Buch - Drama

Von hier an anders – Eine politische Skizze

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Von hier an anders – Eine politische Skizze
Von hier an anders – Eine politische SkizzeBuch - Drama | mit: Robert HabeckBewertung:★★★★★ Robert Habeck ist nicht nur einer der Bundesvorsitzenden der Grünen, sondern auch ein Autor, der schon einige Bücher auf den Markt gebracht hat. „Wer wir sein könnten“ oder „Patriotismus: Ein linkes Plädoyer“ sind sicherlich die bekanntesten Werke von Habeck. Natürlich, selbstverständlich darf ein weiteres vor der nächsten Bundestagswahl nicht fehlen. Wer allerdings einen Angriff auf politische Gegner erwartet, der wird enttäuscht werden, Habeck hält sich in seiner Abhandlung an den Titel, der eben von einer politischen Skizze erzählt. Handlung Es war keine intakte, heile, sichere Welt, in die die Corona-Pandemie einbrach. Schon zuvor war die Normalität in der Krise. In seinem klugen und nachdenklichen neuen Buch erkundet Robert Habeck die Gründe für den Verlust an Selbstverständlichem und entwirft eine Politik, die den Problemen unserer Zeit angemessen ist.

Nichts scheint mehr selbstverständlich und sicher zu sein. Nicht die Art, wie wir wirtschaften und arbeiten werden, nicht die Werte von Demokratie und Menschenrechten, noch nicht einmal, was privates Glück in Zukunft sein wird. Und das alte Stabilitätsversprechen wird keine neue Sicherheit bringen. Dringlich stellt sich daher die Frage, was die Gründe für die Verunsicherungen und zunehmend schneller ablaufenden Krisen sind.BewertungEine Sternebewertung kommt mir irgendwie falsch vor, gar verdächtig, bei einem Politiker der ein Buch schreibt. Irgendwie vermischt sich die Bewertung des Inhaltes, also die politische Botschaft mit der eigenen und drauf hin kommt noch der Faktor Unterhaltung. Politik ist Show, spätestens seit Trump nicht mehr zu leugnen. Ich möchte allerdings nur schnell auf die obligatorischen Bewertungskriterien in Punkto Bücher eingehen: Schreibstil flüssig und gut, Spannung okay und der Charakter gut. Sicherlich hätte es in der Ausprägung noch mehr Selbstkritik sein können, aber der sympathische Robert Habeck konnte gut performen.

Das Besondere ist, dass er nicht die Keule aus dem Sack geholt und auf seine Gegner eingedroschen hat. Er zeigt nicht mit dem Zeigefinger auf Leute, sicherlich auch, weil der Koalitionspartner noch nicht feststeht. Oder? Corona ist nicht unser aktuelles Thema, sondern zeigt auch das „politische Paradoxon“ auf. Die Spaltung der Gesellschaft wird deutlicher. Skeptiker, Leugner, Betroffene, Ängstliche, Nationale, Linke usw. Corona zerrt an den Nerven und treibt uns vor sich her. Aber wichtig ist dabei festzuhalten, was Habeck aufzeigt, dass sich diese Tendenz bereits vorher angedeutet hat. Still und heimlich bei der Klimadiskussion und offen und direkt in der Flüchtlingskriese, als die AFD ihre Hochphase hatte. Dieser Abschnitt hat gute Ansätze, gibt Feuer.

Im Anschluss folgt allerdings eine Art Abhandlung seiner Themen. Nichts Neues, Werbung für die Grünen, was legitim ist. Immer wieder finden wir Selbstkritik, dennoch hätte es für meinen Geschmack etwas persönlicher sein können. Es geht schnell voran und daher wird es wenig konkret, es bleibt, so wie es der Titel verspricht, bei einer skizzenhaften Umschreibung.
Fazit Robert Habeck skizziert seine Ideen über Selbstkritik, zeigt nicht mit dem Finger auf andere. Sein neustes Buch hätte allerdings ein wenig mehr Feuer verdient gehabt.
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