Buch - Drama
Wer waren die Nationalsozialisten?
Wer waren die Nationalsozialisten?Buch - Drama | mit: Ulrich HerbertBewertung:★★★★★ Die Frage wurde schon oft gestellt, sie wurde schon oft beantwortet und sie wird noch oft gestellt werden. Wie konnte das passieren? Was ist überhaupt passiert? Warum? Die Ausgangslage kennen wir, der Krieg wurde 1918 verloren und die Schuld lag bei Deutschland. Damit begann das Unheil. Ulrich Herbert ("Das Dritte Reich - Geschichte einer Diktatur") beantwortet einige Fragen, er knüpft dort an, wo das allgemeine Wissen aufhört und erläutert weiter. Dies macht er gewohnt gut und daher bekommt er für sein neustes Buch die Bestnote!
Handlung Wer waren die Nationalsozialisten? Diese einfache Frage berührt den Kern der NS-Herrschaft. Denn wer sie präzise beantworten will, der muss wissen, wer das Dritte Reich ermöglicht und durch sein Handeln – oft bis zuletzt – unterstützt hat. Ulrich Herbert, einer der angesehensten Zeithistoriker der Gegenwart, geht in diesem Buch den spezifischen Merkmalen der nationalsozialistischen Diktatur nach und analysiert von den Ursprüngen des Judenhasses bis zum Werdegang einstiger NS-Funktionäre in der Bundesrepublik zentrale Themen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
War es eine kleine Gruppe von Verbrechern, die das deutsche Volk ins Schlepptau nahm? Ein Projekt traditioneller Eliten? Oder doch eine von breiten Schichten der Bevölkerung getragene faschistische Bewegung?BewertungEs ist gar nicht so leicht, zu sagen, wer denn nun die Nationalsozialisten waren. Sicherlich kann man plump und einfach an die Sicht herangehen. Es waren alle, es waren wenige, es gab Mitläufer, es gab den Widerstand und und und. Den Blick differenziert auf ein ganzes Volk zu legen, ist sicherlich nicht so einfach, wie gerade von mir skizziert. Doch wie genau funktionierte das alles, woher kam der Hass auf die Juden? War er überhaupt im ganzen "Volk" vertreten oder war es nur eine Propaganda, die etwas verbreitet hat, was nicht Tatsache war?
Antworten serviert Ulrich Herbert zu genüge. Er kommt dem Kern der Wahrheit sicherlich sehr nahe. Er spricht von Differenzen, er zeigt diese auf. Er sagt, ja die Meinung A war nicht überall vertreten, wenige steuerten A, doch durch die Umstände X und Y gab es für A eine Legitimation. Etwas wurde salonfähig, weil das System funktionierte. Stück für Stück wurde die breite Masse gewonnen. War es aber die Angst vor Verfolgung, dass so wenig Widerstand gezeigt wurde? War es bequem zu folgen? Immer wieder kam mir der Gedanke, was ich wohl in der damaligen Zeit getan hätte. Wäre ich einer von diesen Nazis geworden? Wäre ich ein Wärter im KZ? Oder wäre ich dem Widerstand beigetreten? Ich denke, die einfachste Möglichkeit wäre auch die Wahrscheinlichste, wie jetzt auch, würde ich wohl zu der Masse gehören, die dem Strom folgen. Die einfach so mitstimmen und nicht nach rechts oder links schauen. Dafür nehme ich jetzt schon, in einer starken Demokratie, zu wenig Teil am politischen Diskus teil.
Ulrich Herbert geht da schon weiter. Aber vertieft sein Buch in unterschiedliche Bereiche. Neben des Ergründen des Judenhasses schaut er auf das Jahrhundert der Lager, vergleicht die nationalsozialistische und die stalinistische Herrschaft oder weist auf die NS-Eliten hin, die in der Bundesrepublik Karriere gemacht haben. Gerade letzteres ist ein sehr kontroverses Kapitel. Vom Funktionär hin zum hochdekorierten Beamten, Firmen-Besitzer oder Banker. Es war alles möglich, was man am Beispiel Werner v. Braun gesehen hat.
Der Schreibstil von Herbert ist angenehm. Er ist natürlich eher wissenschaftlich geprägt, sicherlich sollte der Leser keine Scheu vor Fremdwörtern haben, jedoch halten diese sich in Grenzen, sodass man ihm gut folgen kann. Einige Kapitel haben mich mehr in ihren Bann gezogen, als andere. Ich denke, das liegt in der Natur der Sache.
Fazit "Wer waren die Nationalsozialisten?" ist ein sehr gutes Buch von Ulrich Herbert, dass uns den Wahnsinn einer vergangenen Epoche näher erläutert.
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Handlung Wer waren die Nationalsozialisten? Diese einfache Frage berührt den Kern der NS-Herrschaft. Denn wer sie präzise beantworten will, der muss wissen, wer das Dritte Reich ermöglicht und durch sein Handeln – oft bis zuletzt – unterstützt hat. Ulrich Herbert, einer der angesehensten Zeithistoriker der Gegenwart, geht in diesem Buch den spezifischen Merkmalen der nationalsozialistischen Diktatur nach und analysiert von den Ursprüngen des Judenhasses bis zum Werdegang einstiger NS-Funktionäre in der Bundesrepublik zentrale Themen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
War es eine kleine Gruppe von Verbrechern, die das deutsche Volk ins Schlepptau nahm? Ein Projekt traditioneller Eliten? Oder doch eine von breiten Schichten der Bevölkerung getragene faschistische Bewegung?BewertungEs ist gar nicht so leicht, zu sagen, wer denn nun die Nationalsozialisten waren. Sicherlich kann man plump und einfach an die Sicht herangehen. Es waren alle, es waren wenige, es gab Mitläufer, es gab den Widerstand und und und. Den Blick differenziert auf ein ganzes Volk zu legen, ist sicherlich nicht so einfach, wie gerade von mir skizziert. Doch wie genau funktionierte das alles, woher kam der Hass auf die Juden? War er überhaupt im ganzen "Volk" vertreten oder war es nur eine Propaganda, die etwas verbreitet hat, was nicht Tatsache war?
Antworten serviert Ulrich Herbert zu genüge. Er kommt dem Kern der Wahrheit sicherlich sehr nahe. Er spricht von Differenzen, er zeigt diese auf. Er sagt, ja die Meinung A war nicht überall vertreten, wenige steuerten A, doch durch die Umstände X und Y gab es für A eine Legitimation. Etwas wurde salonfähig, weil das System funktionierte. Stück für Stück wurde die breite Masse gewonnen. War es aber die Angst vor Verfolgung, dass so wenig Widerstand gezeigt wurde? War es bequem zu folgen? Immer wieder kam mir der Gedanke, was ich wohl in der damaligen Zeit getan hätte. Wäre ich einer von diesen Nazis geworden? Wäre ich ein Wärter im KZ? Oder wäre ich dem Widerstand beigetreten? Ich denke, die einfachste Möglichkeit wäre auch die Wahrscheinlichste, wie jetzt auch, würde ich wohl zu der Masse gehören, die dem Strom folgen. Die einfach so mitstimmen und nicht nach rechts oder links schauen. Dafür nehme ich jetzt schon, in einer starken Demokratie, zu wenig Teil am politischen Diskus teil.
Ulrich Herbert geht da schon weiter. Aber vertieft sein Buch in unterschiedliche Bereiche. Neben des Ergründen des Judenhasses schaut er auf das Jahrhundert der Lager, vergleicht die nationalsozialistische und die stalinistische Herrschaft oder weist auf die NS-Eliten hin, die in der Bundesrepublik Karriere gemacht haben. Gerade letzteres ist ein sehr kontroverses Kapitel. Vom Funktionär hin zum hochdekorierten Beamten, Firmen-Besitzer oder Banker. Es war alles möglich, was man am Beispiel Werner v. Braun gesehen hat.
Der Schreibstil von Herbert ist angenehm. Er ist natürlich eher wissenschaftlich geprägt, sicherlich sollte der Leser keine Scheu vor Fremdwörtern haben, jedoch halten diese sich in Grenzen, sodass man ihm gut folgen kann. Einige Kapitel haben mich mehr in ihren Bann gezogen, als andere. Ich denke, das liegt in der Natur der Sache.
Fazit "Wer waren die Nationalsozialisten?" ist ein sehr gutes Buch von Ulrich Herbert, dass uns den Wahnsinn einer vergangenen Epoche näher erläutert.