die Gesetze schützen sowieso die Reichen. Ein kleiner Mann gegen eine große Firma, dieser Kampf ist so gut wie verloren. Zumindest für den kleinen Mann bzw. Frau. Es ist lediglich dem Anwalt Rob Bilott zu verdanken, dass es überhaupt zu einer Entschädigung gekommen ist. Mark Ruffalo zeigt eine ansprechende Leistung und kann mit seiner ruhigen Art überzeugen. Seine Figur riskiert alles, setzt alles aufs Spiel, nur um Gerechtigkeit walten zu lassen, was in den USA sehr schwer ist. Das aber auch in Europa die Mühlen der Justiz bzw. der Politik eher langsam mahlen, zeigt sich am Beispiel "DuPont". Die giftige Substanz wurde hierzulande erst im Jahr 2020 verboten.

Es ist also alles da, damit wir Zuschauer gefesselt vor dem TV-Bildschirm sitzen können. Doch die sehr lahme Erzählweise, die kaum Dramaturgie bietet, die fast schon das komplette Potenzial - wie zum Beispiel Anschläge oder das Leiden der Menschen - auf der Straße liegen lässt, kommt einfach nicht in Schwung, sodass der große Knall ausbleibt und "Vergiftete Wahrheit" einfach nicht zu den großen Beiträgen des Genres zählt. Schade!

Ein weiteres Beispiel ist Anne Hathaway. Brillant ihre Leistung, doch die kurzen Ausschnitte reichen einfach nicht, um die Dynamik zwischen den beiden Eheleuten abzubilden. Alle Ansätze verpuffen einfach. Fazit "Vergiftete Wahrheit" ist ein durchschnittlicher Film, der sein Potenzial nicht ausschöpft.
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